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USA

Angriff auf "Club Q": Schuldbekenntnis vor Gericht

Nach den tödlichen Schüssen auf den queeren Club in Colorado hat sich Anderson Lee Aldrich zu fünf Morden, 45 versuchten Morden und Hassverbrechen schuldig bekannt.


Der "Club Q" Tage nach der Tat (Bild: Club Q Colorado Springs / facebook)

Sieben Monate nach dem tödlichen Schuss-Angriff auf Personen im queeren "Club Q" in Colorado Springs im US-Bundesstaat Colorado hat sich die verdächtige Person am Montag vor Gericht schuldig bekannt. Anderson Lee Aldrich, heute 23 Jahre alt, hatte den Club im November mit einem Sturmgewehr und einer Handfeuerwaffe betreten und sofort das Feuer eröffnet. Zwei Besucher konnten Aldrich während der Attacke stoppen, bei der fünf Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt wurden (queer.de berichtete).

Wie US-Medien übereinstimmend aus dem Gerichtssaal in Colorado Springs berichteten, bekannte sich Aldrich am Montag in fünf Fällen des Mordes, in 46 Fällen des versuchten Mordes und in zwei Fällen eines auf Vorurteilen basierenden Hassverbrechens schuldig. Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft zunächst 305 Anklagepunkte aufgeführt. Das Schuldbekenntnis dürfte den Angehörigen nun einen langen und möglicherweise schmerzvollen Prozess ersparen.


Mugshot von Anderson Lee Aldrich von kurz nach der Tat (Bild: Colorado Spings Police Department)

Gemäß der mit der Staatsanwaltschaft getroffenen Vereinbarung drohen Aldrich allein wegen Mordes nun mehrere lebenslange Haftstrafen, die aufaddiert werden. Das Strafmaß wird noch vom Gericht bestimmt. Colorado hatte 2020 die Todesstrafe abgeschafft.

Die Verteidigung hatte angegeben, dass sich Aldrich als nicht-binär identifiziere und im Englischen das Pronomen "they" bevorzuge. Medienberichten zufolge hatten Nachbar*innen angegeben, dass sich Aldrich häufig queerfeindlich geäußert habe und von Familienmitgliedern mit männlichen Pronomen angesprochen wurde.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP hatte Aldrich angegeben, nicht zu wissen, was der Antrieb für die Tat gewiesen sei. Aldrich habe nach eigenen Angaben allerdings zu jener Zeit Drogen, darunter Steroide, konsumiert. Angehörige der Todesopfer, zwei Barkeeper im Alter von 28 und 38 Jahren und drei Besucher*innen zwischen 22 und 40 Jahren, wiesen die Darstellung zurück: Die Tat sei klar vorab geplant gewesen und kalkuliert ausgeführt worden.

/ GovofCO | Colorados Gouverneur Jarid Polis teilte nach der Tat Fotos der fünf Todesopfer: "Wir erinnern uns an sie und tragen sie in unseren Herzen."
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In gerichtlichen Anhörungen hatte die Polizei angegeben, Aldrich habe einen Livestream der Tat geplant und in den Stunden davor vier Videos aufgenommen. Auf einer Webseite habe die angeklagte Person ein Neonazi-Video zum Training von Massen-Schussangriffen verbreitet. Auch habe Aldrich ein Bild gepostet mit einem Gay Pride im Waffenvisier oder zuhause zum Schusstrainig die von einem Regenbogen umgebene Silhouette des Kopfes einer Person genutzt. (dpa/cw)


Update 20.45h: Gericht verhängt lebenslänglich

Nach US-Medienberichten hat das Gericht Aldrich gemäß der Abmachung mit der Staatsanwaltschaft zu einer lebenslänglichen Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Entlassung verurteilt. Das ist das höchste Strafmaß in Staaten ohne Todesstrafe. Konkret erhielt er fünf Mal lebenslänglich wegen Mordes sowie mehr als 2200 Jahre Haft wegen versuchten Mordes. Laut dpa steht noch eine mögliche Todesstrafe im Raum, die auf Bundesebene verhängt werden könnte. Eine entsprechende behördliche Untersuchung sei eingeleitet worden.

-w-

#1 nameswatchAnonym
  • 26.06.2023, 20:28h
  • Man sollte die Namen von Tätern nicht verbreiten. Es verschafft ihnen Ruhm, der ihnen nicht zusteht.
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#2 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 26.06.2023, 21:30h
  • Antwort auf #1 von nameswatch
  • Weiss ich nicht. Wenn man sich auf jemanden näher einlässt oder jemanden anstellt, dann möchte man doch schon wissen, mit wem man es zu tun hat. Bei guten Jobs ist es nunmal üblich das geprüft wird ob jemand Vorstrafen hat. Mit solchen ist das Leben halt schon ziemlich verpfuscht.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 27.06.2023, 00:40h
  • Antwort auf #1 von nameswatch
  • Sehr gute Idee. Durch die Berichterstattung mit voller Namensnennung erh´ält er eine psychologische Aufwertung seiner Person. (Heimliche) Fans von ihm sehen in ihm einen Helden. "Der Mörder von XYZ .." ist für ihn ausreichend.
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