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Polizeibericht

Wesendorf: Angriff auf Häuser mit Prideflaggen

Im niedersächsischen Wesendorf attackierten Unbekannte am vergangenen Wochenende mehrere Privathäuser mit Eiern und Silvesterböllern. Die Bewohner*innen aller betroffenen Grundstücke hatten Regenbogenfahnen angebracht.


Symbolbild: Regenbogenfahne auf einem Balkon (Bild: IMAGO / Dean Pictures)
  • 28. Juli 2023, 02:22h 9 2 Min.

In der Samtgemeinde Wesendorf wurden am vergangenen Wochenende gezielt Wohnhäuser attackiert, die eine Regenbogen­flagge gehisst hatten. Darüber informierte die Polizeiinspektion Gifhorn am Donnerstag.

Unbekannte Personen warfen demnach Eier und Feuerwerkskörper gegen Fassaden und Fenster sowie auf Terrassen. "Die Tatorte in diesen Fällen eint nach bisherigen Ermittlungen eins, ein gesellschaftliches Symbol in Form einer Regenbogen­fahne", heißt es im Polizeibericht. "Diese ist oder war lange Zeit auf betroffenen Grundstücken gehisst oder im jeweiligen Haus aufgehängt erkennbar. In teils auch länger zurückliegenden Fällen wurden Fahnen durch die bislang unbekannten Täter von Privatgrundstücken entwendet oder sollten entwendet werden, auch zu diesen nicht vollendeten Taten wird ermittelt."

Der Staatsschutz ermittelt

Die Ermittlungen hat das für den Staatsschutz zuständige Fachkommissariat im Zentralen Kriminaldienst übernommen. "Wenn fremde Sachen beschädigt oder zerstört werden ist das eine Straftat und damit Aufgabe der Polizei. Was diese Straftaten besonders macht, ist der Angriff auf ein Symbol für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt", erklärte Kriminaloberrat Franz Mahncke, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Gifhorn. "Hierbei handelt es sich um Werte, die im Artikel 3 des Grundgesetzes verankert und für das gesellschaftliche Leben von elementarer Bedeutung sind. Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung sind derartige Sachverhalte auch im Kontext der Rechte und des Schutzes von Minderheiten zu betrachten."

Im Rahmen der Ermittlungen zu den Taten werden Zeug*innen und Hinweisgeber*innen sowie weitere Geschädigte gesucht. Diese werden gebeten, sich bitte bei der Polizei Gifhorn unter der Telefonnummer (05371) 980-0 zu melden.

Entsetzen beim Queeren Netzwerk Gifhorn

Das Queere Netzwerk Gifhorn zeigte sich am Donnerstagabend "dankbar, dass der Rechtsstaat hier durchgreift". "Was diverse Gruppierungen hier durch Falschbehauptungen, Lügen und Unwahrheiten als Saat in unserem Landkreis gelegt haben, geht jetzt auf", erklärte das Netzwerk in einer Pressemitteilung sowie in sozialen Medien. "Wenn Gruppierungen die Werte unseres Grundgesetzes mit Füßen treten und es in Kauf nehmen dass auch Menschen verletzt werden, kann kein wirklicher Demokrat dazu schweigen." In Gifhorn fand am 8. Juli der erste CSD statt. (mize/pm)

-w-

#1 Pride
  • 28.07.2023, 08:59h...
  • Die Polizei ist bzgl. der Konsequenz aus Art. 3 weiter als so manch queere Person.
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#2 SebiAnonym
  • 28.07.2023, 09:59h
  • Früher konnte man Prideflaggen am Haus haben, Prideaufkleber auf dem Auto, etc. ohne Angst haben zu müssen.

    Es wird immer schlimmer und die Politik sieht tatenlos zu. Die machen weiter wie immer und machen mit ihrer geballten Inkompetenz den Frust der Bürger größer und größer was dann das perfekte Pflaster für Extremisten ist.

    Wenn die nicht ganz schnell ganz viel anders machen, wird es irgendwann zu spät sein.
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#3 KopfschüttelAnonym
  • 28.07.2023, 10:09h
  • Das muss wohl dieser "klare Gegentrend" sein, die sich in der Geschichte wiederholt. Da leisten die rechten Kräfte (samt Presseorgan) ganze Arbeit.
    Die Anhänger bekommen zwar keine echten Lösungen für ihre eigenen Probleme angeboten.
    Aber unschön auf eine Minderheit eindreschen und davon ablenken, dass man selber keine Lösungen zu bieten hat.
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