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Pforzheim

Trans Frau auf barrierefreies Klo verwiesen

Weil einem Pforzheimer Wirt das Äußere einer transgeschlechtlichen 63-Jährigen nicht passte, verwehrte er ihr den Zugang zur Frauentoilette. Inzwischen hat er ein diskriminierendes Schild an das barrierefrei Klo im "Palm Beach" angebracht.


Marie Luisa Quolke beim diesjährigen CSD Stuttgart (Bild: Instagram)
  • 25. Juli 2023, 13:45h 29 2 Min.

Seit Monaten hat Pforzheim mit den queer­feindlichen Hetzpredigten der Baptistenkirche Zuverlässiges Wort zu kämpfen, über die queer.de in einem eigenen Schwerpunkt berichtet. Aktuell sorgt jedoch ein Vorfall für Ärger, der sich bereits im Juni abgespielt hat – erst jetzt wurde er von verschiedenen überregionalen Medien aufgegriffen.

Der Stammtisch der trans­geschlechtlichen Marie Luisa Quolke tagte nicht wie sonst im Dorf Mühlacker nahe der baden-württembergischen Großstadt, sondern in der Sportsbar "Palm Beach" in Pforzheim selbst. Doch als Quolke dort die Toilette benutzen wollte, wurde ihr der Einlass verwehrt.

TikTok-Video brachte Aufmerksamkeit

In einem TikTok-Video erzählte die 63-Jährige von der negativen Erfahrung. "Ihr glaubt nicht, was mir gerade passiert ist" begann ihr im Netz veröffentlichter Clip, der ihr bisher viel Unterstützung, aber eben auch Hass eingebracht hat.

Denn nachdem der Stammtisch transgeschlechtlicher Frauen gegessen und getrunken hatte, wollte Quolke wie gewohnt die Damentoilette betreten. Schließlich hatte sie "knapp zwei Liter Wasser getrunken", wie sie dem "Stern" sagte. Doch der Wirt hinderte sie am Betreten. Sie solle "auf die andere Toilette".

Gäste hätten sich beschwert, gab der Wirt zur Begründung an – was Quolke nicht glaubt. Gegenüber der "Bild" verteidigte sich der Besitzer der Lokalität. Man sei nicht transfeindlich, aber: Man sehe Damentoiletten, in offensichtlicher Kenntnis aktueller transfeindlicher Diskurse, "als Schutzort für Frauen". Und: "Da können keine geborenen Männer drauf". Auch verwies er auf die Statur der 63-Jährigen.

Inzwischen hat der Betreiber nachgelegt und dem Boulevard-Magazin ein Schild präsentiert, das er an das barrierefreie WC angebracht hat. Es zeigt ein Piktogramm einer Person, die auf der einen Seite dem männlichen, auf der anderen Seite dem weiblichen Piktogramm entspricht.

"Sagt mal, wo leben wir denn?", fragt Quolke in ihrem kurz nach dem Vorfall aufgenommenen Video erkennbar fassungslos. "Das kann doch nicht wahr sein, das gibt's doch gar nicht!" Inzwischen geht sie auch juristisch gegen das Lokal vor. (jk)

-w-

#1 Lucas3898Anonym
  • 25.07.2023, 16:17h
  • Wobei eine unisex-Toilette doch eine sinnvolle Lösung ist, wenn es die bauliche Möglichkeit dafür gibt.
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#2 ----Anonym
  • 25.07.2023, 16:36h
  • Antwort auf #1 von Lucas3898
  • Das ist keine sinnvolle Lösung, das ist Othering. Trans Frauen sind Frauen und haben das Recht, dementsprechend die Damentoilette zu benutzen. Eine dritte Option ZUSÄTZLICH anzubieten, für die, die sie wollen und brauchen, ist was anderes.
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#3 PolitikverdrossenAnonym
  • 25.07.2023, 18:00h
  • Antwort auf #1 von Lucas3898
  • Leider wird die Lösung immer häufiger genutzt um trans Frauen schlichtweg den Zugang zu Toiletten usw einzuschränken und vorgeblich dennoch als progressiv zu gelten.
    Es ist nichts anderes als Diskriminierung...
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