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So queer wie nie
Rund hundert queere Fußballerinnen bei WM
13 Prozent der Spielerinnen bei der Fußball-Weltmeisterschaft sind offen queer – knapp ein Drittel der Teams hat allerdings überhaupt keine geoutete Spielerin.

Kann Svenja Huth bei der WM endlich so jubeln wie mit ihrem Verein VfL Wolfsburg? (Bild: Facebook / Svenja Huth)
- 24. Juli 2023, 08:26h 2 Min.
Anders als bei der Männer-Weltmeisterschaft im Verfolgerstaat Katar, bei der kein einziger offen queerer Spieler am Start war, gibt es bei der Frauen-WM in Australien und Neuseeland Dutzende Spieler*innen, die sich geoutet haben: Laut "Outsports" sind 94 Aktive Mitglieder der LGBTI-Community. Das entspricht rund 13 Prozent aller Teilnehmenden. Nicht mitgezählt sind freilich jene Spielerinnen, die sich nicht geoutet haben.
Insgesamt gibt es queere Spieler*innen in 22 der 32 Nationalteams – in acht der Teams gibt es sogar eine offen queere Kapitänin. Am queersten sind die Australierinnen mit zehn queeren Teilnehmenden, gefolgt von Brasilien und der Republik Irland (je 9) sowie Schweden (8).
Instagram / daniellevddonk | Die niederländische Mittelfeldspielerin Daniëlle van de Donk (re.) zeigt sich in sozialen Netzwerken mit ihrer Partnerin – mit ihrem Team wurde sie 2017 Europameisterin
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In Deutschland sind mit Ann-Katrin Berger, Sara Doorsoun, Svenja Huth, Lena Oberdorf, Felicitas Rauch und Lea Schuller sechs offen queere Spielerinnen am Start. Aus Kanada spielt Mittelfeldspier*in Quinn um den Sieg: Der Fußballstar sorgte 2021 für Schlagzeilen, als er als erste nichtbinäre Person eine WM-Goldmedaille mit ihrem Nationalteam holte (queer.de berichtete).
/ RainbowDevilsWant to know the best bit? They are already an Olympic Champion, with Canada having won gold in Tokyo! pic.twitter.com/fSKJaPtEHK
Rainbow Devils (@RainbowDevils) July 22, 2023
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Keine einzige queere Spielerin stellen dagegen zehn Staaten, darunter auch aus drei Ländern, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird – also Jamaika, Marokko und Sambia. Die Frage eines BBC-Reporters nach queeren Spielerinnen im marokkanischen Team wurde am Sonntag von der FIFA abgeblockt (queer.de berichtete). Daneben gibt es auch bei den Teams aus China, Haiti, Panama, Südkorea und Vietnam soweit bekannt keine einzige geoutete Spielerin.
Bei der WM stehen zugleich auch mehrere offen queere Nationaltrainerinnen auf dem Feld, darunter die deutsche Martina Voss-Tecklenburg und die schweizerische Coachin Inka Grings. Die beiden spielten zur Jahrtausendwende gemeinsam in der DFB-Auswahl, was zu einer dramatischen Situation mit homophoben Untertönen führte: Erst kürzlich erzählte Voss-Tecklenburg in einer Fernsehdokumentation darüber, dass ihre Beziehung in die Brüche ging und sie deshalb nicht zu den Olympischen Spielen 2000 nominiert wurde (queer.de berichtete). (cw)













