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Neubrandenburg
Neonazis ersetzen Regenbogen- durch Hakenkreuzfahne
Die Polizei von Neubrandenburg bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Unbekannte Personen entwendeten in der Nacht zu Samstag die auf dem Bahnhofsvorplatz gehisste Regenbogenfahne und ersetzten sie durch einen Hakenkreuzflagge.

Auf dem Archivbild ohne Fahnen: Bahnhofsvorplatz in Neubrandenburg (Bild: IMAGO / Norbert Fellechner)
- 29. Juli 2023, 08:08h 2 Min.
In Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern haben unbekannte Personen in der Nacht zu Samstag die auf dem Bahnhofsvorplatz gehisste Regenbogenflagge entwendet und durch eine Hakenkreuzflagge ersetzt. Das meldete die Polizei am Samstagmorgen.
Laut Polizeibericht wurde die Einsatzleitstelle um 6.38 Uhr über den Vorfall informiert. Die Flagge mit dem NS-Symbol wurde daraufhin von Beamt*innen vom Fahnenmast entfernt und sichergestellt. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole wurde eingeleitet.
Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer das Tatgeschehen beobachtet hat oder Hinweise zu den Tatverdächtigen geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Neubrandenburg unter Tel. (0395) 5582 5224, bei jeder anderen Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Landespolizei zu melden.
Bereits in der vergangenen Woche hatten Unbekannte in Naumburg in Sachsen-Anhalt eine Regenbogentreppe in den Farben der "Reichsflagge" übermalt (queer.de berichtete).
Pridefahne in Neubrandenburg bereits mehrfach gestohlen
Die Regenbogenfahne wird seit Mai 2022 u.a. neben der Landesfahne dauerhaft am Neubrandenburger Bahnhof gehisst. Nach Angaben des Vereins queerNB wurde sie seitdem bereits mehrfach gestohlen. Der Austausch durch eine Hakenkreuzflagge habe jedoch eine "neue Qualität", erklärte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Nils Berghof. "Es macht eben deutlich, dass es nicht ein Dummer-Jungen-Streich ist, sondern eine politische Agenda von rechts außen hinter dem gezielten Diebstahl der Regenbogenflagge steckt. Das bereitet uns Sorge und zeigt uns zugleich, wie wichtig es ist für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten zu kämpfen."
Am 19. August findet in Neubrandenburg der Christopher Street Day statt. Marcel Spittel, der Vorsitzender von queerNB, wies darauf hin, dass bereits in der zurückliegenden Woche durch Diskussionen auf Facebook über den CSD die queerfeindliche Stimmung angeheizt wurde. So empörte sich der Neubrandenburger AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komning über "'woken' Regenbogen-Unsinn, der Minderheiten-Interessen unverhältnismäßig überhöht". Auch Tim Großmüller, Mitglied der Fraktion Bürger für Neubrandenburg in der Stadtvertretung, verurteilte die Regenbogenfahne als "politische Agenda der Altparteien".
Im Jahr 2019 hatten gewaltbereite Rechtsextremisten den queerNB-Vorsitzenden Marcel Spittel in der mecklenburgischen Großstadt gezielt attackiert (queer.de berichtete). (cw)
Nachträglich ergänzt um Stellungnahme von queerNB.















