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SV Darmstadt

Klaus Gjasula: Gerade in der Bundesliga, schon erster Aufreger um transfeindliche Äußerung

In der kommenden Saison mischt der Darmstädter SV in der Herrenfußball-Bundesliga mit. Mittelfeldspieler Klaus Gjasula bringt den Hessen nun aber erst einmal einen Aufreger um transphobe Äußerungen im Netz ein.


Klaus Gjasula steht seit August 2021 beim SV Darmstadt 98 unter Vertrag, außerdem ist er Mitglied der albanischen Nationalmannschaft (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Den ersten Platz in der 2. Herrenfußball-Bundesliga gerade so verfehlt, freut sich der Darmstädter SV dennoch über den Wiedereinzug in die Spitzenklasse des deutschen Fußballs.

Doch erst wird klar, dass Stürmer Phillip Tietz den Verein zu einem anderen Bundesligisten verlassen wird – und nun müssen sich die Kicker aus Hessen noch mit den Social-Media-Aktivitäten von Mittelfeldspieler Klaus Gjasula herumschlagen.

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"Mann, Giraffe und Auto in einem"

Der albanische Nationalspieler teilte am Donnerstag mit seinen 42.000 Follower*innen einen kurzen Videoausschnitt in seiner Instagram-Story. Darin zu sehen: Der Youtuber "Thype", der vor einer Woche den Auftakt der Kölner Pride Week benutzt hat, um nach Vorwürfen der Queer- und Frauenfeindlichkeit gegen sich seinen "Ruf zu klären". Der mindestens tendenziöse Titel des Videos dabei: "LGBTQ KATASTROPHE in KÖLN...? | Türke im ColognePride ?"

Eine Szene hat es Fußballspieler Gjasula dabei augenscheinlich besonders angetan: Eine Betreuerin eines Standes eines queeren Jugendtreffs macht keine besonders gute Figur dabei, die Frage zu beantworten, an wie viele Geschlechter sie glaubt. Ihre Antwort unter anderem: "Es gibt ja auch schon Formen von Trigender, also dass du mindestens sagst: Du bist dreigeschlechtlich."

Das verleitete Gjasula wohl dazu, den Ausschnitt zu teilen und zu kommentieren: "Bald neuer Hollywood Film. Anstatt Triple X kommt Triple Gender. Mann, Giraffe und Auto in einem." Dazu setzte er einen "Sich-ins-Gesicht-Schlag"-Emoticon.

Macht sich Gjasula über Kritik an Queerfeindlichkeit lustig?

Trotz erster Aufregung inklusive eines Beitrags auf t-online ist die Instagram-Story von Gjasula zur Stunde immer noch online. Und der Spieler setzt noch einen drauf: Mit einem Screenshot von der Webseite transfermarkt.de, in der der kritische t-online-Beitrag bereits in seinem Spielerprofil verlinkt ist, legt Gjasula in ironischem Ton und samt Lachwein-Smiley einen Wechsel nach Dortmund nahe. Ernste Karrieresprung-Ankündigung oder Anspielung an einen Kickerkollegen mit eigenem Transphobie-Skandal?

Felix Nmecha, kürzlich nämlich vom BVB aus Wolfsburg nach Dortmund geholt, hatte sich im Februar und im Juni ebenfalls auf sozialen Medien trans- sowie queerfeindlich geäußert – hier begründet mit seinem christlichen Glauben. Fans des ansonsten immer um ein positives Image bemühten Vereins hatten den Wechsel darum kritisiert (queer.de berichtete).

Der BVB soll sich wegen dem auf dem Spiel stehenden Image im Vertrag mit Nmecha sogar extra abgesichert haben: Äußert sich der junge Spieler erneut queerfeindlich in sozialen Medien, droht eine Vertragsstrafe (queer.de berichtete).

