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Hasskriminalität
Niedersachsen: LSBTIQ-Ansprechpersonen in allen Polizeidirektionen
Die Zahl der Angriffe auf queere Menschen ist in Niedersachsen deutlich gestiegen. Innenministerin Behrens sieht die Gesellschaft insgesamt gefordert – und hat die Zahl der LSBTIQ-Ansprechpersonen bei der Polizei aufgestockt.

Die SPD-Politikerin Daniela Behrens ist seit Januar 2023 niedersächsische Innenministerin (Bild: SPD Niedersachsen)
- 2. August 2023, 05:24h 2 Min.
Mit konsequenter Strafverfolgung und Präventionsarbeit will die niedersächsische Landesregierung queere Menschen vor Angriffen schützen. "LSBTIQ-Personen sind leider noch immer stärker als andere Bevölkerungsgruppen von gesellschaftlicher Ausgrenzung und im schlimmsten Fall auch von Straftaten betroffen", sagte Innenministerin Daniela Behrens (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind als Gesellschaft insgesamt gefordert, uns für Freiheit, Gleichberechtigung und Toleranz einzusetzen und einzustehen."
In diesem Jahr sind bereits mehrere queerfeindliche Angriffe in Niedersachsen bekanntgeworden. So wurde unter anderem Mitte Juli eine trans Frau von einer Gruppe von sechs Männern in Hannover geschlagen und am Boden getreten. Sie wurde leicht verletzt (queer.de berichtete).
Fast 100 queerfeindliche Straftaten in 2022
Straftaten der Hasskriminalität gegen queere Menschen werden als politisch motivierte Kriminalität eingestuft. In Niedersachsen stieg ihre Zahl von 37 im Jahr 2020 auf 60 (2021) und 94 im vergangenen Jahr. 2019 – also vor der Pandemie – waren nur 29 solcher Taten statistisch erfasst. Ein Grund für den Anstieg könnte auch eine wachsende Anzeige-Bereitschaft sein.
Seit 2020 ist Leon Dietrich hauptamtliche Ansprechperson für LSBTIQ bei der Polizei Niedersachsen. Er leitet unter anderem interne Schulungen und ist extern vernetzt mit der queeren Community.
Neben Dietrich gibt es in allen Polizeidirektionen LSBTIQ-Ansprechpersonen, die diese Funktion neben ihrem Hauptjob – etwa im Streifendienst – erfüllen. Ihre Zahl wurde landesweit von 10 auf 17 aufgestockt. Nach Angaben von Innenministerin Behrens sollen mit ihrer Hilfe Hürden abgebaut werden, damit die Betroffenen auch wirklich alle Straftaten zur Anzeige bringen. Die Ansprechpersonen sind zum Beispiel beim Christopher Street Day (CSD) präsent. (cw/dpa)













