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Shitstorm

Tennis-Star Sorana Cirstea Queer­feindlichkeit vorgeworfen

Kurz vor ihrem Wimbledon-Antritt teilte die Rumänin ein Sharepic eines christlich-queerfeindlichen Accounts.


Cirstea tritt zum 16. Mal in Wimbledon an – das Bild zeigt sie bei einem Turnier 2014 (Bild: Tatiana / wikipedia)

  • 6. Juli 2023, 11:17h 1 3 Min.

Kurz vor dem Start des traditionellen Wimbledon-Turniers am Montag dieser Woche hat die daran teilnehmende Tennisspielerin Sorana Cirstea für Empörung gesorgt. Die 33-jährige Rumänin, Stand Donnerstag Platz 32 der Weltrangliste, hatte am Sonntag in einer Instagram-Story ein Sharepic eines US-amerikanischen queerfeindlichen Accounts geteilt.

"Make men masculine again. Make women feminine again. Make children innocent again.", hieß es darauf im Donald-Trump-MAGA-Duktus, "Macht Männer wieder maskulin, macht Frauen wieder feminin, macht Kinder wieder unschuldig". Das queere Portal "Outsports" kritisierte das als Ansammlung von "sexistischen und Anti-LGBTQ-Tropen" und stufte etwa den letzten Satz als "dogwhistle" ein, also als eine versteckte wie bewusst erkennbare Botschaft. Es handele sich um eine "trendigere Verpackung der gleichen uralten Bigotterie, die die LGBTQ+-Community und insbesondere trans Personen als Menschen darstellt, die irgendwie bereits durch ihre bloße Existenz Kinder irgendwie 'groomen'".



Für entsprechende Deutungen sorgt letztlich der Kontext des Instagram-Accounts, von dem das ursprünglich am 28. Juni veröffentlichte Sharepic stammt. Ein anderes Motiv zeigt Bilder eines Löwen beim Angriff auf ein Reh und einer Dragqueen beim Vorlesen vor Kindern – die Überschrift zu beiden lautet "Ein Raubtier und seine Beute". "Lasst Kinder Kinder sein!", heißt es auf einem weiteren Sharepic, in dem es um die angebliche Erwähnung von Lehrern ihrer sexuellen Orientierung geht – ein "Aufdrängen einer sonderbaren Ideologie".


Beispiele für weitere "Werke" des von Cirstea praktisch promoteten Accounts

Der Account mimihomemaker.94 ist eine endlose Aneianderreihung von trans- und queerfeindlichen Botschaften. "Wann zelebrieren wir Straight Pride? Du weißt schon, für das Fortbestehen der Bevölkerung" folgt als Sharepic etwa direkt auf "Was Gott eine Abscheulichkeit nennt, ist kein Grund, stolz darauf zu sein". Es gebe "zwei Geschlechter und eine große Bandbreite psychischer Störungen" wurde von "Missy" ebenso als teilbare Botschaft erstellt wie "Ich werde nicht die 'bevorzugten' Pronomen einer Person benutzen – aus dem gleichen Grund, aus dem ich nicht zum eingebildeten Freund einer Person reden werde".

Cirstea schweigt seitdem und gewinnt

In sozialen Netzwerken folgte seit Sonntag ein (kleinerer) Shitstorm gegen die Tennisspielerin, so schrieb jemand schlicht: "How about make @sorana_cirstea go back to school?" Mehrere Tweets warfen der 33-Jährigen Trans- oder Queerfeindlichkeit vor und verwiesen auf den Ursprungsaccount des Sharepics. Andere kritisierten auch das Festhalten an alten Geschlechterrollen. So hieß es in einem Tweet: "Die Ironie daran ist natürlich, dass der Macher dieses Memes wohl auch Cirsteas Weiblichkeit anzweifeln würde, da sie eine muskulöse weibliche Athletin ist, die das Ziel verfolgt, sich eine Karriere jenseits von zu Hause aufzubauen."

Zugleich gab es Personen, die Cirstea gegen eine vermeintliche "Cancel Culture" verteidigten oder die Aufregung gezielt nutzten, Trans- oder Queerfeindlichkeit zu reproduzieren. Die Spielerin selbst äußerte sich seitdem nicht mehr zum Thema.

Cirstea tritt aktuell zum 16. Mal in Wimbledon an, am Mittwoch gewann sie ihr erstes Duell gegen die deutsche Vorjahres-Halbfinalistin Tatjana Maria mit 6:1, 2:6 und 6:3. Voraussichtlich am Donnerstagnachmittag trifft sie in dem Traditionsturnier in zweiter Runde auf die Lettin Jelena Ostapenko. (cw)

-w-

#1 46354324Anonym
  • 06.07.2023, 20:44h
  • "make women feminine again" Ja, fangen wir doch mit dir an.
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