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Wisconsin/USA

Hakenkreuzfahnen bei Pride-Veranstaltung

Gegen ein Pride-Event in Wisconsin protestierten neben christlichen und konservativen Gruppen auch Neo-Nazis – mit martialischen Sprüchen, Nazi-Fahnen und erhobenem rechtem Arm.


Ein derartiger Neo-Nazi-Protest ist in den USA völlig legal (Bild: Screenshot WISN)

  • 1. August 2023, 14:27h 2 Min.

Schockierende Szenen bei einer Pride-Veranstaltung in einem Park der 23.000 Einwohner*innen zählenden Stadt Watertown im US-Bundesstaat Wisconsin: Nach Aufrufen von queerfeindlichen, teilweise christlich-fundamentalistischen Organisationen kamen am Samstag auch Mitglieder der Neo-Nazi-Gruppe "Blood Tribe", um gegen den CSD zu protestieren. Dabei schwangen sie Hakenkreuzfahnen und skandierten Sprüche wie "Pädophile müssen erhängt werden" oder "Es wird Blut, Blut, Blut geben". Dazu zeigten sie mehrfach den Hitlergruß. Einige der maskierten Rechtsextremisten waren zudem mit Gewehren bewaffnet.

Die öffentliche Zurschaustellung von Nazi-Symbolen oder das Skandieren von abstrakten Gewaltbotschaften ist in den USA legal, weil das in der Bundesverfassung festgeschriebene Recht auf Meinungsfreiheit über anderen Rechten steht. In einem Video ist zu sehen, wie eine Person einen Polizisten bittet, einen Platzverweis gegen die Neo-Nazis auszustellen. Der Polizist antwortet: "Ich verstehe Sie, aber ich kann nichts tun." Außerdem erklärt er, dass die Rechtsextremisten "wahrscheinlich" gehen würden, wenn man ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt.

/ FordFischer

Laut "The Advocate" seien gegen 9 Uhr zirka 50 queerfeindliche Demonstrant*innen von rechten religiösen Gruppen aufgetaucht, gefolgt von einem Dutzend Mitgliedern der transfeindlichen Organisation "Gays Against Groomers". Gegen 10.45 Uhr seien die Neo-Nazis gekommen und hätten bis 11.30 Uhr demonstriert. "Gays Against Groomers" verbreitete später die Verschwörungstheorie, dass die Neo-Nazis in Wirklichkeit Bundespolizisten vom FBI gewesen seien, um ihren Protest zu delegitimieren.



Gouverneur verurteilt Neo-Nazi-Präsenz

Der demokratische Gouverneur Tony Evers verurteilte die Aktion der Neo-Nazis als Attacke nicht nur gegen die queere Community, sondern auch gegen ethnische Minderheiten und jüdische Gläubige. "Nazis, Hakenkreuze und andere Anti-LGBTQ-, rassistische oder antisemitische Botschaften, Symbole oder Gruppen werden nicht akzeptiert und sind in Wisconsin nicht willkommen. Punkt!" Er zeigte sich besonders erschüttert, dass die Nazis auch Kinder und Familien "belästigt" hätten.

/ GovEvers

Aus den USA gibt es immer wieder Berichte über Neo-Nazi-Proteste gegen queere Veranstaltungen. Im März störten Extremisten etwa – gemeinsam mit christlichen und anderen rechten Gruppen – eine Dragqueen-Lesestunde in Ohio und drohten den Veranstalter*innen offen mit der Vernichtung ("Weimarer Zustände erfordern Weimarer Lösungen"). Diese Art von Protest ist nicht auf die USA beschränkt: Zuletzt gab es auch rechtsextreme Aktionen gegen Lesestunden in Wien, Zürich und München. (dk)

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