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WM-Stürmerin
Laura Freigang zeigt Verständnis für ungeoutete Herrenfußballer
Wann outet sich der erste Herrenfußballer der deutschen Bundesliga? Das wüsste auch Laura Freigang von der DFB-Auswahl gern. Den nötigen ersten Schritt würde sie unterstützen.

Laura Freigang (Bild: IMAGO / foto2press)
- 25. Juli 2023, 08:59h 3 Min.
Im Vorfeld ihres WM-Einsatzes am Montag gegen Marokko zeigte Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang Verständnis dafür, dass es bei den Fußballprofis in der Bundesliga der Männer noch kein Coming-out gegeben hat.
Das sagte die Stürmerin der "Bild"-Zeitung in einem Interview. Es brauche trotzdem aber jetzt einen ersten Schritt.
"Riesenrespekt" vor Coming-out bei Männern
Sie könne zwar verstehen, sagte Freigang, dass man als Herrenfußballer einen "Riesenrespekt" vor dem Coming-out habe. Ein erster Schritt bei den Bundesligakollegen aber werde aufzeigen, wie groß das Verständnis sei.
Ob das aber bald geschehe? "Schwierig zu sagen", so Freigang. Im Männerfußball würden "noch mal ganz andere Dinge im Raum stehen" spekuliert die Spielerin von Eintracht Frankfurt. "Vielleicht ist die Kabinen-Atmosphäre eine andere. Oder es steht mehr auf dem Spiel."
Bei den Frauen aber lebe man die Kultur der Akzeptanz. Man würde sich freuen, jeden aufzufangen und zu unterstützen, der sich öffnet. Freigang hoffe jedenfalls, dass sie ein männliches Bundesliga-Coming-Out während ihrer laufenden Pofi-Karriere noch erleben werde.
Froh um ausgebliebene Armbinden-Diskussion
Dass sich die Diskussion um eine Regenbogen-Kapitäninnenbinde bei der Frauen-WM nicht wiederholte, begrüßte Freigang im Interview. Es sei gut, dass sich im Vorfeld zur Findung einer Lösung zusammengesetzt worden sei, sagte sie. Die FIFA hatte eine Regenbogenbinde auch bei der Frauen-WM untersagt und stattdessen eine Reihe von Standard-Armbinden ins Feld geschickt, die wenig kontroverse politische Botschaften enthalten. Daraus hatten sich die deutschen Fußballerinnen die Binde zur Beendigung der Gewalt an Frauen ausgesucht (queer.de berichtete).
"Ich glaube, viele der Werte, für die die Regenbogenfahne steht und für die wir stehen, sind jetzt vertreten in den Lösungen, die von der FIFA vorgeschlagen wurden" meinte dazu Freigang in "Bild". Leider sei gleichgeschlechtliche Liebe immer noch nicht selbstverständlich. Die Problematik der Intoleranz bestehe "nach wie vor".
Am Montag gegen Marokko stand Freigang erst ab der 83. Minute auf dem Rasen. In der 90. Minute gelang ihr die Vorlage für das finale 6:0. Vor zwei Jahren verlängerte Freigang ihren Vertrag bei den Frankfurterinnen vorzeitig bis 2025. In der Corona-Saison 20/21 landete sie auf dem zweiten Treppchen des Wettstreits um die deutsche Torschützenkönigin.
Die deutsche Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg hatte bereits im März gesagt, dass ihr Team trotz des Regenbogenverbots für Vielfalt einstehen werde: "Wir tragen den Regenbogen sowieso immer im Herzen und mit uns", so die 55-Jährige (queer.de berichtete).
Im Vorfeld der WM sprachen mehrere Spielerinnen über Akzeptanz im DFB-Team: Lena Oberdorf und Lea Schüller betonten etwa, dass eine queere Identität im Frauenteam – anders als im Männerteam – völlig unproblematisch sei. Svenja Huth, die mit ihrer Frau ein Kind erwartet, kritisierte die Diskriminierung von lesbischen Müttern in Deutschland (queer.de berichtete). (jk)















Sorry, aber ich habe kein Verständnis dafür. Fußballer sind in einer privilegierten Situation und haben damit auch Vorbildfunktion. Die könnten so viel verändern, wenn sie diese Situation nutzen würden, statt sich selbst zu verleugnen und ihren Fans eine Schmierenkomödie vorzuspielen.
Den Fans ist doch egal, was Fußballer im Bett machen. Die wollen nur nicht belogen und verarscht werden.
Es gibt so viele schwule Jungs, die teilweise verzweifelt sind. Wie sehr würde denen geholfen, wenn auch Fußballer offen schwul wären. Mal ganz davon zu schweigen, wie das die Gesellschaft verändern würde.
Ja, sicher wird auch mal ein dummer Kommentar kommen. Aber sollten nicht gerade die Urheber solcher Kommentare einem egal sein? Und ist es nicht viel wichtiger, zu sich selbst zu stehen und keine Angst vor Enttarnung zu haben? Und es wäre auch wichtiger ein echtes Vorbild zu sein.
Auch schwarze Spieler hören dumme Kommentare, können aber nicht ihre Hautfarbe verbergen. Dann können schwule Spieler das doch wohl auch aushalten. Und da ist es Aufgabe aller Fußballer und aller Vereine, entschlossen sowohl gegen Rassismus als auch gegen Homophobie anzugehen.