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Ontario

Kanada: Messer-Angriff auf Teilnehmende von Gender-Studies-Kurs

Drei Personen wurden bei dem laut Polizei gezielten Hassverbrechen an der Universität Waterloo verletzt.


Teilnehmende einer Soli- und Protestkundgebung am Donnerstag (Bild: IMAGO / ZUMA Press)

An der Universität Waterloo in der kanadischen Provinz Ontario ist es am Mittwochnachmittag (Ortszeit) während eines Philosophieseminars zu Gender Studies zu einem Messer-Angriff gekommen. Dabei wurden die 38-jährige Professorin, eine 20-jährige Studentin und ein 19-jähriger Student schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Der vor Ort festgenommene verdächtige Einzeltäter, ein aus Ecuador stammender Student an der Universität rund 100 Kilometer südwestlich von Toronto, der vor wenigen Wochen seinen Abschluss gemacht hatte, habe einen "geplanten und gezielten Angriff" in einem "sinnlosen Akt des Hasses" durchgeführt, sagte der regionale Polizeichef Mark Crowell am Donnerstag.

Der nicht vorbestrafte 24-Jährige wurde zunächst in drei Fällen von schwerer Körper­ver­letzung, in vier Fällen eines Angriffs mit einer Waffe und in zwei Fällen des Besitzes einer Waffe zu einem gefährlichen Zweck angeklagt. "Dies war ein durch Hass motivierter Vorfall, der mit Geschlechtsausdruck und Geschlechts­identität zu tun hatte", so Crowell. "Es ist traurig und beunruhigend, dass dieser Vorfall während des Pride-Monats passiert ist." Ein weiterer Anklagepunkt gegen den Mann betrifft einen seperaten Vorfall um das Zerreißen einer Regenbogen­flagge.

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Professorin offenbar gezielt angegriffen

Laut Polizei befanden sich rund 40 Student*innen in dem Raum, als ihn der Angreifer betrat, mit der Professorin sprach und dann unvermittelt mit zwei langen Messern auf sie einstach. Laut einer Zeugenaussage habe der Angreifer die 38-Jährige nur gefragt, ob sie die Professorin sei.

Einige Student*innen wären der Professorin zu Hilfe geeilt, während andere versucht hätten, zu fliehen. Der Angreifer habe versucht, insgesamt drei Student*innen mit den Messern anzugreifen, eine dritte Person blieb aber unverletzt. "Der Beschuldigte wurde von der Polizei im Gebäude ausfindig gemacht und festgenommen", so Crowell. Das Alarmsystem der Uni reagierte erst Stunden nach der Tat.

In dem Raum fand die gemeinsame Reihe "Gender Issues" der Kurse Philosophie und "Gender and Social Justice" statt. In den von Katy Fulfer geleiteten Seminaren werde etwa "die Konstruktion von Geschlecht in der Geschichte der Philosophie anhand zeitgenössischer Diskussionen untersucht", heißt es auf der Uni-Webseite. Fulfer, die die Pronomen "she/her" und "they/them" nutzt, zählt feministische Ethik, Tier- und Umweltethik, Bioethik und die Philosophie von Hannah Arendt zu ihren Schwerpunkten. Zu den weiteren angegriffenen Personen wurden zunächst keine Details bekannt.

Trudeau nennt Tat "absolut verabscheuenswürdig"

"Gestern wurden die Professorin Katy Fulfer und zwei Studenten ihres Gender Studies-Kurses angegriffen, weil sie sich mit Gesellschaft und Geschlecht befassten", schrieb Uni-Präsident Vivek Goel bei Twitter. "Dass dieser hasserfüllte Angriff aufgrund des Geschlechtsausdrucks und der Geschlechtsidentität am Ende des Pride-Monats stattfand, ist noch schmerzhafter. Unsere Welt ist zunehmend polarisiert und es gibt diejenigen, die versuchen, die 2SLGBTQIA+-Community einzuschüchtern. Sie wollen, dass wir Angst haben – Angst zu lernen, Angst, uns mitzuteilen, Angst, unsere Wahrheiten zu sagen. Wir werden uns davon nicht davon abhalten lassen, unsere Werte der Inklusion und Offenheit zu verkünden."

