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WM-Stürmerin

Laura Freigang zeigt Verständnis für ungeoutete Herrenfußballer

Wann outet sich der erste Herrenfußballer der deutschen Bundesliga? Das wüsste auch Laura Freigang von der DFB-Auswahl gern. Den nötigen ersten Schritt würde sie unterstützen.


Laura Freigang (Bild: IMAGO / foto2press)

Im Vorfeld ihres WM-Einsatzes am Montag gegen Marokko zeigte Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang Verständnis dafür, dass es bei den Fußballprofis in der Bundesliga der Männer noch kein Coming-out gegeben hat.

Das sagte die Stürmerin der "Bild"-Zeitung in einem Interview. Es brauche trotzdem aber jetzt einen ersten Schritt.

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"Riesenrespekt" vor Coming-out bei Männern

Sie könne zwar verstehen, sagte Freigang, dass man als Herrenfußballer einen "Riesenrespekt" vor dem Coming-out habe. Ein erster Schritt bei den Bundesligakollegen aber werde aufzeigen, wie groß das Verständnis sei.

Ob das aber bald geschehe? "Schwierig zu sagen", so Freigang. Im Männerfußball würden "noch mal ganz andere Dinge im Raum stehen" spekuliert die Spielerin von Eintracht Frankfurt. "Vielleicht ist die Kabinen-Atmosphäre eine andere. Oder es steht mehr auf dem Spiel."

Bei den Frauen aber lebe man die Kultur der Akzeptanz. Man würde sich freuen, jeden aufzufangen und zu unterstützen, der sich öffnet. Freigang hoffe jedenfalls, dass sie ein männliches Bundesliga-Coming-Out während ihrer laufenden Pofi-Karriere noch erleben werde.

Froh um ausgebliebene Armbinden-Diskussion

Dass sich die Diskussion um eine Regenbogen-Kapitäninnenbinde bei der Frauen-WM nicht wiederholte, begrüßte Freigang im Interview. Es sei gut, dass sich im Vorfeld zur Findung einer Lösung zusammengesetzt worden sei, sagte sie. Die FIFA hatte eine Regenbogenbinde auch bei der Frauen-WM untersagt und stattdessen eine Reihe von Standard-Armbinden ins Feld geschickt, die wenig kontroverse politische Botschaften enthalten. Daraus hatten sich die deutschen Fußballerinnen die Binde zur Beendigung der Gewalt an Frauen ausgesucht (queer.de berichtete).

"Ich glaube, viele der Werte, für die die Regenbogenfahne steht und für die wir stehen, sind jetzt vertreten in den Lösungen, die von der FIFA vorgeschlagen wurden" meinte dazu Freigang in "Bild". Leider sei gleichgeschlechtliche Liebe immer noch nicht selbstverständlich. Die Problematik der Intoleranz bestehe "nach wie vor".

Am Montag gegen Marokko stand Freigang erst ab der 83. Minute auf dem Rasen. In der 90. Minute gelang ihr die Vorlage für das finale 6:0. Vor zwei Jahren verlängerte Freigang ihren Vertrag bei den Frankfurterinnen vorzeitig bis 2025. In der Corona-Saison 20/21 landete sie auf dem zweiten Treppchen des Wettstreits um die deutsche Torschützenkönigin.

Die deutsche Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg hatte bereits im März gesagt, dass ihr Team trotz des Regenbogenverbots für Vielfalt einstehen werde: "Wir tragen den Regenbogen sowieso immer im Herzen und mit uns", so die 55-Jährige (queer.de berichtete).

Im Vorfeld der WM sprachen mehrere Spielerinnen über Akzeptanz im DFB-Team: Lena Oberdorf und Lea Schüller betonten etwa, dass eine queere Identität im Frauenteam – anders als im Männerteam – völlig unproblematisch sei. Svenja Huth, die mit ihrer Frau ein Kind erwartet, kritisierte die Diskriminierung von lesbischen Müttern in Deutschland (queer.de berichtete). (jk)

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#1 PeerAnonym
  • 25.07.2023, 13:21h
  • "Laura Freigang zeigt Verständnis für ungeoutete Herrenfußballer"

    Sorry, aber ich habe kein Verständnis dafür. Fußballer sind in einer privilegierten Situation und haben damit auch Vorbildfunktion. Die könnten so viel verändern, wenn sie diese Situation nutzen würden, statt sich selbst zu verleugnen und ihren Fans eine Schmierenkomödie vorzuspielen.

