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Kritik am deutschen Gesundheitssystem
"Apotheken Umschau"-Podcast behandelt gendersensible Medizin
Trans, inter und nichtbinären Menschen geht es schlechter, weil das deutsche Gesundheitssystem zu wenig auf sie ausgerichtet ist. Das ist das Thema im Podcast "The Sex Gap".
- 2. August 2023, 12:25h 2 Min.

Die neue Folge von "The Sex Gap" kann jetzt kostenlos gestreamt werden (Bild: W&B / Patrick Paulin)
Der Podcast "The Sex Gap" behandelt in seiner am Mittwoch veröffentlichten 20. Folge die Diskriminierung von geschlechtlichen Minderheiten im deutschen Gesundheitssystem. Die 35-minütige Episode trägt den Titel "Wie das Gesundheitssystem inter*, trans* und nicht-binäre Menschen vernachlässigt".
Hintergrund ist, dass geschlechtliche Minderheiten in der Medizin oft nicht mitgedacht und sogar diskriminiert. Das geht etwa aus einer im Mai veröffentlichten Studie des Robert-Koch-Instituts und der Deutschen Aidshilfe hervor (queer.de berichtete). Die Folgen: Trans, inter und nichtbinäre Personen nehmen seltener Versorgung in Anspruch, leiden an Depressionen und Ängsten.
Früherer Mr. Gay Germany ist zu Gast
In der Folge zu hören ist unter anderem Aktivist und Diversity Consultant Max Appenroth, der 2021 als erster trans Mann den Mr.-Gay-Germany-Wettbewerb gewann (queer.de berichtete). Appenroth, der sich regelmäßig gynäkologisch untersuchen lassen muss, erzählt in dem Podcast, dass er sich in der Praxis immer wieder outen muss. Für viele, sagt er, sei das ein Grund, bestimmte Untersuchungen gar nicht erst durchführen zu lassen. Dazu kommt ein Mangel an psychotherapeutischen transspezifischen Behandlungsplätzen – dabei kämpften trans Menschen überdurchschnittlich mit psychischen Erkrankungen.
"Wir sind nicht psychisch krank, weil wir trans sind", so Appenroth. "Aber viele trans Menschen leiden an psychischen Gesundheitserkrankungen aufgrund dessen, wie wir von der Gesellschaft behandelt werden", so der Aktivist. Er spricht von einer permanenten Stigmatisierung als "falsch". "Körper, Psyche – irgendwas ist immer an uns falsch. Und daher kommt auch dieses Narrativ: 'Im falschen Körper geboren'. Das passt für mich überhaupt nicht."
In der Podcast-Folge argumentieren Expert*innen, dass mehr Aufklärung, Bildung und Forschung besonders wichtig sind. Als Lösung wird die sogenannte individualisierte Medizin genannt, die zum Ziel hat, jede Person als Individuum mit ganz individuellen Bedingungen anzusehen.
Der Podcast steht bei allen großen Podcastanbietern zum Streamen bereit, unter anderem bei Apple-Podcast und Spotify. Zudem ist er bei gesundheit-hören.de, der Podcast-Seite der "Apotheken Umschau", erhältlich. (pm/dk)
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