Im Herrenfußball häufen sich indes die queerfeindlichen Entgleisungen der Spieler. So sorgte der Deutsche Marius Müller für Aufsehen, als er seinen Teamkollegen vom FC Luzern in einem Interview "schwules Weggedrehe" vorwarf (queer.de berichtete). Auch bei Müller ging der Aufreger wohl einem Karriereboost voraus: Im Juni wurde bekannt, dass der Torwart bei Schalke 04 verpflichtet wurde (queer.de berichtete). (jk)

Klaus Gjasula veröffentlicht Entschuldigungsschreiben 16.21h:

Wie ebenfalls t-online in einem Update zum Thema berichtet, hat sich Gjasula inzwischen vordergründig für seinen Kommentar entschuldigt. Der Spieler glaube, schreibt er auf Instagram, dass durch die Art und Weise seiner Äußerung "eine falsche Botschaft" entstanden sei. Ihm sei in Reaktion auf sein Posting Transphobie vorgeworfen worden. Er glaube aber, dass jeder Mensch eine eigene Meinung habe und die auch für sich vertreten dürfe: "Meine Meinung ist einfach eine andere als die der Person im Video, dass es mittlerweile unendlich viele Geschlechter gibt. Nicht mehr und nicht weniger."

Hintergrund: Die im Youtube-Video befragte Frau hatte zunächst auf die Frage nach der Zahl der Geschlechter angegeben, dass sie glaube, dass es "auf eine Art unendlich viele" gebe. Das kann als anderer Ausdruck für die These verstanden werden, wonach sich geschlechtlich kodierte Eigenschaften bei allen Menschen in je individuell unterschiedlichen Mischungsverhältnissen zeigten und die Individualität einer Person ihr Geschlecht im biologischen oder binären Sinne übersteige.

Gjasula fand die Äußerung der Stand-Betreuerin laut Entschuldigungsschreiben "in dem Moment einfach witzig" und deswegen sei auch sein Kommentar zustande gekommen. Es sei "keine Intention" dahinter gewesen, "jemanden damit zu beleidigen". Wenn das aber der Fall sei, tue es ihm leid, so der Spieler.

Im Artikel-Update bei t-online wird das allerdings in den Kontext eingeordnet, dass Gjasula nach der ersten Berichterstattung über einen Wechsel zum BVB gewitzelt und damit selbst Bezug auf Felix Nmecha und dessen Weiterverbreitung transfeindlicher Inhalte genommen hatte. Auf Anfrage von t-online soll der Verein nur auf das Entschuldigungsschreiben von Gjasula verwiesen haben. Der Ansprechpartner für sexuelle Vielfalt des SV Darmstadt habe auf eine Anfrage gar nicht reagiert.

-w-

#1 Nepomuk73Anonym
  • 07.07.2023, 11:16h
  • Hirn einschalten und zum Denken nutzen bevor man etwas von sich gibt, soll angeblich nicht schaden. Schade, wenn Herr Gjasula diese Möglichkeit -wie es scheint- nicht zur Verfügung steht. So ist man nicht besonders witzig, aber unfreiwillig komisch. Es soll ja schon drei Hirnzustände geben: dumm, dümmer, Gjasula. Also drei in einem Nichtsblicker.
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#2 KopfschüttelAnonym
  • 07.07.2023, 11:17h
  • Haben die zuviele Bälle an den Kopf bekommen, oder woher kommt nun das plötzliche Bedürfnis, sich dauernd in den asozialen Medien auszutoben und dämliche Sprüche abzulassen? Und wozu die Beschäftigung mit Themen, die sie doch gar nicht tangieren? Oder gehört das etwa auch zur Vermarktung? Früher haben die Spieler einfach nur das gemacht, was sie sollten: SPIELEN!
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#3 Nepomuk73Anonym
  • 07.07.2023, 11:26h
  • Antwort auf #2 von Kopfschüttel
  • Ich gebe Dir vollkommen Recht.
    Das verhält sich ein bisschen wie mit den Hunden :"Der will ja nur spielen" -SCHWUPS- beißt er zu, dann heißt es "Das hat er ja noch nie gemacht!"
    Herr Gjasula, bleiben Sie bei Ihren Qualitäten, ich bewerte Fußball auch nicht nach der Größe und der Haare auf den Beinen!
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