https://queer.de/?4630
- 11. April 2006 1 Min.
Köln (queer.de) - Gewalt und Ausgrenzung gehören immer noch zum Alltag von Lesben und Schwulen, resümiert das Rubicon-Beratungszentrum in Köln. Das sei ein Ergebnis der landesweiten Dokumentation von Diskriminierungs- und Gewaltfällen in Nordrhein-Westfalen. Demnach gingen im Jahr 2005 insgesamt 103 Fälle bei schwulen Überfalltelefonen und Beratungsstellen ein. In etwa der Hälfte wurden Lesben und Schwule gezielt körperlich angegriffen, waren Opfer von Sachbeschädigung und Eigentumsdelikten oder erlebten sexualisierte Gewalt wie sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung. "Weitaus alltäglicher ist jedoch die verbale und psychische Gewalt, die vor allen Dingen junge Lesben und Schwule immer noch erleben", so die Landeskoordinatorin Almut Dietrich. "Die dokumentierten Fälle zeigen die ganze Bandbreite von Gewalt gegen Lesben und Schwule und machen deutlich, dass Gewalt und Ausgrenzung trotz rechtlicher Gleichstellung immer noch zum Alltag von Lesben und Schwulen gehören." Dies bestätigten auch aktuelle Studien: Von 2500 Lesben und Schwulen, die im Jahr 2004 im Auftrag der Landeshauptstadt München befragt wurden, gaben demnach 60 Prozent an, dass sie schon einmal verbale Angriffe erlebt hatten, 40 Prozent sagten, sie seien Opfer von Einschüchterung, Psychoterror und Bedrohung geworden und 20 Prozent hatten bereits physische Gewalt erlebt. (pm)
Links zum Thema:
» Mehr Infos unter 'Vielfalt statt Gewalt'













