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Polizisten bedrängt
"Aggressiver" Protest gegen Polizei bei CSD in Kiel
Die Polizeigewerkschaft kritisiert "aggressives Verhalten" von linken Gruppen gegenüber Beamt*innen beim CSD.

Die Polizei war auf der CSD-Demo in Kiel präsent – das passte nicht jedem (Bild: Landespolizei Schleswig-Holstein)
- 10. Juli 2023, 13:55h 2 Min.
Beim CSD in Kiel hat es am Wochenende gleich zwei Zwischenfälle mit der LSBTIQ-Ansprechstelle der Landespolizei gegeben. Zunächst hätten beim Straßenfest am Samstag etwa 40 Menschen die beiden Beamten an ihrem Stehtisch bedrängt, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Diese seien verbal aggressiv aufgetreten. Später hätten Teilnehmende den hinter der Parade fahrenden Streifenwagen mit Regenbogen-Farben auf der Motorhaube kurzzeitig gestoppt.
Der Leiter der Ansprechstelle im Landespolizeiamt, Tim Jänke, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Vorfälle. Dabei habe es sich um eine aus 30 bis 40 Personen bestehende Gruppe gehandelt, die versucht hätte, Menschen von Gesprächen mit den Beamten abzuhalten. "Dabei war die Masse der Teilnehmer angetan davon, als der Streifenwagen erschien."
"Verhalten von 40 Antifaschisten in keiner Weise zu rechtfertigen"
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich erschüttert von den Vorkommnissen beim CSD. "Das aggressive Verhalten von 40 Antifaschisten gegenüber diesen Engagierten oder überhaupt gegen die Polizei ist in keiner Weise zu rechtfertigen – offenbar haben sie nur einen Vorwand gesucht", sagte der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger. Bereits im vergangenen Jahr hatte es demnach ein ähnliches aggressives Gebaren gegeben.
Der "Anticopitalistische Block" beschrieb am Sonntag den Zwischenfall anders: "Anstatt auf dem Straßenfest präsent zu sein, versuchte die Anlaufstelle mit einem Stand am Rande des CSDs für sich zu werben. Doch nach wenigen Minuten war auch dieser mit Transparenten abgeschirmt. Die Teilnehmenden der Demo lasen interessiert die Schriftzüge der Banner wie: 'No Cops no Corporations at Pride!' Von dem Stand selbst nahmen sie wenig Notiz." Ein "verlassener Streifenwagen" sei zudem "mit Kreide und Stickern verschönert" worden, auch die CSD-Route sei mit entsprechenden Graffiti "verschönert" worden.
Wegen des schwierigen historischen Verhältnisses der Polizei zur LGBTI-Community hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streit über die Präsenz der Behörde auf CSDs gegeben. Letztes Jahr gab es etwa in Mecklenburg-Vorpommern Forderungen, die Polizei auszuschließen, was von CSD-Organisator*innen abgelehnt wurde (queer.de berichtete). Vergangenen Monat sorgte die Polizei in Recklinghausen für Aufregung, weil sie ein Maskenverbot gegen Demonstrierende verhängte – später entschuldigte sich das Polizeipräsidium für die Schikane (queer.de berichtete).
Statement zur Vernetzungsstelle der Landespolizei
Posted by CSD Kiel on Tuesday, July 4, 2023
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Die Ansprechstelle für queere Menschen war 2018 von der schleswig-holsteinischen Landespolizei gegründet worden (queer.de berichtete).
Nach Polizeiangaben beteiligten sich etwa 4.500 Menschen an der Parade am Samstag in Kiel. (dpa/cw)















