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Polizeibericht

Vor dem CSD: Queer­feindliche Attacke am Nollendorfplatz

Im Berliner Regenbogenkiez wurde ein 44-Jähriger in der Nacht zu Samstag von einer Autofahrerin homophob beleidigt. Als der Mann sie dabei mit dem Handy filmte, stieg sie aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.


Der U-Bahnhof Nollendorfplatz in Berlin leuchtet nachts in Regenbogen­farben (Bild: Matze A. / flickr)

  • 23. Juli 2023, 05:12h 4 2 Min.

Queer­feindliche Gewalt im Berliner Regenbogenkiez: Zu einer Auseinandersetzung wurden Einsatzkräfte des Polizeiabschnitts 41 am frühen Samstagmorgen nach Schöneberg gerufen. Dem bisherigen Erkenntnisstand und Aussagen einer Zeugin sowie eines Zeugen zufolge war ein 44 Jahre alter Mann gegen 3 Uhr auf dem Nollendorfplatz unterwegs, als eine 33-jährige Frau den Vorbeilaufenden aus einem Fahrzeug heraus bei geöffnetem Fenster homophob beleidigt haben soll.

Wie die Polizei berichtet, soll der 44-Jährige daraufhin ein Handy genommen und die Frau gefilmt haben. Diese soll dann ausgestiegen, den Mann wiederholt beleidigt und ihm mit einer Faust ins Gesicht geschlagen haben. Die 33-Jährige wiederum gab den Einsatzkräften gegenüber an, von dem 44-Jährigen geschlagen worden zu sein, während dieser die Situation mit seinem Handy gefilmt habe.

Opfer berichtet von zwei weiteren Angreifern

Der angegriffene Mann schilderte außerdem, dass sich im Verlauf der Auseinandersetzung zwei unbekannt gebliebene Männer eingemischt hätten. Einer der beiden soll auf ihn eingeredet und ihn zu Boden gestoßen haben, wobei der 44-Jährige einen hinter ihm befindlichen Baum berührt habe und sich dabei Hautabschürfungen am Kopf zuzog. Die beiden Männer, die laut der Polizeimeldung weder der Angreiferin noch der Zeugin und dem Zeugen, die den 44-Jährigen begleiteten, aufgefallen seien, sollen vor Eintreffen der Polizei geflüchtet sein.

Der angegriffene Mann erlitt eine Platzwunde am Kopf, die in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Die 33-jährige Frau klagte über Schmerzen am Kopf. Eine medizinische Behandlung war nicht notwendig. Atemalkoholtests auf freiwilliger Basis ergaben bei der Frau einen Wert von etwa 1,6 Promille und bei dem Mann einen Wert von etwa 1,1 Promille. Die Ermittlungen wegen insgesamt dreier Körperverletzungen, einer davon mit homophober Beleidigung, werden – wie bei Hasskriminalität üblich – beim Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes geführt. Diese dauern an.

Kurz vor dem Berliner CSD war es im Bezirk Pankow zu einer weiteren queerfeindlichen Straftat gekommen: Am Freitagabend wurde ein 53-jähriger S-Bahn-Fahrgast von männlichen Jugendlichen beleidigt und geschlagen (queer.de berichtete).

Berliner Polizei für queerfeindliche Gewalt sensibilisiert

Immer wieder gibt es aus Berlin Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Landespolizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (cw/pm)

-w-

#1 Julian SAnonym
  • 23.07.2023, 10:21h
  • "Die 33-Jährige wiederum gab den Einsatzkräften gegenüber an, von dem 44-Jährigen geschlagen worden zu sein, während dieser die Situation mit seinem Handy gefilmt habe."

    Da er gefilmt hat, bevor sie ausgestiegen ist, müsste das ja auf dem Film zu sehen sein.

    Und selbst wenn:
    wenn eine Person mich bedroht und dann auch noch aus ihrem Wagen aussteigt und auf mich zugeht, würde auch ich davon ausgehen, dass sie mich körperlich angreifen will. Denn zum beleidigen bräuchte sie ja nicht aussteigen. Dann wäre also jede Selbstverteidigung als Notwehr erfasst.
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#2 MarijkeAnonym
  • 23.07.2023, 10:41h
  • Hab ich das richtig verstanden, die Autofahrerin hatte 1,6 Promille?
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 23.07.2023, 11:21h
  • "... bei der Frau einen Wert von etwa 1,6 Promille ..." oh da dürfte juristisch was zusammenkommen
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