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Fußball-WM
Infantino veräppelt eigenen "Heute fühle ich mich homosexuell"-Spruch
Auf der Eröffnungspressekonferenz der WM der Fußballerinnen erinnert der FIFA-Präsident an seine Rede vor der WM in Katar.

FIFA-Präsident Gianni Infantino ist nach dem Regenbogenverbot wieder mal bester Laune (Bild: World Trade Organization / flickr)
- 19. Juli 2023, 09:47h 2 Min.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat auf der Eröffnungspressekonferenz der Fußball-WM der Frauen auf seine berühmte Rede vor der Männer-WM in Katar angespielt. "Für diejenigen, die darauf warten zu hören, wie ich mich heute fühle: Heute fühle ich mich müde, weil ich gerade gelandet bin", sagte Infantino am Mittwoch im neuseeländischen Auckland. Dabei war er offensichtlich über seine Aussage selbst amüsiert und lachte. "Aber ich fühle mich sehr glücklich", ergänzte der Chef-Funktionär des Weltfußballs.
Infantino bezog sich in seiner Rede auf eine Pressekonferenz Mitte November 2022 kurz vor dem Start der Männer-Weltmeisterschaft, bei der sich der Chef-Funktionär des Weltfußballs vor den Gastgeber Katar stellte – und Kritik an den Menschenrechtsverletzungen des Emirats, auch der staatlichen Verfolgung Homosexueller, mit folgenden Worten ins Lächerliche zog: "Heute fühle ich sehr starke Gefühle, heute fühle ich mich als Katarer, heute fühle ich mich als Araber, heute fühle ich mich afrikanisch. Heute fühle ich mich homosexuell. Heute fühle ich mich behindert, heute fühle ich mich als Arbeitsmigrant." Der Weltverbands-Präsident hatte damals eine angebliche "Doppelmoral" aus westlicher Richtung gegen den WM-Gastgeber Katar angeprangert (queer.de berichtete). Die Rede wurde damals von LGBTI-Aktivist*innen als Verhöhnung Schwuler und Lesben angesehen, da in Katar Homosexualität sogar mit dem Tod bestraft werden kann.
Mit Blick auf die Frauen-Weltmeisterschaft in Neuseeland und Australien, die an diesem Donnerstag beginnt, sagte der 53-Jährige: "Ich freue mich darauf, so viele Spiele wie möglich zu sehen." FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura gab an, dass für das Turnier bislang 1.375.000 Millionen Tickets verkauft seien.
Regenbogenverbot bei WM
Wie schon bei der Männer-WM untersagte Infantinos FIFA auch bei der anstehenden Frauen-WM das Tragen einer Regenbogenkapitänsbinde oder der "One-Love"-Binde. Stattdessen dürfen die Teams acht von der FIFA vorgegebene Themenbinden zeigen (queer.de berichtete). Das deutsche Team, das im letzten Testspiel gegen Sambia vor zehn Tagen noch mit einer Regenbogenkapitänsbinde aufgelaufen ist, trägt bei dem Turnier eine Mottoarmbinde gegen Gewalt gegen Frauen (queer.de berichtete).
Das Auftaktspiel Deutschlands findet am 24. Juli gegen Marokko statt (ab 10.30 Uhr deutscher Zeit, live im ZDF). Als Favoritinnen der WM gelten die Amerikanerinnen, die bereits die letzten beiden Weltmeisterschaften gewonnen haben. Die deutsche Auswahl zählt – neben Spanien und England – zu den Mitkandidatinnen auf einen WM-Sieg. (dpa/dk)















