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12 Anklagepunkte

Prozess gegen Kevin Spacey in London begonnen

Dem Hollywood-Star werden in dem Strafprozess sexuelle Übergriffe gegen vier Männer vorgeworfen.


Spacey im Film "Bilo jednom u Hrvatskoj" (Es war einmal in Kroatien, 2022)

  • 28. Juni 2023, 11:46h - 3 Min.

Kevin Spacey (63) stehen schicksalshafte Wochen bevor. Der US-Schauspieler ist am Mittwoch in London eingetroffen, um sich dort vor Gericht wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe zu verantworten. Im dunklen Anzug und im Beisein seiner Anwälte betrat der Oscarpreisträger am Mittwochmorgen den Southwark Crown Court, wo der rund vierwöchige Prozess begonnen hat.

Spacey werden in zwölf Anklagepunkten teils schwere sexuelle Übergriffe gegen mehrere Männer vorgeworfen. Im Juli 2022 hatte sich der Schauspieler vor dem Londoner Gericht Old Bailey in fünf Anklagepunkten für nicht schuldig erklärt (queer.de berichtete). Dabei geht es unter anderem um den Vorwurf "sexual assault" gegenüber insgesamt drei Männern zwischen 2005 und 2013. Im Januar hatte er vor dem Southwark Crown Court zu sieben weiteren Anklagepunkten zu sexuellen Belästigungen, sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung auf nicht schuldig plädiert, die sich auf die Vorwürfe eines Mannes und den Zeitraum 2001 bis 2005 beziehen (queer.de berichtete).

/ SkyNews

Der Prozess beginnt mit Darstellung des Falles durch die Staatsanwaltschaft an die zwölf Jurymitglieder, bevor die Verteidigung zum Zug kommt. Die Sitzungen werden nicht übertragen und die Identität der vier Spacey beschuldigenden Männer bleibt geschützt. Im Falle eines Schuldspruches legt das Gericht das Strafmaß fest, ihm drohen je nach Anklagepunkt Haftstrafen bis zu lebenslänglich.

Spacey erwartet Freispruch

Zuletzt zeigte sich der "American Beauty"-Star im Gespräch mit dem "Zeit Magazin" optimistisch, vor Gericht seine Unschuld zu beweisen und freigesprochen zu werden (queer.de berichtete). Eine vorgerichtliche Überprüfung fand bereits im April per Videoschalte mit Spacey statt.

In einem anderen, zivilrechtlichen Verfahren in den USA konnte der Schauspieler im Oktober 2022 einen juristischen Sieg erringen. Sein Schauspielkollege Anthony Rapp (51) hatte ihm vorgeworfen, ihn im Jahr 1986, als Rapp 14 Jahre alt war, sexuell belästigt zu haben. Die Jury in New York befand Spacey für nicht schuldig (queer.de berichtete). Rapp hatte im Jahr 2017 als erster im Zuge der "MeToo"-Debatte Anschuldigungen gegen Spacey erhoben, die dieser in einer Verknüpfung mit seinem Coming-out zurückwies (queer.de berichtete). Danach hatte es in Medienberichten diverse Berichte über Übergriffe durch Spacey in den USA oder auch aus seiner Zeit als künstlerischer Direktor am Theater Old Vic in London gegeben.

Schauspieler glaubt an Comeback

Für Spacey sei sein Schauspiel-Comeback lediglich eine Frage der Zeit. "Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen fürchten, dass sie gecancelt werden, wenn sie mich unterstützen", so Spacey im "Zeit Magazin"-Interview weiter, und fügte hinzu: "Aber sobald ich in London freigesprochen werde, werden mir bestimmte Leute wieder Rollen anbieten. Noch in derselben Minute!" Er selbst sei für eine Rückkehr vor die Kamera oder auf die Bühne bereit.

Spacey, der für sein Spiel in "American Beauty" (1999) und "Die üblichen Verdächtigen (1995) jeweils einen Oscar erhalten hatte, war in den vergangenen Jahren lediglich an einigen kleineren Filmproduktionen beteiligt. So trat er in den zwei Langfilmen "Billionaire Boys Club" (2018) und "L'uomo che disegnò Dio" (2022) auf und ergatterte eine Sprechrolle in dem Independent-Thriller "Control". (spot)