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Großbritannien

Mehrere Festnahmen: Just Stop Oil blockiert London Pride

Bei einem Protest von Klimaaktivist*innen gegen Sponsor*innen der Pride-Demonstration in London hat die britische Polizei am Samstag sieben Menschen festgenommen. Eine weitere Sitzblockade wurde geduldet.


Damit der Coca-Cola-Truck weiterrollen kann: Festnahme eines Aktivisten von Just Stop Oil beim London Pride (Bild: IMAGO / i Images)
  • 2. Juli 2023, 06:07h 42 2 Min.

Bei der Pride-Demonstration in London hat die Polizei am Samstag sieben Klimaaktivist*innen festgenommen. Die Mitglieder der Gruppe Just Stop Oil hatten sich vor dem Parade-Truck von Coca Cola auf die Straße gesetzt beziehungsweise gelegt und ihn damit an der Weiterfahrt gehindert. Außerdem sprühten sie rosa und schwarze Farbe auf die Fahrbahn.

Aufforderungen der Demoleitung, die Blockade zu beenden, kamen die Aktivist*innen nicht nach. Nach 16 Minuten schritt die Polizei ein und zerrte die Personen mit Gewalt von der Straße.

/ JustStop_Oil

Vor der Aktion hatte Just Stop Oil die Pride-Organisator*innen aufgefordert, sich von Teilnehmer*innen der Parade zu distanzieren, die von "stark umweltschädlichen" Sponsor*innen finanziert werden. "Diese Partnerschaften beschämen die LGBTQ+-Community in einer Zeit, in der ein Großteil der Kulturwelt die Verbindungen zu diesen toxischen Industrien ablehnt", erklärten die Klimaschützer*innen in einer Stellungnahme.

"Der Pride wurde aus Protest geboren", so die Gruppe weiter. Nun aber würden die "umweltverschmutzenden Industrien und die Banken, die sie finanzieren", den Pride als "nützliches Instrument zur Reinwaschung ihres Rufs betrachten, indem sie mit der einen Hand Regenbogenfahnen schwenken, während sie mit der anderen Hand den sozialen Zusammenbruch beschleunigen". Queere Menschen, vor allem queere People of Colour im globalen Süden, seien die Ersten, die unter dem sich beschleunigenden sozialen Zusammenbruch litten, der vom Klimawandel verursacht werde.

Just Stop Oil hatte in den letzten Jahren mit Aktionen wie dem Wurf von Tomatensuppe auf ein mit Glas geschütztes Gemälde von Vincent van Gogh oder die jeweiligen Veranstaltungen unterbrechenden Proteste bei Rugby- und Cricket-Spielen für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Gruppe hatte schon vor Tagen dem Pride mit einer Störung gedroht, sollte er nicht mehreren Forderungen nachkommen.

Sitzblockade auch gegen Anti-LGBTI-Gesetz in Uganda

Zu einer weiteren Sitzblockade kam es vor dem ugandischen Hochkommissariat am Trafalgar Square. Unter dem Beifall von vielen Pride-Teilnehmer*innen protestierten Dutzende Personen, darunter queere Geflüchtete, gegen das neue drakonische Anti-LGBTI-Gesetz in dem ostafrikanischen Land und forderten die britische Regierung dazu auf, gegen die verantwortlichen Politiker*innen Einreiseverbote zu verhängen und deren Vermögen in Großbritannien zu beschlagnahmen.


Bei der Sitzblockade vor dem ugandischen Hochkommissariat schritt die Polizei nicht ein (Bild: PTF)

Der von der Peter Tatchell Foundation organisierte Protest wurde nach 15 Minuten beendet. Die Demoleitung hatte die Aktivist*innen mehrfach zum Weitergehen aufgefordert. Die Polizei schritt jedoch nicht ein. (mize)

-w-

#1 tchantches
  • 02.07.2023, 10:12hSonstwo
  • ...und die Rechten lachen sich ins Fäustchen, wie LGBTQ+ und Klimaschützer sich gegenseitig bekriegen.
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#2 Pride
  • 02.07.2023, 10:12h...
  • Wo die Sitzblockade vor der Botschaft Ugandas um so richtiger, ist die Blockade des Trucks von Coca-Cola um so falscher. Mit Uganda geht es sehr direkt gegen antiqueere Gewalt, bei Coca-Cola gegen Umweltzerstörung, die uns alle auch betrifft. Das Thema Coca-Cola ist jedoch so allgemein-politisch, dass ich diese Blockade noch allgemeiner und so dann wiederum direkter als Zweck politischer Interessen, Missbrauch eben dafür unserer CSDs und damit schlechthin als antiqueer, wenn nicht sogar als eine solche Gewalt, sehe, weshalb das Verhalten der Polizei denn so auch richtig war.
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#3 JalolneAnonym
  • 02.07.2023, 10:41h
  • Antwort auf #1 von tchantches
  • Na, wenn die halt auf Umwelt scheißen und sich CocaCola ins Boot holen ist das halt auch einfach n gigantischer Mittelfinger gegenüber jeglichen Klimaschutz.....

    Mal abgesehen davon das es noch nicht mal 1 Jahr her ist dass die gesamte Conmunity unisono den Boykott von Coca-Cola aufgrund Katar-Sponsoring gefordert haben.... ist halt auch heuchlerich af!
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