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ColognePride
Rekord-CSD in Köln
Der ColognePride ist am Wochenende bei hohen Temperaturen zu Ende gegangen – selbst eine Gewitterwarnung konnte die Stimmung nicht trüben.

Der berühmte Düsseldorfer Karnevals-Bildhauer Jacques Tilly kritisiert in seinem CSD-Wagen die Queerfeindlichkeit im Iran (Bild: IMAGO / Guido Schiefer)
- 10. Juli 2023, 09:03h 3 Min.
Mit 224 teilnehmenden Gruppen und rund 60.000 Teilnehmenden war die CSD-Demonstration in Köln nach Angaben der Veranstalter*innen die größte in der Geschichte der Domstadt. Zu den Teilnehmenden zählte neben einer großen Zahl an LGBTI-Organisationen auch Parteien, darunter sogar die Auslandsvertretung der US-Demokraten, sowie viele Firmen wie die Deutsche Telekom, Amazon, Obi, Sparstrom.de oder Thyssenkrupp. Erstmals war auch die Evangelische Kirche im Rheinland mit einer eigenen Gruppe vertreten, der WDR-Jugendsender 1Live mit einem Wagen. Einschließlich des am Freitag begonnenen Straßenfestes seien 1,4 Millionen Menschen am Wochenende beim größten Pride der Republik dabei gewesen.
Die Veranstaltung stand wie schon in den letzten Jahren unter dem Motto "Für Menschenrechte. Viele. Gemeinsam. Stark". Die Teilnehmenden trugen dabei Plakate mit Aufschriften wie "Love is not a crime", "Köln l(i)ebt Vielfalt" oder "CSD statt AfD".
Bei Temperaturen von 35 Grad zeigten sich viele Teilnehmende in leichter Bekleidung mit Regenbogen-Fächern und -Hüten. Am Nachmittag brachte der Deutsche Wetterdienst eine Gewitterwarnung für Köln heraus. Deshalb wurde das Bühnenprogramm kurzfristig unterbrochen. Da allerdings nur wenige Tropfen herunterfielen, konnten die Veranstalter*innen die Show kurze Zeit später fortsetzen.
?? Wir müssen leider aufgrund einer amtlichen Unwetterwarnung unser Bühnenprogramm bis aufs weitere unterbrechen. Bitte...
Posted by Cologne Pride on Sunday, July 9, 2023
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Auch prominente Politiker*innen waren beim CSD dabei, darunter wie in den letzten Jahren Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), die sich mit einem Regenbogenfächer zeigte. "Der CSD ist wichtig, weil queere Menschen immer noch Feindseligkeit erleben müssen. Als Stadt sehen wir Vielfalt als Chance, wir geben Hass und Feindseligkeit nicht einen Zentimeter nach", sagte Reker.
"CSD ist immer auch Politik"
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gab den Teilnehmenden während der Veranstaltung Gesundheitstipps: "Achtet aufeinander, sucht Schatten, trinkt ausreichend", so der SPD-Politiker mit Blick auf die hohen Temperaturen. Auf Twitter betonte Lauterbach, dass es beim Pride nicht nur um Partymachen gehe: "Toleranz und Lebensfreude sind hier ansteckend. Aber man darf sich nicht täuschen. Werden rechtsradikale Parteien stärker, sind es zuerst die Menschen, die heute feiern, deren Rechte mit Füßen getreten werden. CSD ist immer auch Politik."
/ Karl_LauterbachDie CSD Parade in Köln ist die größte jemals. Toleranz und Lebensfreude sind hier ansteckend. Aber man darf sich nicht täuschen. Werden rechtsradikale Parteien stärker sind es zuerst die Menschen die heute feiern, deren Rechte mit Füßen getreten werden. CSD ist immer auch Politik pic.twitter.com/MEZat1MS1J
Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) July 9, 2023
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Bester Laune zeigte sich auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Serap Güler, die aus dem selben Ostkölner Wahlkreis wie Lauterbach stammt. "Heute auf der Cologne Pride demonstrieren wir zusammen mit über eine Million Menschen für Menschenrechte", schrieb sie auf Twitter und veröffentlichte Bilder und ein Video.
/ SerapGuelerHeute auf der #Colognepride demonstrieren wir zusammen mit über eine Million Menschen für #Menschenrechte. Für Twitter gibts auch ne Botschaft pic.twitter.com/43hJsGzU8s
Serap Güler (@SerapGueler) July 9, 2023
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Mit dabei war auch erneut Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne), die attestierte: "Wir haben schon viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel."
Vogler kritisiert Springer-Präsenz
Kathrin Vogler, die queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, kritisierte, dass beim CSD auch ein Wagen der "Bild"-Zeitung mitfuhr: "Was macht dieses Bild mit euch?", fragte sie auf Twitter über das "#OrganDerNiedertracht" zu einem entsprechenden Foto.
/ voglerkHey, #queers! Was macht dieses Bild mit euch? Schreibt es in die Drukos! #CSD #Colognepride #OrganDerNiedertracht pic.twitter.com/oxEUxjriSM
Kathrin Vogler, MdB (@voglerk) July 9, 2023
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In der WDR-Liveübertragung leistete Sven Lehmann, der Queerbeauftragte der Bundesregierung, auch Aufklärungsarbeit darüber, ob es sich bei der Demo um eine Veranstaltung der LGBTI-, LGBTIQ- oder LGBTIQA-Community handle: "Am besten ist es, die Menschen selbst zu fragen: 'Bist du lesbisch, bist du bisexuell? Bist du trans?' Man kann auch einfach den Begriff 'queer' verwenden, dann ist quasi die ganze Community mitgenannt."

(Bild: Screenshot WDR-Fernsehen)
Die Polizei war mit mehreren hundert Polizist*innen vor Ort. Pressesprecher Philipp Hüwe bezeichnete während der Demo die Lage als "grundsätzlich ruhig". Die meisten Einsätze habe es wegen der Hitze gegeben. In der Nacht zum Sonntag war es zu einem gewalttätigen Zwischenfall gekommen, als ein 28-Jähriger offenbar aus Queerfeindlichkeit eine volle Bierflasche auf zwei 20-Jährige geworfen haben soll. Der Staatsschutz ermittelt (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» www.colognepride.de
Mehr zum Thema:
» Video-Aufzeichnung der CSD-Demo
















Auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken und Vertrer*innen der SPD queer waren dabei, das würde ich gern ergänzen