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Bundesliga
Trotz Fanprotesten: BVB wohl vor Verpflichtung von Felix Nmecha
Der Wolfsburg-Profi hatte mehrfach queerfeindliche Botschaften in sozialen Netzwerken geteilt.

War die BVB-Aktion gegen Homophobie im Jahr 2017 (queer.de berichtete) nur ein unverbindliches Lippenbekenntnis?
- 26. Juni 2023, 12:41h 3 Min.
Im Bestreben um die Verpflichtung von Felix Nmecha haben Verantwortliche von Borussia Dortmund nach dem Widerstand von Fans Medien zufolge am Wochenende das Gespräch mit dem Mittelfeldspieler gesucht. Einige Anhänger des BVB hatten sich gegen den Transfer ausgesprochen, weil der Wolfsburger in sozialen Medien Inhalte geteilt hatte, die als homo- und transfeindlich kritisiert wurden. Dies ist nach Meinung von Fans nicht mit den Grundwerten des BVB vereinbar. Den Medienberichten zufolge bewertete die Vereinführung das Gespräch allerdings positiv.
/ dxsrxxt | Meldungen zum Ausgang des Gesprächs zwischen BVB und Spieler wurden in sozialen Netzwerken mit Spott aufgenommenWäre ja gerne bei dem Gespräch dabei gewesen.
System:relevant? (@dxsrxxt) June 26, 2023
"Felix, hast du was gegen Homosexuelle oder Transpersonen?" "Naja...also...ähm...nunja...öh..."
"Spitze, er hat nicht Ja gesagt, also alles töfte" #Nmecha pic.twitter.com/LXEjwQPOhW
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Nmecha hatte im Februar für Aufregung gesorgt, als er ein transphobes Video eines amerikanischen Rechtsextremisten teilte (queer.de berichtete). Später bedauerte er das Teilen des Videos teilweise (queer.de berichtete). Trotz der "Entschuldigung" teilte Nmecha Anfang Juni zum Start des Pride-Monats einen weiteren queerfeindlichen Eintrag, dieses Mal vom christlich-queerfeindlichen Instagram-Konto "reformedbychrist". Darin wurde der Pride mit dem Teufel gleichgesetzt (queer.de berichtete). Nmecha hatte zuletzt Mitte Juni via Instagram erklärt, dass er alle Menschen liebe und niemanden diskriminiere.
Das Fanmedium schwatzgelb.de sprach danach von einer "Nonpology" und einem "faulen Ei im Netz": "Sollte der BVB nun wirklich eine solche Person ins Boot holen, wäre das ein Schlag ins Gesicht für all die Borussen und Borussinnen, die seit vielen Jahren im Namen des Vereins ihr Herzblut in den Kampf für mehr Akzeptanz und Gleichberechtigung stecken".
Werte verhandelbar wie Ablösesumme?
Dortmunder Anhänger hatten ein Banner vor der Geschäftsstelle gegen die Verpflichtung Nmechas aufgehängt: "Null Toleranz für Intoleranz. Werte sind nicht verhandelbar." Übereinstimmenden Medienberichten zufolge konnte der Profi die BVB-Delegation mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Präsident Reinhold Lunow bei dem Gespräch am Wochenende davon überzeugen, dass er den Grundwertekodex des Clubs unterstütze. Der BVB kommentierte die Spekulationen um einen möglichen Transfer nicht.
/ DLF_SportDen Berichten zufolge soll Nmecha der Klubführung glaubhaft vermittelt haben, hinter dem Grundwertekodex des Klubs zu stehen (Vielfalt, Offenheit, keine Diskriminierung). Vor der Geschäftsstelle hing heute ein Plakat: "Keine Toleranz der Intoleranz!"https://t.co/CkL8mLqNi4
Deutschlandfunk Sport (@DLF_Sport) June 26, 2023
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Einem Wechsel dürfte daher nichts mehr im Wege stehen. Allerdings müssen die Dortmunder für den 22-Jährigen wohl zwischen 25 und 30 Millionen Euro Ablöse zahlen. Nmecha steht in Wolfsburg noch bis zum 30. Juni 2025 unter Vertrag und gilt als Nachfolger für den zu Real Madrid gewechselten Jude Bellingham.
Mitte Juni hatte auch der DFB angekündigt, das Gespräch mit dem – bislang einmal eingesetzten – Nationalspieler zu suchen (queer.de berichtete). Rechte Medien und Parteien hatten das wiederum skandalisiert. Die AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag veröffentlichte etwa ein Sharepic über eine "woke Gesinnungsprüfung beim DFB", "linke Ideologie" und "Sprechverbote". Die Partei wünschte dem "bekennenden Christ" in seiner "Kritik" an "Transpropaganda" die "Kraft, standhaft zu bleiben".

Im Grundwertekodes des BVB steht unter anderem: "Wir werden uns stets für das gesellschaftliche Gelingen ein setzen. Darunter verstehen wir ein Vereinsleben und eine Gesellschaft ohne Rassismus, Antisemitismus, LSBTI+-Feindlichkeit, Sexismus, Gewalt und Diskriminierung." (dpa/cw)















Und hier sehen wir wieder, dass diese Beteuerungen und angeblichen Wertekodexe der Bundesligavereine oder vom DFB nicht das Papier wert sind auf dem sie drinstehen. Kein Wunder, dass schwule/bisexuelle/pansexuelle Outings in der Männer-Bundesliga auf sich warten lassen. Wir reden hier auch nicht "bloß" von einem religiös Konservativen für den das Thema LGBTIQ+ "schwierig" sei, sondern einen evangelikalen offenen Unterstützer von Faschisten wie AFD und Matt Walsh.