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In CSD-Woche

Homophobe und antisemitische Kritzelattacke entsetzt München

Am Samstag soll der Christopher Street Day durch München laufen. Zunächst aber beschäftigt die Münchner*innen eine Kritzelei an der queeren Proseccobar.


Yoni Carni machte die Kritzelattacke auf Instagram öffentlich (Bild: Yoni Carmi / Instagram)
  • 23. Juni 2023, 13:05h 16 3 Min.

In der Nacht auf Mittwoch bekritzelten Unbekannte den Hauseingang an der Proseccobar in der Münchner Theklastraße schwulenfeindlich und antisemitisch. Das in der Nachbarschaft befindliche Müncher queere Zentrum Sub verbreitete Fotos des Angriffs über Kanäle in sozialen Medien.

So war auf einer Seite des Hauseingangs "Schwule Juden Sau Raus" und auf der anderen Seite "Schwuchtel" und "Jude" zu lesen. Dazu wurden ein durchgestrichener Davidstern und auf beiden Seiten ein Hakenkreuz hinterlassen.

Offenbar galt die Attacke dem neuen Betreiber der Bar, Yoni Carmi. Doch sollten es der oder die Täter*innen auf Einschüchterung abgesehen haben, haben sie ihr Ziel offenbar verfehlt. Der "Abendzeitung" aus der bayrischen Landeshauptstadt sagte Carmi, dass er keine Angst habe.

Glauben und Sexualität "vom Himmel gegeben"

Seit einem halben Jahr ist Carmi Chef der Proseccobar, die auch als Treffpunkt der Community gilt. Der in Israel geborene Münchner habe hier seine große Liebe kennengelernt und geheiratet, wie er weiter erzählte. "Ich habe mir weder meinen Glauben, noch meine sexuelle Orientierung ausgesucht, das wurde mir vom Himmel gegeben."

Carmi machte die Attacke zudem auf Instagram selbst öffentlich, postete Fotos der Kritzelei. Wenige Tage vorher sollen Männer einige Gäste des ebenfalls in der Nachbarschaft befindlichen Café Nil sowohl homophob als auch antisemitisch beleidigt haben. Dass es bei Drohungen wie der Kritzelei nicht bleibt, musste Carmi denn auch einen Tag nach der Tat erfahren. Freunde von ihm sollen nach einem Clubbesuch homophob angegriffen worden sein. Die Täter schlugen und spuckten die Freunde. Man müsse über solche Angriffe sprechen, forderte Carmi darum auch.

Das Münchner Sub, das aus einem schwulen Zentrum hervorgegangene Queerzentrum, befindet sich gleich hinter der nächsten Ecke in der Müllerstraße. "Es ist unfassbar!" schrieben die Aktiven zu der Schmiererei. Man sei sprachlos und schockiert. "Unsere volle Solidarität und Unterstützung gilt unserem Nachbarn Yoni mit dem Prosecco. Man kann sich nur noch schämen!", hieß es.

Es ist unfassbar! Wir sind sprachlos und schockiert! Unsere volle Solidarität und Unterstützung gilt unserem Nachbarn Yoni mit dem Prosecco ??????? Man kann sich nur noch schämen!

Posted by Sub e.V. – Schwul in München on Wednesday, June 21, 2023
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"Antisemitische Angriffe sind immer wieder mit Homophobie gepaart", schrieb die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern bei Facebook. "Beide Phänomene wenden sich seit der Moderne gegen jüdische wie auch homosexuelle Emanzipation. Gehasst wird heute zunehmend, wer als für individuelle Rechte stehend gesehen wird, letztlich für Grundprinzipien einer liberalen Gesellschaft anstatt reaktionärer Gemeinschaft. Jüdinnen und Juden und Homosexuelle gelten dabei auf unterschiedliche Weise als 'gemeinschaftszersetzend' und werden verfolgt." RIAS-Bayern-Leiterin Annette Seidel-Arpacı wünschte Carmi "viel Kraft und viele solidarische Gäste".

Am 21. Juni entdeckte der jüdische und schwule Betreiber der queeren Bar ?Prosecco? antisemitische und homophobe...

Posted by RIAS Bayern – Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus on Thursday, June 22, 2023
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In München herrscht gegenwärtig eine politisch aufgeheizte Stimmung rund um die queere Community der Stadt. Am Samstag soll der Münchner Christopher Street Day durch die Landeshauptstadt laufen. Im Vorfeld hatten die Organisator*innen die CSU von der diesjährigen Parade ausgeladen (queer.de berichtete). Der Grund: Die Partei hatte zuvor wegen einer Drag-Kinderlesung queerfeindliche Stimmung gemacht.

Martin Huber sprach von "woker Frühsexualisierung", der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Hans Theiss erfand eine geplante "#Sexualkunde durch Drag Queens" und die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss München-Bogenhausen kündigte einen Antrag an, um das Event zu verbieten (queer.de berichtete). Die Lesung selbst konnte dann nur unter Störung durch rechte Demonstrationen stattfinden. Für Kritik hatte auch ein Besuch von führenden Köpfen der Partei beim queerfeindlichen Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, gesorgt (queer.de berichtete). (jk)

-w-

#1 VitelliaAnonym
  • 23.06.2023, 15:48h
  • Immer wieder das Gleiche:
    Hass gegen queere Menschen, Hass gegen Juden - wie beim Adolf!
    Es sind die Rechtsextremen der AfD/NPD.
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#2 OlamarAnonym
  • 23.06.2023, 16:14h
  • Antwort auf #1 von Vitellia
  • vielleicht würde bei den Rechtsradikalen eine Konversionstherapie helfen, damit sie zu toleranten, nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft werden?
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#3 VitelliaAnonym
  • 23.06.2023, 16:41h
  • Antwort auf #2 von Olamar
  • Wäre gut, wenn es wirken würde.

    Wer weiß, was sie für ein Elternhaus hatten ...

    Umso wichtiger ist die Schule, Fach Geschichte, das genau aufklären muss, was beim Massenmörder Hitler los war.
    Dass Millionen Menschen, vorwiegend Juden, aber auch Homosexuelle in den KZ mit dem Gift Zyklon B vergast/ermordet wurden.

    2.) Anständiger menschlicher Umgang mit Toleranz wird im Ethik-Unterricht gelehrt, den ich für viel wichtiger halte als Religionsunterricht.
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