/ UWaterlooPres
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An einer Solidaritätskundgebung hatten am Donnerstag hunderte Student*innen teilgenommen. Er werde die Pride- und Two-Spirit-Flaggen bis Ende Juli hängen lassen, betonte der Rektor. "Lasst diese Flaggen eine sichtbare Erinnerung daran sein, dass ihr geliebt werdet und dass ihr alle hierher gehört – ganz gleich, wer ihr seid. Wir passen hier aufeinander auf und unterstützen uns gegenseitig, vor allem wenn wir den Schock und das Trauma von hassmotivierter Gewalt überwinden müssen (…) Was wir alle jetzt als Reaktion auf einen durch Hass motivierten Angriff tun, wird weltweit Auswirkungen haben. Es ist so wichtig, dass wir uns einig sind, dass wir unsere Werte hochhalten, dass wir einander lieben und dass wir uns für Veränderungen einsetzen."

"Die Tatsache, dass die Messerstecherei an der Universität von Waterloo durch Hass motiviert war, ist absolut verachtenswert", schrieb Kanadas Premierminister Justin Trudeau in einem Tweet. "Ich verurteile diese abscheuliche Tat aufs Schärfste. Sie ist eine weitere Erinnerung daran, dass wir frauenfeindliche, gegen 2SLGBTQI+ gerichtete Rhetorik niemals eskalieren lassen dürfen – denn diese Worte haben reale Konsequenzen." Seine Gedanken seien bei den angegriffenen Personen, hatte er in einem ersten Tweet geschrieben, in dem er die Attacke verurteilte.

/ JustinTrudeau
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"Ich bete für die Genesung der Opfer und für alle, die von dieser schrecklichen Tragödie betroffen sind", schrieb Doug Ford, der Premierminister von Ontario. "Die Person, die für diese Anschläge verantwortlich ist, sollte für immer hinter Gitter gebracht werden." (nb)

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#1 hugoAnonym
  • 30.06.2023, 11:30h
  • Als Überzeugungstäter gehört der zu lebenslänglich wegen versuchten Mehfachmord zu lenebslänglich verurteilt und eine snschließende Sicherungsverwahrung anzuordnen, da mit Wiederholung zu rechnen ist!
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#2 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 30.06.2023, 13:45h
  • Antwort auf #1 von hugo
  • Im Text steht, der Täter stamme aus Ecuador.

    Meines Wissens verfährt Kanada viel strenger mit straffällig gewordenen Ausländern als dies EU-Staaten dürfen.

    Falls der nicht mittlerweile Kanadier ist, wird der womöglich, abhängig vom Aufenthaltsstatus einfach ausgeschafft.

    Hoffe jedoch dass er in jedem Fall vorher tatsächlich eine Strafe erhält, die diesen Namen verdient.
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#3 GayofcultureAnonym
  • 01.07.2023, 05:46h
  • Merkwürdig ist einiges hier: so ist Kanada eigentlich nicht so bekannt, dass dort häufig sowas passiert. Dann schon eher beim Nachbarn im Süden. Dann eine Professorin, die sich neben Tierforschung und Feminismus mit Hannah Arendt beschäftigt, lässt die Frage offen, ob sie ggf. Jüdin ist und es ein eigentlich judenfeindlicher Angriff war? So bedeutend Arendt für die Philosophie des 20. Jahrhunderts auch war, spielt sie heute kaum mehr eine Rolle, außer mit ihrer Totalitarismus-Theorie. Dann der Täter: Latinos sind in Nordamerika eher Opfer denn Täter. Das ist schon ungewöhnlich. Soweit ich weiß, ist die Republik Ecuador recht offen, was LGBTQI-Fragen angeht und ich meine, dass Rafael Correa- der frühere Präsident- sogar mit der Ehe für alle geliebäugelt hätte? Da bitte ich aber drum, wenn jemand mehr weiß, dass er das dann hier sagt. Wohlmöglich ist er als Einwandererkind in Kanada geboren worden und dann in konservative Kreise geraten, die ihn manipulierten.

    Wie dem auch sei, gute Besserung der Frau Professorin und den beiden Studenten und Kanada hat in meinen Augen gut reagiert. Wer weiß, was in den USA in so einem Fall passiert wäre?
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