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Ontario
Kanada: Messer-Angriff auf Teilnehmende von Gender-Studies-Kurs
Drei Personen wurden bei dem laut Polizei gezielten Hassverbrechen an der Universität Waterloo verletzt.

Teilnehmende einer Soli- und Protestkundgebung am Donnerstag (Bild: IMAGO / ZUMA Press)
- 30. Juni 2023, 07:59h 4 Min.
An der Universität Waterloo in der kanadischen Provinz Ontario ist es am Mittwochnachmittag (Ortszeit) während eines Philosophieseminars zu Gender Studies zu einem Messer-Angriff gekommen. Dabei wurden die 38-jährige Professorin, eine 20-jährige Studentin und ein 19-jähriger Student schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Der vor Ort festgenommene verdächtige Einzeltäter, ein aus Ecuador stammender Student an der Universität rund 100 Kilometer südwestlich von Toronto, der vor wenigen Wochen seinen Abschluss gemacht hatte, habe einen "geplanten und gezielten Angriff" in einem "sinnlosen Akt des Hasses" durchgeführt, sagte der regionale Polizeichef Mark Crowell am Donnerstag.
Der nicht vorbestrafte 24-Jährige wurde zunächst in drei Fällen von schwerer Körperverletzung, in vier Fällen eines Angriffs mit einer Waffe und in zwei Fällen des Besitzes einer Waffe zu einem gefährlichen Zweck angeklagt. "Dies war ein durch Hass motivierter Vorfall, der mit Geschlechtsausdruck und Geschlechtsidentität zu tun hatte", so Crowell. "Es ist traurig und beunruhigend, dass dieser Vorfall während des Pride-Monats passiert ist." Ein weiterer Anklagepunkt gegen den Mann betrifft einen seperaten Vorfall um das Zerreißen einer Regenbogenflagge.
Professorin offenbar gezielt angegriffen
Laut Polizei befanden sich rund 40 Student*innen in dem Raum, als ihn der Angreifer betrat, mit der Professorin sprach und dann unvermittelt mit zwei langen Messern auf sie einstach. Laut einer Zeugenaussage habe der Angreifer die 38-Jährige nur gefragt, ob sie die Professorin sei.
Einige Student*innen wären der Professorin zu Hilfe geeilt, während andere versucht hätten, zu fliehen. Der Angreifer habe versucht, insgesamt drei Student*innen mit den Messern anzugreifen, eine dritte Person blieb aber unverletzt. "Der Beschuldigte wurde von der Polizei im Gebäude ausfindig gemacht und festgenommen", so Crowell. Das Alarmsystem der Uni reagierte erst Stunden nach der Tat.
In dem Raum fand die gemeinsame Reihe "Gender Issues" der Kurse Philosophie und "Gender and Social Justice" statt. In den von Katy Fulfer geleiteten Seminaren werde etwa "die Konstruktion von Geschlecht in der Geschichte der Philosophie anhand zeitgenössischer Diskussionen untersucht", heißt es auf der Uni-Webseite. Fulfer, die die Pronomen "she/her" und "they/them" nutzt, zählt feministische Ethik, Tier- und Umweltethik, Bioethik und die Philosophie von Hannah Arendt zu ihren Schwerpunkten. Zu den weiteren angegriffenen Personen wurden zunächst keine Details bekannt.
Trudeau nennt Tat "absolut verabscheuenswürdig"
"Gestern wurden die Professorin Katy Fulfer und zwei Studenten ihres Gender Studies-Kurses angegriffen, weil sie sich mit Gesellschaft und Geschlecht befassten", schrieb Uni-Präsident Vivek Goel bei Twitter. "Dass dieser hasserfüllte Angriff aufgrund des Geschlechtsausdrucks und der Geschlechtsidentität am Ende des Pride-Monats stattfand, ist noch schmerzhafter. Unsere Welt ist zunehmend polarisiert und es gibt diejenigen, die versuchen, die 2SLGBTQIA+-Community einzuschüchtern. Sie wollen, dass wir Angst haben – Angst zu lernen, Angst, uns mitzuteilen, Angst, unsere Wahrheiten zu sagen. Wir werden uns davon nicht davon abhalten lassen, unsere Werte der Inklusion und Offenheit zu verkünden."
/ UWaterlooPresYesterday, Professor Katy Fulfer and two students in her Gender Studies course were attacked because they were exploring society and gender. That this hate-filled attack due to gender expression and identity happened at the end of Pride Month is even more painful. 1/6 pic.twitter.com/i1MgjAuHb3
Vivek Goel (@UWaterlooPres) June 29, 2023
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An einer Solidaritätskundgebung hatten am Donnerstag hunderte Student*innen teilgenommen. Er werde die Pride- und Two-Spirit-Flaggen bis Ende Juli hängen lassen, betonte der Rektor. "Lasst diese Flaggen eine sichtbare Erinnerung daran sein, dass ihr geliebt werdet und dass ihr alle hierher gehört – ganz gleich, wer ihr seid. Wir passen hier aufeinander auf und unterstützen uns gegenseitig, vor allem wenn wir den Schock und das Trauma von hassmotivierter Gewalt überwinden müssen (…) Was wir alle jetzt als Reaktion auf einen durch Hass motivierten Angriff tun, wird weltweit Auswirkungen haben. Es ist so wichtig, dass wir uns einig sind, dass wir unsere Werte hochhalten, dass wir einander lieben und dass wir uns für Veränderungen einsetzen."
"Die Tatsache, dass die Messerstecherei an der Universität von Waterloo durch Hass motiviert war, ist absolut verachtenswert", schrieb Kanadas Premierminister Justin Trudeau in einem Tweet. "Ich verurteile diese abscheuliche Tat aufs Schärfste. Sie ist eine weitere Erinnerung daran, dass wir frauenfeindliche, gegen 2SLGBTQI+ gerichtete Rhetorik niemals eskalieren lassen dürfen – denn diese Worte haben reale Konsequenzen." Seine Gedanken seien bei den angegriffenen Personen, hatte er in einem ersten Tweet geschrieben, in dem er die Attacke verurteilte.
/ JustinTrudeauThe fact that the stabbings at the University of Waterloo were hate-motivated is absolutely despicable. I strongly condemn this vile act. It is another reminder that we can never let misogynistic, anti-2SLGBTQI+ rhetoric escalate because these words have real-life consequences.
Justin Trudeau (@JustinTrudeau) June 29, 2023
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"Ich bete für die Genesung der Opfer und für alle, die von dieser schrecklichen Tragödie betroffen sind", schrieb Doug Ford, der Premierminister von Ontario. "Die Person, die für diese Anschläge verantwortlich ist, sollte für immer hinter Gitter gebracht werden." (nb)















