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Zweiter Verhandlungstag
Prozess in London: Kevin Spacey als "sexuellen Bully" bezeichnet
In Eröffnungsstatement erhebt die Anklage schwere Vorwürfe gegen den Schauspieler. Seine Methode sei es, "andere Männer aggressiv in den Schritt zu packen".

Spacey in seiner letzten großen Rolle in der Netflix-Serie "House of Cards" (Bild: Netflix)
- 30. Juni 2023, 16:59h - 2 Min.
Im Prozess gegen Kevin Spacey wegen sexueller Übergriffe hat die Anklägerin schwere Vorwürfe gegen den US-Filmstar erhoben. Der 63-Jährige sei ein preisgekrönter Darsteller, sagte Staatsanwältin Christine Agnew am zweiten Prozesstag vor dem Londoner Gericht. "Er ist außerdem, so behauptet die Anklage, ein Mann, der andere Männer sexuell belästigt."
Agnew ergänzte laut übereinstimmenden Medienberichten aus dem Southwark Crown Court, aus dem es keine Übertragung gibt: "Ein Mann, der persönliche Grenzen oder Räume nicht respektiert, ein Mann, dem es offenbar Spaß macht, anderen das Gefühl zu geben, machtlos und unbehaglich zu sein, ein sexueller Bully." Der englische Begriff "Bullying" wird für machtvolles Ausüben von Mobbing, Schikanen genutzt. Spaceys "bevorzugte Angriffsmethode" sei offenbar, "andere Männer aggressiv in den Schritt zu packen".
Dem Oscar-Gewinner ("American Beauty", "Die üblichen Verdächtigen") werden in dem Prozess in zwölf Fällen teils schwere sexuelle Übergriffe gegen insgesamt vier Männer vorgeworfen, die zur Zeit der jeweiligen vorgeworfenen Taten in ihren Zwanzigern oder Anfang 30 waren. Der Darsteller aus "House of Cards" streitet die Vorwürfe in vollem Umfang ab und will den auf vier Wochen angesetzten Prozess dazu nutzen, seinen Namen reinzuwaschen. Sollte er jedoch schuldig gesprochen werden, könnte ihm eine Haftstrafe drohen.
Ruhm ausgenutzt
Die Vorwürfe reichen von sexueller Belästigung über sexuellen Übergriff ("assault") bis hin zu Nötigung zum Geschlechtsverkehr. Sie sollen sich zwischen 2001 und 2013 in London und der Grafschaft Gloucestershire ereignet haben. Spacey war von 2004 bis 2015 künstlerischer Direktor am renommierten Londoner Theater Old Vic.
"Er nahm sich, was und wen er wollte, wann er wollte", sagte Agnew. Konkret schilderte die Anklägerin Taten gegen vier Männer, die sich nicht kennen würden – sie bleiben der Öffentlichkeit unbekannt. Spacey habe seinen Ruhm ausgenutzt und "Freude daran, anderen das Gefühl zu geben, sich machtlos und unwohl zu fühlen".
/ SkyNews | Der Sky-News-Bericht enthält näherere Details zu den Vorwürfen der vier MännerTwo-time Oscar winner Kevin Spacey is standing trial at Southwark Crown Court. He has pleaded not guilty to 12 charges – these relate to alleged offences against four men, said to have taken place between 2001 and 2013https://t.co/5XTrNZKG39
Sky News (@SkyNews) June 30, 2023
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Spaceys Verteidiger Patrick Gibbs sagte, die angeblichen Taten seien vor vielen Jahren geschehen. "Was wurde in einer bösen Wendung neu interpretiert? Was wurde erfunden oder verdreht?" Spacey sei reich und einflussreich und manche Vorfälle seien erfunden, bei anderen habe es sich um eivernehmliche Handlungen gehandelt. Der Anwalt warnte die Jury, die schließlich das Urteil fällt, sie werde im Laufe des Prozesses "einige absichtliche Übertreibungen und viele verdammte Lügen hören". Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. (dpa/cw)
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