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Sitzung des Kabinetts

Selbst­bestimmungs­gesetz: Ampel verfehlt erneut Zeitplan

Nach queer.de-Informationen wird es nichts mehr mit dem Kabinettsbeschluss zum Selbstbestimmungsgesetz vor der Sommerpause. Für den parlamentarischen Prozess bedeutet das: Warten auf den Herbst.


Seit Langem setzen sich Aktivist*innen für vereinfachte Änderungen bei Geschlechtseintrag und Namen ein (Bild: Twitter / ChangeGER)

Wann kommt das Selbstbestimmungsgesetz? Seit sich die in Berlin regierende Ampelkoalition Ende 2021 im Koalitionsvertrag auf das Vorhaben verständigt hatte, stellen sich nicht nur geschlechtliche Minderheiten diese Frage.

Nachdem der Zeitplan beim Gesetz immer wieder gerissen worden war, hatte die letzte Ankündigung auf die Sommerpause verwiesen: Bevor sich Bundestag, Bundesrat und auch das Regierungsteam in die "Ferien" verabschieden, sollte der Gesetzesentwurf im Kabinett beschlossen sein. Daraus wird nun nach queer.de-Informationen wieder nichts.

Regierung kümmert sich zunächst um Haushalt

Der letzte Sitzungstag des Bundesrats ist für diesen Freitag, den 7. Juli angesetzt. In der Länderkammer würde das Gesetz zunächst für die Möglichkeit zur Stellungnahme eingebracht werden, wenn das Kabinett es beschlossen hat. Danach würden die Lesungen im Bundestag folgen – und auch der ist nach diesem Freitag offiziell in der Sommerpause. Ein ursprünglicher Plan, das einzubringende Gesetz am 21. Juni im Kabinett zu beschließen, ist nicht umgesetzt worden – und auch in der vergangenen Woche wurde es wieder nichts. Also heute, wenn die Regierung wieder im Mittwochstakt zusammentritt?

Auf eine Anfrage an den Queerbeauftragten der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne) zum Thema ließ der sich von einem Sprecher vertreten. Ob denn nun, nach den Versprechungen, der zu beschließende Referent*innenentwurf an diesem Mittwoch im Kabinett behandelt werden soll, wollte queer.de wissen. Die Antwort: "Am 05.07. soll im Kabinett als einziger Punkt auf der Tagesordnung der Haushalt verabschiedet werden. Auch während der parlamentarischen Sommerpause finden Kabinettsitzungen statt, bei denen der Gesetzentwurf beschlossen werden kann."

In Reaktion auf den Bericht von queer.de vom 21. Juni zum ausgebliebenen Kabinettsbeschluss hatte Lehmann noch via Twitter reagiert und das Versprechen aufrecht erhalten: "Der Gesetzentwurf wird dann im Kabinett aufgesetzt, wenn er zwischen allen Ressorts geeint ist. Das Ziel war, ist und bleibt, ihn vor der Sommerpause im Kabinett zu beschließen."

/ svenlehmann | Sven Lehmann reagiert auf den queer.de-Bericht
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Doch wie steht es um Kabinettssitzungen in der Sommerpause? Im vergangenen Jahr fanden die etwa alle zwei Wochen statt. Wird das Selbstbestimmungsgesetz auf einer dieser Sitzungen beschlossen, gilt allerdings auch für den Regierungsantrag zunächst eine verlängerte Sommerruhe. Die nächste Plenarsitzung des Bundesrats ist nämlich erst für den 29. September angesetzt.

-w-

#1 Wie erwartetAnonym
  • 05.07.2023, 11:06h
  • Na, welche Nichtargumente bringen die Apologeten jetzt wieder? "Man kann nichts übers Knie brechen", "es ist so gut wie fertig und es kommt auf jeden Fall, hört bitte auf, hier alles schlecht zu reden!!!" oder "ja, es ist schade, aber es ist durch doch verständlich, dass das erst mal Vorrang hat (Anmerkung: Vor den Rechten von queeren, insbesondere von trans Personen hat alles IMMER Vorrang in der Regierung - deshalb stehen wir auch an dem Punkt, an dem wir jetzt stehen) etc. sind ja nicht erst seit dieser "überraschenden" Verschiebung an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten.

    Da nach der Sommerpause "Halbzeit" ist, würde ich auch nicht mehr auf Konsenswillen setzen (wobei: 'Dank' FDP und bezüglich dieser Thematik hier insbesondere Buschmann) war die ja eh nie gegeben), da die Parteien nun langsam wieder in die, wie heißt es gleich so schön?, ach ja: "Profilschärfungsphase" für die nächste Bundestagswahl schalten werden.

    Wie zu Beginn der "Fortschritts"-Koalition erwähnt und erwartet: Es wird nichts. Aus mangelndem Willen. Und als Ausrede wie immer: "Hach ja, eigentlich hätten wir ja soooooo gerne, wisst ihr, aber kam uns leeeeider dazwischen und danach dann und und..."
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#2 _Patrick_Ehemaliges Profil
  • 05.07.2023, 11:22h
  • Wer glaubt denn noch ernsthaft, dass FDP und SPD trotz der aktuellen AfD-Höchstwerte das Selbstbestimmunggesetz auf den Weg bringen? Eine bessere Entschuldigung kann es für Parteien, die sowieso nie ein Interesse an diesen konkreten Minderheitenrechten hatten, gar nicht geben.

    2025 wird es zur Wiederwahl angeboten, um den Halberloschenen, die sich auch Bürgergeld als Verbesserung zu Hartz4 und inhaftierte Kinder als kongeniale Migrationspolitik verkaufen lassen, ihr Kreuz zu entlocken. Und die Grünen, allen voran Sven - ich halte Podcasts über meine Betterlebnisse für Politik - Lehmann, werden sagen, dass sie alles menschmögliche versucht haben.
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#3 PolitikverdrossenAnonym
  • 05.07.2023, 11:28h
  • Mir sagen diese Regierung und alle Parteien:

    "Ihr seit nur wichtig wenn wir Wahlkampf haben."

    "Ihr gehört nicht zur Gesellschaft."

    "Wir wollen euch nicht!"

    "Menschenrechte für euch sind nicht wichtig genug."

    "Ihr seit nicht normal genug."

    "Diskriminierung gibt es nicht."

    "Ihr solltet verschwinden."

    "Wir schützen euch nicht."

    Also alles wie immer.
    Anbei ein besonderes "Dankeschön" an alle SPD, Grünen u. FDP Mitglieder dass eure Partei uns mit eurem §6 alle in die Schusslinie der Wutbürger gebracht hat.
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