https://queer.de/?46478
US-Präsidentschaftswahlkampf
Mike Pence will Trans-Verbot im Militär wiedereinführen
Der frühere Vize von Donald Trump setzt in seinem Wahlkampf auf Queerfeindlichkeit – und bringt die Wiedereinführung des Trans-Verbots im Militär ins Spiel.

Mike Pence wollte bei seinem ersten Wahlkampf 2000 noch Werbung für die "Heilung" von Schwulen und Lesben – inzwischen schießt er sich vermehrt auf trans Menschen ein (Bild: Gage Skidmore / flickr)
- 31. Juli 2023, 12:52h 3 Min.
US-Präsidentschaftskandidat Mike Pence hat am Samstag beim Wahlkampf in Iowa erklärt, er wolle trans Menschen erneut pauschal wegen ihrer Geschlechtsidentität aus den US-Streitkräften ausschließen.
"Wir haben heutzutage Menschen jedweden Hintergrunds – von jeder ethnischen Gruppe, jeder Glaubensrichtung und jeder Hautfarbe und Überzeugung – im Militär", so Pence laut der Tageszeitung "Des Moines Register". "Aber trans Personal untergräbt meiner Ansicht nach den Zusammenhalt der Truppe auf einzigartige Weise."
Pence behauptete, dass die Anwesenheit von trans Soldat*innen andere davon abhalte, im Militär zu dienen: "Ich denke, dass all dieser politisch korrekte Unsinn, der im Pentagon vor sich geht, die Rektrutierung des amerikanischen Militärs beeinflusst. Wir müssen uns in unserem Militär wieder wie früher darauf konzentrieren, das am besten trainierte und bestvorbereitete Militär der Welt zu sein." Inwiefern trans Menschen die Rekrutierung und das Training der Streitkräfte stört, sagte Pence indes nicht.
Erlaubt – verboten – erlaubt – jetzt wieder verboten?
Das Trans-Verbot im US-Militär war erst 2016 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama aufgehoben worden (queer.de berichtete). Vor Inkrafttreten der neuen Regelung setzte es aber sein Nachfolger Donald Trump ein Jahr später wieder in Kraft (queer.de berichtete). Nach einem erneuten Regierungswechsel hob der neue Präsident Joe Biden das Trans-Verbot als eine seiner ersten Amtshandlungen im Januar 2021 wieder auf (queer.de berichtete).
Die Debatte erinnert an das 2011 vom damaligen Präsidenten Obama aufgehobene Homosexuellenverbot in den US-Streitkräften (queer.de berichtete). Auch damals argumentierten viele Republikaner, dass damit der Zusammenhalt der Streitkräfte geschwächt werden würde. Da inzwischen eine breite Mehrheit kein Problem mehr hat mit lesbischen Soldatinnen oder schwulen Soldaten, hat die Trump-Regierung dieses Verbot nicht wieder eingeführt.
Pence hatte bereits mehrfach mit queerfeindlichen Äußerungen im Wahlkampf für Schlagzeilen gesorgt. Im März teilte er etwa verbal gegen den Vaterschaftsurlaub von Verkehrsminister Pete Buttigieg, dem einzigen offen schwulen Bundesminister in der Biden-Regierung aus. Das Weiße Haus kritisierte die "homophoben Witze" von Pence als "abstoßend und unangemessen" (queer.de berichtete).
Auch andere Bewerber queerfeindlich
Im republikanischen Vorwahlkampf spielt Queerfeindlichkeit derzeit eine große Rolle: So machte Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida, seinen Kampf gegen queere Rechte zu einem seiner Hauptthemen im Wahlkampf (queer.de berichtete). DeSantis gilt weiterhin als aussichtsreichster Kandidat nach Donald Trump, der seine Kandidatur bereits vergangenes Jahr angekündigt hatte (queer.de berichtete).
Die erste Vorwahl bei den Republikanern findet Mitte Januar 2024 in Iowa statt. Bis März soll dann in allen Bundesstaaten und US-Territorien abgestimmt worden sein und ein Kandidat oder eine Kandidatin feststehen. Die Präsidentschaftswahl wird Anfang November stattfinden. Bei den Demokraten steht Präsident Joe Biden praktisch bereits als Kandidat fest (queer.de berichtete). (dk)














