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Repräsentative Erhebung

Umfrage: 15 Prozent würden bei AfD-Kanzler*in auswandern

61 Prozent der Menschen in Deutschland macht eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD Angst. Im thüringischen Sonneberg stellt die Rechtsaußenpartei nach der Stichwahl am Sonntag erstmals einen Landrat.


Erst Ministerpräsident, dann Bundeskanzler? Björn Höcke bei einer Rede im Thüringer Landtag (Bild: IMAGO / Karina Hessland)
  • 26. Juni 2023, 04:01h 85 3 Min.

Die starken Umfragewerte der AfD beunruhigen nach einer Umfrage die Mehrheit der Menschen in Deutschland. Wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtete, gaben in einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa 61 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD Angst macht. 59 Prozent halten sie demnach für eine rechtsextreme Partei.

46 Prozent der insgesamt 1.002 Befragten glauben, dass eine Regierungsbeteiligung der AfD negative Auswirkungen auf Deutschland hätte, wie die BamS weiter berichtete. Positive Auswirkungen erwarten hingegen 23 Prozent. 15 Prozent gaben an, auswandern zu wollen, falls ein*e AfD-Politiker*in in das Bundeskanzler*innen-Amt einzieht.

Im wöchentlichen Insa-Sonntagstrend verbesserte sich die Rechtsaußenpartei um einen Punkt auf 20 Prozent. Dies ist mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Die AfD lag damit gleichauf mit der SPD auf dem zweiten Platz, die bei 20 Prozent verharrte. Die Union war nach der Erhebung mit 26 Prozent weiter stärkste Kraft, verlor aber einen Punkt.

Erster AfD-Landrat in Deutschland

Im Landkreis Sonneberg gewann der AfD-Kandidat Robert Sesselmann am Sonntag die Stichwahl um das Amt des Landrats. Sesselmann erhielt 52,8 Prozent der Stimmen. Der CDU-Kandidat Jürgen Köpper, der auch von der Linken, der SPD, den Grünen und der FDP unterstützt wurde, unterlag mit 47,2 Prozent. Es ist das erste kommunale Spitzenamt für die AfD bundesweit.

Der Zentralrat der Juden zeigt sich tief erschüttert vom Wahlergebnis in Sonneberg. "Das ist ein Dammbruch, den die demokratischen politischen Kräfte in diesem Land nicht einfach hinnehmen dürfen", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster nach Angaben der "Jüdischen Allgemeinen". Auch das Internationale Auschwitz Komitee reagierte entsetzt. Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner erklärte: "Heute ist ein trauriger Tag für den Landkreis Sonneberg, für Deutschland und für die Demokratie. Eine Mehrzahl der Wählerinnen und Wähler hat sich offensichtlich aus der Demokratie verabschiedet und sich bewusst für eine rechtsextreme, von einem Nazi dominierte Zerstörungs-Partei entschieden."

Wer wird Kanzlerkandidat*in der AfD?

In der vergangenen Woche hatte die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel verkündet, dass ihre Partei bei der nächsten Bundestagswahl erstmals eine*n Kandidat*in für das Kanzler*innen-Amt aufstellen werde. Sie selbst hätte "Lust" darauf, traue die Kandidatur aber auch dem Thüringer Landeschef Björn Höcke zu. "Rein theoretisch könnte er das tun", sagte Weidel auf die Frage, ob der Rechtsextremist den Führungsanspruch ausfüllen könnte. Höcke selbst zeigte sich nicht abgeneigt: "Man soll in der Politik niemals nie sagen, aber als Vorsitzender der mit Abstand stärksten Kraft im Freistaat ist es mein Ziel, im nächsten Jahr Thüringer Ministerpräsident zu werden." (cw/AFP/dpa)

Wöchentliche Umfrage

» Wanderst du aus, wenn die AfD den*die Bundeskanzler*in stellt?
    Ergebnis der Umfrage vom 26.06.2023 bis 03.07.2023
-w-

#1 nichtbinärePersonAnonym
  • 26.06.2023, 06:41h
  • Sehen wir uns doch mal die Gegenprobe an. Offenbar macht 39% der Befragten eine AfD-Regierungsbeteiligung KEINE Angst; 41% halten sie NICHT für eine rechtsextreme Partei.
    54% glauben NICHT, dass eine AfD-Regierungsbeteiligung negative Auswirkungen auf Deutschland hätte.

    Diese Zahlen erschrecken mich fast noch mehr.

    Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken des Auswanderns befasst, musste allerdings bei der zu diesem Artikel gehörenden Umfrage mit "Ich würde gerne, leider kann ich nicht so einfach weg" antworten.
    Ich hätte höchstens eine Chance auf politisches Asyl - doch welches Land würde Deutschland schon als Verfolgerstaat einstufen und queere Deutsche als politisch verfolgt anerkennen?
    Meine Chancen wären also de facto gleich null - zumal ich eine Auswanderung mit Asylverfahren auf Grund meines Gesundheitszustandes wahrscheinlich ohnehin nicht überleben würde.

    Also bleibt nur, mit dem Horrorszenario zu rechnen und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass die Menschen in Deutschland im letztmöglichen Moment noch zur Vernunft kommen.

    Sonst rechne ich wirklich mit dem Allerschlimmsten.
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#2 mesonightAnonym
  • 26.06.2023, 06:42h
  • Auswandern muss man sich erst einmal leisten können, außerdem ist das immer schnell gesagt. Fakt ist, dass sich mit Sicherheit in einigen Jahren die Union öffnen wird, was anderes bleibt ihr nicht übrig, früher wurden die grünen auch nur belächelt und heute? Aus Protest kann man auch eine kleine Partei wählen, da ist die Auswahl ja groß.
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#3 elimAnonym
  • 26.06.2023, 06:58h
  • Das Problem ist halt die Natur unserer queeren Minderheiten: Religionsgruppen und Ethnien sind raus wenn sie ausgewandert sind. Unsereins wächst vor Ort nach und hat dann immer weniger Chancen, solchen Systemen zu entkommen.

    Wir müssen alles tun, damit es nicht so weit kommt.
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