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Polizeibericht
Berlin: Queerfeindliche Gewalt am CSD-Samstag – Staatsschutz ermittelt
Die Polizei meldet zwei Attacken mit Beleidigungen, Bespucken und physischer Gewalt aus Schöneberg und Alt-Hohenschönhausen.

Symbolbild: Die Berliner Behörden machen mutmaßliche queerfeindliche Taten gezielt publik (Bild: René Mentschke / flickr)
- 23. Juli 2023, 19:10h 2 Min.
Auch am Tag des Christopher Street Day ist es in Berlin zu queerfeindlichen Vorfällen gekommen. Im Stadtteil Alt-Hohenschönhausen wurden am Samstagabend zwei Frauen im Alter von 23 und 34 Jahren und eine 19-jährige trans Frau, die an der Großveranstaltung teilgenommen hatten, von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt und teils angespuckt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. In Schöneberg wurde ein 30-Jähriger von einem Mann, der sich homophob geäußert haben soll, physisch attackiert.
Bei dem Vorfall in Alt-Hohenschönhausen wurde das bunt gekleidete Trio den Polizei-Angaben zufolge von der Gruppe von fünf bis sechs Jugendlichen in einem Geschäft angestarrt, nachgeahmt und gefilmt. Nach Verlassen des Geschäfts sollen die drei Frauen dann von der Gruppe verfolgt und angegangen worden sein. Die Jugendlichen sollen alle drei homophob beleidigt sowie der 23- und 34-Jährigen zudem ins Gesicht gespuckt haben.
Die Tatverdächtigen konnten den Angaben zufolge noch vor Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte flüchten. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts (LKA) nahm, wie bei vermuteter Hasskriminalität üblich, Ermittlungen wegen Beleidigungen mit homophobem Hintergrund und Körperverletzungen auf.
Nach homophoben Äußerungen T-Shirt zerrissen und gewürgt
Bei dem Vorfall in Schöneberg soll sich nach Polizei-Angaben am Samstagmittag ein Mann in der U-Bahn in einem Telefonat lautstark homophob über den CSD geäußert haben. Am Bahnhof Yorckstraße habe der Mann dann den 30-Jährigen zunächst am Ausstieg gehindert, dann an dessen T-Shirt aus dem Waggon gezogen und am Hals gepackt.
Der Attackierte habe Schmerzen im Bereich des Halses und an einem Arm erlitten, teilte die Polizei weiter mit. Passanten hätten eingegriffen, woraufhin der Angreifer von dem 30-Jährigen abgelassen habe und zum U-Bahn-Ausgang gegangen sei. Auch in diesem Fall übernahm der Polizeiliche Staatsschutz des LKA die Ermittlungen.
Vorfälle bereits am Freitag
Am Sonntagmorgen hatte die Polizei in einer allgemeinen Bilanz von 84 Strafanzeigen rund um den CSD gesprochen – was bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung nichts Außergewöhnliches sei (queer.de berichtete). Die Sicherheitskräfte notierten demnach 22 einfache und vier gefährliche Körperverletzungen, sechs Mal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, fünf Drogendelikte und fünf Beleidigungen. Es sei vereinzelt auch zu Diebstählen und Sachbeschädigungen gekommen.
/ PolizeiBerlin_EBeim diesjährigen #CSD ist unser Präventionsteam vom #LKA erstmals mit eigenem Stand am #BrandenburgerTor vertreten.
Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) July 22, 2023
Das Team wünscht allen #HappyPride und einen friedlichen & sicheren #CSDBerlin !#berlinpride #imEinsatzfürVielfalt #loveislove pic.twitter.com/IMWVYU96Qj
Bereits für Freitag und die Nacht zu Samstag hatte die Polizei zwei queerfeindlichen Angriffe vom Nollendorfplatz sowie aus Pankow gemeldet. Mutmaßliche queerfeindliche Taten machen die Behörden wie andere Hasskriminalität gezielt publik. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (afp/cw)














Allerdings sehe ich einen Unterschied, ob bei einem z. B. Fußballspiel gegnerische Fans besoffen aufeinander losgehen oder ob Rechtsextreme friedlich Demonstrierende aufgrund ihrer Identität angreifen.
Diese unterschiedlichen Szenarios, und insbesondere die Motivationen für die jeweiligen Angriffe, sind für mich nicht vergleichbar.