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Berliner Senat

Alfonso Pantisano ist neue "Ansprechperson Queeres Berlin"

Der schwarz-rote Senat der Hauptstadt hat am Dienstag den Aktivisten und SPDqueer-Landeschef Alfonso Pantisano zur "Ansprechperson Queeres Berlin" ernannt. Einen Schwerpunkt sieht der 48-Jährige im Kampf gegen queerfeindliche Gewalt.


Alfonso Pantisano gehört zu den bekanntesten queeren Aktivist*innen in Deutschland. Beruflich war er zuletzt persönlicher Referent der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken (Bild: Fionn Grosse)
  • 11. Juli 2023, 10:59h 13 3 Min.

Pünktlich zum Beginn der Pride Week in Berlin hat die schwarz-rote Landesregierung am Dienstag den Aktivisten Alfonso Pantisano zur "Ansprechperson Queeres Berlin" des Senats ernannt. Der 48-jährige Landesvorsitzende der SPDqueer sei "künftig die Ansprechperson und das Sprachrohr für die queeren Communitys in Berlin", teilte die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung am Mittag in einer Pressemitteilung mit. Nähere Angaben zu Ausstattung und Kompetenzen der Stelle wurden darin nicht gemacht.

Die Einrichtung einer Queerbeauftragten-Stelle hatten CDU und SPD im März in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart (queer.de berichtete). Pantisano, bislang hauptberuflich persönlicher Referent der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, gehörte damals in der entsprechenden Arbeitsgruppe zum SPD-Verhandlungsteam. Im Juni wurde die Schaffung einer "Ansprechperson Queeres Berlin" in das "Sofortprogramm" der neuen Koalition aufgenommen (queer.de berichtete).

Kampf gegen queerfeindliche Gewalt als Schwerpunkt

"Ich möchte die Regenbogenhauptstadt Berlin als Heimat und Hoffnungsort für zigtauende queere Menschen stärken", wird Alfonso Pantisano in der Pressemitteilung des Senats zitiert. "Ich sehe meine Aufgabe darin, die vielen Kräfte zu bündeln, um die Lebenssituation von LSBTIQ+ zu verbessern, die aufgrund von Diskriminierung und oft problematischen Lebenslagen immer noch mit sozialen und persönlichen Benachteiligungen zu kämpfen haben." Ein Schwerpunkt seiner Arbeit werde es sein, "queere Menschen vor Ablehnung und Gewalt zu schützen", so der neue Queerbeauftragte.

"Alfonso Pantisano setzt sich als einer der sichtbarsten und aktivsten Berliner Aktivisten für die Interessen der Berliner Community ein", erklärte Vielfaltsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) zur Ernennung des Aktivisten. "Er rückt die Gleichstellung queerer Menschen als Menschenrecht in den Fokus und motiviert damit auch junge Menschen zum politischen Engagement. Durch seine jahrelangen Erfahrungen in Organisationen und Positionen kennt er die Strukturen in der Politik und der Zivilgesellschaft sehr gut und ist bestens vernetzt."

Pantisano war u.a. Mitgründer der Initiative "Enough is Enough!" und mehrere Jahre lang Mitglied des LSVD-Bundesvorstands.

Keine öffentliche Ausschreibung der Stelle

Die Personalie kommt nicht überraschend: Bereits im April hatte der "Tagesspiegel" berichtet, dass Pantisano den Posten bekommen soll (queer.de berichtete). Während kaum jemand die Qualifizierung des schwulen Aktivisten in Frage stellt, forderten Stimmen aus der Berliner Community mit Verweis auf Diversität und Transparenz jedoch eine öffentliche Ausschreibung der Stelle. Das hat der Senat ignoriert.

Auch der ehemalige Berliner Kultursenator Klaus Lederer, jetzt queerpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, äußerte sich kritisch zu dem Vorhaben von Schwarz-Rot. Mit der Berufung von Queerbeauftragten nehme die Relevanz von Queerpolitik als Querschnittsthema ab, warnte er Anfang Mai in einem Interview (queer.de berichtete). "Wenn man ein solches Amt schafft, dann muss die Person aus den Communitys kommen, in einem transparenten Verfahren bestimmt werden, unabhängig und mit einem Budget ausgestattet sein, um am Ende auch etwas zu bewirken."

dgti begrüßt Ernennung

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) begrüßte die Berufung von Pantisano zur "Ansprechperson Queeres Berlin". "Mit Alfonso Pantisano hat die Community eine starke, laute und gewichtige Stimme in der Berliner Landesregierung", erklärte der Verein am Dienstag in einer Pressemitteilung. "Als Ally der trans*Community ist Alfonso uns schon länger ein starker Partner, mit dem wir stets auf Augenhöhe kommunizieren." Er kenne zudem "die oft ehrenamtliche, prekäre Situation der Vereine und Initiativen, kommt auch selbst aus dieser Arbeit und kann hier den Finger in die Wunde legen, wenn es nötig wird". (mize)

Fragen an Alfonso Pantisano: Kein Budget, kaum Kompetenzen – Was macht die "Ansprechperson Queeres Berlin"? (12.07.2023)

-w-

#1 WordingAnonym
  • 11.07.2023, 13:51h
  • Ansprechperson und Sprachrohr. Ziemlich viel Fokus auf Sprechen und wenig auf Handeln. Dass es kein Budget gibt, ist leider ein deutliches Zeichen, welchen Wert man dieser Stelle beimisst und wieviel Einfluss man dem Inhaber zugesteht. Warten wir ab, ob Pantisano trotzdem mehr sein wird als Feigenblatt und Grüßaugust. Vielleicht schafft er es ja.
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#2 TrauerAnonym
  • 11.07.2023, 14:08h
  • ^^^Einen Schwerpunkt sieht der 48-Jährige im Kampf gegen queerfeindliche Gewalt.^^^

    Achja, wie oft haben wir das schon gehört und gelesen?
    Einfach mal wieder ne neue Person dmits so aussieht als würde was getan....
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#3 SvenAnonym
  • 11.07.2023, 14:32h
  • R2G hatte doch ein Aufnahmeprogramm für u.a. LSBTI Afghanen geplant. Was ist denn damit? Muss wohl wieder eingestampft worden sein, weil die CDU ja gegen Flüchtlinge hetzt und die SPD mal wieder umgefallen sein muss.
    Aber Hauptsache man kann irgendwelche Posten und Titel and irgendwelche Leute vergeben. Damit kann man ja wieder beim CSD mitlatschen und so tun, als ob man was macht. Wenn konkrete Hilfe dringend benötigt wird, dann kommt auch von der SPD nichts. Von der CDU ganz zu schweigen.
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