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Nach Verbot der evangelischen Kirche

Praunheim-Ausstellung öffnet wieder in Nürnberg

Vergangene Woche sorgte die Schließung einer Praunheim-Ausstellung zu Homosexualität und Kirche in Nürnberg für Aufsehen. Ab Mittwoch sind die Exponate wieder zu sehen – allerdings nicht mehr in einer Kirche.


Die Ausstelung "Jesus liebt" wird ab Mittwoch wieder in Nürnberg zu sehen sein (Bild: Rosa von Praunheim)

  • 31. Juli 2023, 10:43h 3 Min.

Die kontrovers diskutierte Ausstellung "Jesus liebt" des Künstlers Rosa von Praunheim soll in Nürnberg wieder gezeigt werden – aber nun in einer Galerie statt in einer Kirche. Die Bilder seien von Mittwoch (2. August) an in der Kreisgalerie in Nürnberg zu sehen, teilte der CSD-Förderverein Nürnberg am Montag mit.

"Wir lassen uns nicht schließen! Und einschüchtern erst recht nicht!", teilte der CSD-Verein auf Facebook mit. "Nachdem sich die Nürnberger Egidienkirche nicht weiter in der Lage sieht, provokativer queerer Kunst ein Obdach zu gewähren, sind aus der Nürnberger Kunstszene viele Angebote bei uns eingegangen, die Ausstellung aufzunehmen. Es müssen sich weiterhin möglichst viele Menschen ein eigenes Bild von Rosas Bildern machen und sich eine eigene Meinung bilden können. Denn: Eine Zensur findet bei uns nicht statt!"

Jesus liebt wieder und zwar in der @kreis_galerie Bekanntmachung zur Nürnberger Wiedereröffnung der Ausstellung ?Jesus...

Posted by CSD Nürnberg on Monday, July 31, 2023
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Die Schau zu Liebe, Sex und Homosexualität im Christentum war wegen negativer Reaktionen vor allem von Rechtsaußen kurz nach ihrer Eröffnung in der evangelischen Kulturkirche St. Egidien gestoppt worden (queer.de berichtete). Die Kirchengemeinde hatte zuvor von Reaktionen berichtet, die von ernstzunehmender Kritik bis Hass und Hetze reichten. "Zahlreiche Menschen fühlten sich in ihrem religiösen Empfinden verletzt", hieß es von der Gemeinde. Kurz darauf beschloss der Kirchenvorstand, die Schau nicht wieder zu öffnen.

Der schwule Künstler von Praunheim teilte mit, die Ausstellung solle fortan in Galerien und nicht wieder in einer Kirche gezeigt werden. Ab Anfang Oktober soll die Schau in München und im Dezember in Hamburg zu sehen sein (queer.de berichtete).

Pfarrer verteidigt Ausstellungsverbot

Inzwischen hat Pfarrer Steven Kennedy Henkel von der Münchner Sankt Lukas Kirche im "Sonntagsblatt" die Schließung verteidigt und behauptet, dass nicht die Thematik Homosexualität der Grund für das Ende der Ausstellung sei – sondern die Thematisierung von Sex: "Ich gehe fest davon aus, dass auch heterosexuelle Darstellungen von Hardcore Gruppen-, Anal- und Oralsex, mittendrin Jesus, das alles unter dem Dach einer Kirche, für einiges an Widerspruch gesorgt hätten", so der 36-Jährige, der die Aufgabe des "Jesus Headhunter" in Sachen evangelischer Nachwuchsgewinnung in Bayern inne hat.

Die Ausstellung verenge zudem männliche Homosexualität auf das Thema Sex. "Gerade beim Queer-Thema, wo die Kirche ein ernstzunehmender Safe Space sein will, sollte Kunst clever Denkmuster infrage stellen und zum gegenseitigen Verstehen verlocken. Nicht durch Provokation für Aufregung, Vorurteilsbestätigung und Streit sorgen, sodass am Ende die Gräben und die Mauern höher sind als vorher", erklärte Kennedy Henkel. (dpa/cw)

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