Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?46089

Unterfranken

"AfD in den Arsch treten": Aufruf zu Straftaten beim CSD Würzburg?

Die Polizei ermittelt gegen einen Pupplayer, der am vergangenen Wochenende beim CSD Würzburg zum gewaltsamen Widerstand gegen eine AfD-Kundgebung aufgerufen hat. Gegenüber der "Main-Post' bedauerte er seine Wortwahl.


Die Demonstration der AfD zum zweiten Jahrestag der tödlichen Messerattacke eines psychisch kranken Mannes in Würzburg konnte mit friedlichen Mitteln empfindlich gestört werden (Bild: IMAGO / HMB-Media)
  • 28. Juni 2023, 06:52h 14 3 Min.

Die Würzburger Kriminalpolizei ermittelt gegen einen Pupplayer, der am vergangenen Samstag beim CSD Würzburg zum Widerstand gegen eine AfD-Kundgebung mit dem rechtsextremen Thüringer Parteichef Björn Höcke aufgerufen hat. Es bestehe der Anfangsverdacht zur öffentlichen Aufforderung zu Straftaten (Paragraf 111 im Strafgesetzbuch), erklärte Polizeisprecher Philipp Hümmer gegenüber der Regionalzeitung "Main-Post" (Bezahlartikel).

Der Pupplayer war in voller Montur auf der CSD-Bühne interviewt worden. Nachdem er zunächst für Akzeptanz für die Fetischcommunity warb, rief er anschließend zur Teilnahme am Gegenprotest gegen eine AfD-Kundgebung auf. "Morgen, 13 Uhr, übrigens, AfD in den Arsch treten, mit'm Fuß, Hand, mit Kopf, was auch immer", sagte der Mann, der eine Hundemaske trug. "Nehmt eure Mittel mit. Schraubt hier die Box ab und nehmt sie mit, schmeißt sie den AfD'lern ins Gesicht, kein Problem. Also, ihr habt die Möglichkeiten, hier sind genug Sachen – einfach mitnehmen!"

Ein Video des Redebeitrags wurde vielfach auf Twitter geteilt. Rechte User*­innen machten damit auch Stimmung gegen queere Menschen und insbesondere die Fetischszene.


Screenshot aus dem Video, das der "Junge Freiheit"-Autor Julian Marius Plutz auf Twitter veröffentlichte

CSD Würzburg distanziert sich von Redebeitrag

Gegenüber der "Main-Post" verurteilten die CSD-Veranstalter*­innen den Auftritt des Pupplayers: "Der Queer Pride Würzburg e.V. distanziert sich von jeglichen Gewalttaten und Aufrufen zu diesen", zitiert die Zeitung aus einer Stellungnahme des Vereins. Das sei auch im Anschluss von der Moderatorin ausdrücklich gesagt, in dem Twitter-Video jedoch herausgeschnitten worden.

Die CSD-Organisator*­innen wiesen zudem darauf hin, dass es sich um einen persönlichen Redebeitrag des Interviewten und dessen Meinungsäußerung handele, die in keinem Zusammenhang mit den Wertevorstellungen und Leitlinien des Queer Pride Würzburg stünden.

Pupplayer: "Gewalt ist keine Lösung"

Gegenüber der "Main-Post" meldete sich auch der Pupplayer zu Wort – und bedauerte seine Wortwahl: "Was am Wochenende passiert ist, hätte nicht geschehen dürfen." Aus Emotionen heraus habe er die falschen Worte gewählt, die nicht seiner Einstellung entsprächen. "Gewalt ist keine Lösung. Wir brauchen Dialoge und müssen Gesetze achten", so der Hundemaskenträger in einer E-Mail an die Redaktion. Er hoffe, dass aufgrund seiner Aussagen niemand zu Schaden gekommen oder gewalttätig geworden sei.

Höcke konnte seine geplante Rede nicht halten

Die Demonstration der AfD am Sonntag zum zweiten Jahrestag der tödlichen Messerattacke eines psychisch kranken Mannes konnte mit friedlichen Mitteln empfindlich gestört werden. Die etwa 70 Versammlungsteilnehmer*innen der AfD trafen nach Angaben der Polizei "auf starken Gegenprotest, welcher mit lautstarkem Rufen und Trillerpfeifen seinen Unmut über die Versammlung kundgab".

Laut Medienberichten konnte Björn Höcke aufgrund des Lärms seine geplante Rede nicht halten. Rund 250 Gegendemonstrant*innen verhinderten zudem mit einer Sitzblockade den rechten Aufmarsch. Die AfD-Kundgebung wurde vorzeitig abgebrochen.

Insgesamt demonstrierten rund 1.200 Menschen gemeinsam mit dem Bündnis "Würzburg ist bunt" gegen die Rechtsaußenpartei. (mize)

-w-

#1 Pride
  • 28.06.2023, 10:29h...
  • Also, das ist aus nachvollziehbarer emotionaler Betroffenheit heraus gesagt worden. Zum nächsten Tag hatten sich Nqzis angesagt. Die Aussagen wurden gleich auf der Bühne korrigiert. Und der Betroffene hat dies auch gleich gegenüber der Zeitung getan. Er hat den Hergang seiner Aussagen auch so begründet und als irrlichtern rechtsstaatlich nicht so stehen gelassen. Auch in der Gegendemo wurde das selbstverständlich so verstehend nichts dergleichen aufgenommen und in die Tat umgesetzt. Es konnte wegen seiner Widersinnigkeit kein Aufruf zu einer Gewaltat mit irgendeiner Wirksamkeit werden. Und darauf kommt es an. Die Polizei kann und muß ihrer Ermittlungen einstellen. Denn die Äusserungrn werden in ihrem Zusammenhang auch für Gerichte keine strafrechtliche Relevanz haben.
  • Direktlink »
#2 KarlAnonym
  • 28.06.2023, 11:01h
  • Antwort auf #1 von Pride
  • Man kann nicht öffentlich deutlich zu Gewalt aufrufen und danach sagen "ich war erregt und meinte es nicht so"

    Wenn die AfD zum Niederbrennen eines Asylheimes aufruft und später ähnliche Ausreden sucht, dann kann dem auch nicht verziehen werden

    Noch sind wir ein demokratischer Rechtsstaat, Gewalt oder Gewaltandrohung kann nicht tolleriert werden
  • Direktlink »
#3 la_passanteAnonym
  • 28.06.2023, 12:04h
  • Und wieder einmal kann ich mich nur wundern, was Deutschland so für Sprachpolizeisorgen hat.
  • Direktlink »