https://queer.de/?46086
Sachsen-Anhalt
CSD Wernigerode: Teilnehmerin mit stinkender Flüssigkeit beworfen
Beim ersten CSD Harz kam es am Samstag zu mehreren Vorfällen.

Bis zu 1.000 Menschen nahmen an dem CSD teil (Bild: Screenshot Queer4mat)
- 27. Juni 2023, 16:17h 2 Min.
Rund 1.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Samstag am ersten CSD Harz teilgenommen, unter dem Motto "Liebe ist für alle da – bunt durch den Harz" zogen sie in in der Pride-Demo durch die Innenstadt von Wernigerode zum Abschlussfest mit Bühnenprogramm und Ständen auf dem Marktplatz.
Wie das Youtube-Format Queer4mat vor Ort in seinem Video zum Pride festhielt, kam es zu mehreren Vorfällen. So berichtete eine Teilnehmerin, plötzlich bei der Demo festgestellt zu haben, dass etwas nass in ihrem Nacken gewesen sei und es plötzlich nach "Hundescheiße und Pisse" gestunken habe. "Und dann hat jemand hinten gesagt: Ja, da hat jemand Pisse aus dem Fenster gekippt." Sie habe das alles auf den Kopf, Rücken und Rucksack bekommen, durch eine Baseballkappe aber nicht ins Gesicht. Durch hilfsbereite Leute habe sie unter anderem ein anderes T-Shirt bekommen.
Gemäß einigen späteren Kommentaren bei Youtube und in sozialen Netzwerken könnten sogar mehrere Personen mit der stinkenden Flüssigkeit beworfen worden sein. Das geschah offenbar aus einem Auto heraus, dessen Kennzeichen der Polizei gemeldet worden sei. Bei der Flüssigkeit könnte es sich um Gülle gehandelt haben.
In dem Queer4mat-Video erklärte Polizeikommissar Sebastian Fabich während des CSD, es habe "drei Störungen" während des Verlaufs gegeben, zu denen man nach den jeweiligen Strafanzeigen ermittele. Falko Jentsch vom CSD-Organisationsteam sprach in dem Video von einzelnen Personen, die gepöbelt oder Sachen geworfen hätten.
Bereits am Samstagmorgen seien auf dem Marktplatz überall rechte Aufkleber entdeckt worden, sagte Jentsch der "Volksstimme". Im Vorfeld hatte es unter anderem einen anonymen Brief mit Drohungen gegen einen der Organisatoren, "eine falsche Absage der Veranstaltung im Internet und Aufrufe zum Eierwerfen auf die Teilnehmer des Umzugs" gegeben, so die Zeitung.
/ RobinLuge | Einer der Organisatoren des CSD berichtete im Mai bei Twitter von den Bedrohungen im VorfeldSeit Beginn der Planungen gibt es Drohungen gegen den #CSDHarz in #Wernigerode, der am 24. Juni stattfinden wird. Dass jetzt aber einige Leute öffentlich über Instagram dazu aufrufen, Teilnehmende anzugreifen, ist eine neue Qualität. Die bunte Stadt am Harz hat braune Flecken. pic.twitter.com/M1Y4ki18Fw
Robin Luge (@RobinLuge) May 24, 2023
|
Insgesamt sei er dennoch "wirklich sehr zufrieden", so Jentsch: "Es war ein sehr schöner, warmer, ereignisreicher Tag." Positiv habe ihn auch gestimmt, dass zur CSD-Premiere am Rathaus die Regenbogenflagge wehte. Ob es einen zweiten CSD geben werde, ließ der 37-jährige Magdeburger offen. Ein solcher Pride sei eine große Kraftanstrengung. Zugleich habe es bereits Angebote zur Unterstützung gegeben. (cw)
















Vor > 30 Jahren bin ich nach corrective rape aus der Gegend geflüchtet. Eure Solidarität tut gut. Andererseits erschreckend, dass diese Typen (oder deren Kinder?) noch immer nichts begriffen haben.
Der OB von Wernigerode ist Tourismusfachwirt! Lasst die bunte Stadt am Harz endlich bunt werden!