    Den Fans ist doch egal, was Fußballer im Bett machen. Die wollen nur nicht belogen und verarscht werden.

    Es gibt so viele schwule Jungs, die teilweise verzweifelt sind. Wie sehr würde denen geholfen, wenn auch Fußballer offen schwul wären. Mal ganz davon zu schweigen, wie das die Gesellschaft verändern würde.

    Ja, sicher wird auch mal ein dummer Kommentar kommen. Aber sollten nicht gerade die Urheber solcher Kommentare einem egal sein? Und ist es nicht viel wichtiger, zu sich selbst zu stehen und keine Angst vor Enttarnung zu haben? Und es wäre auch wichtiger ein echtes Vorbild zu sein.

    Auch schwarze Spieler hören dumme Kommentare, können aber nicht ihre Hautfarbe verbergen. Dann können schwule Spieler das doch wohl auch aushalten. Und da ist es Aufgabe aller Fußballer und aller Vereine, entschlossen sowohl gegen Rassismus als auch gegen Homophobie anzugehen.
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#2 AndiAnonym
  • 25.07.2023, 14:01h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Du hast mit Deinem Kommentar mehr recht, als Du Dir vorstellst.

    Schwule Fußballer outen sich nicht deshalb nicht, weil sie Homophobie usw. fürchten, sondern weil ihnen all die gesellschaftlichen Veränderungen, die Du ansprichst, nichts bedeuten. Sie lehnen diesen Altruismus, der sich in einem öffentlichen Coming Out ausdrücken würde, ab. Sie wollen sich nicht "für andere" outen. Sie würden sich allenfalls für sich selbst outen. Das tun sie aber nicht, weil sie daraus unmittelbar keine Vorteile ziehen. Anders als sich viele das vorstellen, lebt es sich als öffentliche Person ungeoutet eben durchaus komfortabel und weitestgehend problemlos. Die angebliche Angst vor einem Zwangsouting ist weit überzogen. Kurzum: So lange ein Coming Out ein altruistischer anstatt ein selbstdienlicher Akt bleibt, wird da auch nichts kommen.

    Diesen Egoismus kann man beklagen, er ist aber nun mal da. Da sieht man die Tage wieder am Liverpool-Fußballer Jordan Henderson, der sich viele Jahre als bester Freund von schwul und trans angebiedert hatte und jetzt frech und schamlos für viel Geld nach Saudi Arabien wechselt.
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#3 PeerAnonym
  • 25.07.2023, 14:59h
  • Antwort auf #2 von Andi
  • Man sieht zwar immer wieder, dass es auch Spieler gibt, die für Kohle alles tun, aber es gibt auch noch andere, denen die Fans nicht egal sind und die ihr Gewissen nicht verkaufen.

    Und ganz abgesehen davon:
    Man tut das in erster Linie für sich. Dass man damit auch ein Vorbild und Idol schwuler Teenager sein kann und die Gesellschaft etwas liberaler machen kann, sind angenehme Nebeneffekte, aber den meisten Nutzen hätten die selbst davon.

    Denn auch wenn man das in der akuten Situation nicht so merkt, aber die ewige Selbstverleugnung, das ständige Aufpassen, was man sagt, wo man mit wem gesehen wird, etc. und die omnipräsente Angst vor Enttarnung hinterlassen langfristig psychische Schäden.

    Und diese Schäden sind viel größer als ein paar blöde Kommentare irgendwelcher Fascho-Fans, die einem egal sein können und die nur ihr eigenes jämmerliches Leben kompensieren wollen. Zumal darauf genug andere Fans kommen, die einen unterstützen.
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