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Katholische Kirche

Wegen Segnung homo­sexueller Paare: Woelki ließ Priester abmahnen

Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer-Maria Woelki hat den Mettmanner Pfarrer Monsignore Herbert Ullmann abgestraft. Anlass war ein Segnungsgottesdienst für alle sich liebenden Paare im März.


Rainer Maria Woelki ist seit 2014 Erzbischof von Köln (Bild: Erzbistum Köln)

Offenbar entgegen einer früheren Zusage hat der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer-Maria Woelki den queerfreundlichen Pfarrer Monsignore Herbert Ullmann aus Mettmann abgemahnt. Anlass war ein Gottesdienst für alle sich liebenden Paare im März, bei dem Ullmann auch gleichgeschlechtliche Paare segnete. Über die Abstrafung berichtete Ende vergangener Woche erstmals die "Rheinische Post" (Bezahlartikel).

Der Verwarnung durch Woelki ging demnach eine Anzeige durch eine unbekannte Person beim Vatikan voraus. Der Kölner Erzbischof erteilte Ullmann außerdem die Auflage, dass zukünftig im Sendungsraum Mettmann-Wülfrath kein Segnungsgottesdienst für alle sich liebenden Paare mehr stattfinden darf.

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Aktion der "Regenbogenkirche für alle"

Der Segnungsgottesdienst der Pfarrei St. Lambertus am 26. März 2023 war Teil einer Veranstaltungsreihe, die von der Arbeitsgruppe "Regenbogenkirche für alle" vorbereitet und durchgeführt wurde. Diese engagierten Christ*innen setzen sich dafür ein, dass niemand aufgrund der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität in der römisch-katholischen Kirche ausgegrenzt wird.

Mit der Abmahnung von Pfarrer Ullmann werde "dieses Anliegen einer menschenfreundlichen und einladenden Pastoral durch Kardinal Woelki radikal durchkreuzt", kritisierte die Initiative #OutInChurch am Sonntag in einer Pressemitteilung. "Kardinal Woelki fördert mit solcherlei Verhalten weiterhin eine Kirche der Angst. Diese Vorgänge offenbaren erneut, dass im Erzbistum Köln ein System der Denunziation und Einschüchterung, der Drohung und des Machtmissbrauchs herrscht und auch gegen anderslautende Beteuerungen ungehindert weitergeht."

Nur zwei Wochen vor dem Segnungsdienst in Mettmann hatte die letzte Vollversammlung des Synodalen Wegs mehrheitlich für die Möglichkeit von Segensfeiern für homosexuelle Paare gestimmt (queer.de berichtete). Ebenfalls im März habe Woelki bei einem Treffen mit Vertreter*innen von #OutInChurch erklärt, dass er derartige Handlungen nicht sanktionieren werde, heißt es in der Pressemitteilung der Initiative. "Diese aktuellen Vorgänge machen deutlich, dass auf das Wort dieses Kardinals keinerlei Verlass ist." Woelki hatte sich bei der Abstimmung beim Synodalen Weg enthalten und anschließend erklärt, er warte auf eine Stellungnahme des Vatikans.

Pfarrer Rothe schlägt gemeinsamen Segnungsgottesdienst vor

Auch der schwule katholische Pfarrer Wolfgang F. Rothe aus München zeigte sich mit seinem Kollegen aus Mettmann solidarisch und schlug Herbert Ullmann in einem Brief vor, gemeinsam mit ihm und weiteren katholischen Seelsorger*innen jetzt erst recht einen Segnungsgottesdienst zu feiern. "Darüber hinaus erlaube ich mir Sie inständig zu bitten, sich weder einschüchtern noch unterkriegen zu lassen", heißt es in dem Schreiben, das queer.de vorliegt. "Was Sie getan haben, war im Erzbistum Köln zweifellos mutig. Aufs Ganze gesehen war und ist es aber eine Selbstverständlichkeit."

Aus Sicht des Kirchenrechtlers Norbert Lüdecke hat Woelki dagegen korrekt gehandelt: "Ein Pfarrer hat vor seiner Amtsübernahme erneut zu bekennen, dass er sich mit allen verbindlichen Lehren der Kirche identifiziert, einschließlich der ausnahmslosen sittlichen Verurteilung nicht-heterosexueller Handlungen", wird Lüdecke von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zitiert. "Und er hat geschworen, alle kirchlichen Vorschriften einzuhalten. Zu ihnen gehört auch, keine Nicht-Hetero-Beziehungen zu segnen." Der Kölner Kardinal wiederum sei – wie alle Bischöfe – verpflichtet, "auf die Einhaltung aller kirchlichen Gesetze zu drängen und Missbräuchen auch in Bezug auf die Sakramentalien, zu denen auch Segnungen gehören, vorzubeugen".

Das Kölner Erzbistum wollte den Vorgang gegenüber KNA nicht kommentieren. "Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir uns zu Personalangelegenheiten grundsätzlich nicht äußern können", teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Der gemaßregelte Pfarrer Ullmann ist derzeit im Urlaub. (cw)

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