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"Wir wundern uns über die Einseitigkeit"

dgti kritisiert Sat.1-Früh­stücks­fernsehen

Ein Verband für trans und inter Menschen bemängelt, dass in der Berichterstattung oft transfeindliche Rhetorik einfach übernommen wird – etwa in einem Beitrag des Frühstücksfernsehens.


Die dgti hält den Sat.1-Beitrag vom 25. Juli mit Gast Sebastian Ahlefeld und Moderatorin Marlene Lufen für stark verbesserungswürdig (Bild: Screenshot Sat.1)
  • 1. August 2023, 12:16h 3 Min.

Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) hat am Dienstag einen Beitrag im Sat.1-Frühstücksfernsehen aus der vergangenen Woche kritisiert. In der Morgensendung war am 25. Juli über das Thema "Polarisiert die Queer-Community zu sehr?" gesprochen worden. "Ohne journalistische Sorgfalt", wie die dgti bemängelte.

"Wir sind höchst erstaunt über diesen Bericht und wundern uns über die Einseitigkeit", erklärte der 1998 gegründete Verein. Das siebeneinhalbminütige Segment besteht hauptsächlich aus einem Interview mit Sebastian Ahlefeld, der als "Aktivist der Queer-Community" vorgestellt wurde. Bei ihm handelt es sich um den "Chef vom Dienst der Online-Angebote der 'Berliner Zeitung'", der laut dgti "in der Vergangenheit mit diskreditierender Berichterstattung über Alfonso Pantisano auffiel". Ahlefeld, früher unter anderem LGBT-politischer Sprecher der Berliner FDP und TV-Redakteur bei "Bild", gilt als scharfer Kritiker des Berliner Queerbeauftragten. "Gegendarstellungen gab es keine", beklagte die dgti.

Der Verband kritisierte insbesondere Moderatorin Marlene Lufen, die etwa den CSD mit der Love Parade vergleiche oder erklärte, es sei ein Trend zu beobachten, "dass es 'zu viel sei' und es 'langsam mal reiche' mit Forderungen". Als Beispiel nannte die dgti: "Eingeblendet wird ein Bild einer Postkartenaktion der SPDQueer Berlin von 2018, Alfonso Pantisano wird namentlich genannt. Die verkürzte, einseitige und tendenziöse Berichterstattung wird an diesem Herauspicken eines Jahre zurückliegenden Momentums ohne Erläuterung der Hintergründe deutlich." Konkret ging es dabei um "Du Hetero Sau"-Postkarten der SPDqueer (queer.de berichtete). Das Bild wird derzeit in sozialen Netzwerken und von queerfeindlichen Medien verbreitet, ohne die erläuternde Rückseite der Postkarte oder die Intention, auf queerfeindliche Sprüche aufmerksam zu machen, zu erwähnen.


(Bild: Screenshot Sat.1)

Lufens Frage nach zu viel queerer Repräsentation wies die dgti zurück: "Wie kann Sichtbarkeit von Minderheiten zu viel sein? Die Wahrheit sieht anders aus: Studien belegen, dass LSBTI*-Personen in den Medien unterrepräsentiert sind. Auch Ahlefeld spricht dies an, meint aber, dass es ein bisschen 'overload' sei, wie über das Selbstbestimmungsgesetz berichtet würde."

Hassgewalt wird nicht thematisiert

Dagegen seien "stärker werdende Hassgewalt und Anfeindungen, insbesondere auch die, die wir als trans*, inter* und nichtbinäre Menschen erleiden, nicht thematisiert" worden. "Forderungen wie ein modernes Selbstbestimmungsgesetz als Ablösung des diskriminierenden Transsexuellengesetzes oder die Erweiterung des Artikels 3 Grundgesetz zum besseren Schutz der LSBTI*-Community sind weder radikale, drastische Forderungen noch zu viel", so der Verein.

"Unkritisch übernommene Darstellungen" trügen zur Trans-Feindlichkeit bei, erklärte die dgti weiter. "Wir fordern sachliche und fundierte Berichterstattung. Mythen nein, Aufklärung ja!"

Direktlink | Der kritisierte Beitrag im Sat.1-Frühstücksfernsehen
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Die dgti hatte bereits vor über einem Jahr mit anderen Verbänden eine Petition gestartet, um für einen sachlichen Umgang mit Trans-Themen zu werben. Kritisiert wurde, dass Medien "ein verzerrtes und lückenhaftes Bild der vielfältigen Lebensrealitäten von trans* Menschen vermitteln, indem Bilder und Begrifflichkeiten von trans*feindlichen Bewegungen aufgegriffen werden". (dk)

Instagram / sebastian_ahlefeld_media | Sebastian Ahlefeld kritisiert lauten Aktivismus: "Die Lauten die sich in den ins Rampenlicht stellen sind weder Vertreter der Community, noch sind sie repräsentativ."
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