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Medienberichte

Iran: Moralwächter soll Sex mit Mann gehabt haben

Der Chef einer regionalen Moralbehörde ist in der Islamischen Republik des Amtes enthoben worden, nachdem ein Internet-Video veröffentlicht wurde, das ihn in kompromittierender Position zeigen soll.


Im Iran steht seit Jahrzehnten auf Homosexualität die Todesstrafe (Bild: Blondinrikard Fröberg / flickr)

  • 4. August 2023, 10:59h 2 Min.

Reza Tsaghati, der Leiter für Kultur und islamische Förderung der nordiranischen Provinz Gilan, ist laut Medienberichten Mitte Juli seines Amtes enthoben, weil er Sex mit einem Mann gehabt haben soll. Ein entsprechendes Video, das die sexuellen Aktivitäten zeigen soll, sei zuvor in sozialen Netzwerken aufgetaucht. Laut BBC könne jedoch die Identität der Männer in dem Video nicht von außen bestätigt werden.

Tsaghati war zum Leiter der Moralbehörde im Jahr 2021 gewählt worden. Zuvor hatte er andere führende Positionen in der iranischen Verwaltung innegehabt. Er soll auch an der Eröffnung eines Hidschab-Großmarktes beteiligt gewesen sein.

Laut "Iranwire" gab es am 19. Juli erste Berichte über die Suspendierung Tsaghatis "wegen Skandalen". Später wurde im Iran berichtet, dass die Behörden gegen ihn ermittelnden.

Bereits in der Vergangenheit waren Regierungsmitglieder wegen angeblicher außerehelicher oder gleich­geschlechtlicher Affären des Amtes enthoben worden. Laut "Iranwire" gibt es nun Spekulationen, ob die Veröffentlichung des Videos mit einem Machtkampf in der Region zusammenhängt – und Tsaghati lediglich das Opfer einer Intrige sei.

Im Iran ist Homosexualität aus religiösen Gründen streng verboten. Seit der Islamischen Revolution 1979 sollen sogar tausende Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung hingerichtet worden sein. Eine genaue Einschätzung über entsprechende Hinrichtungen ist aber schwierig, weil die iranischen Gerichte in ihren Urteilen Formen von unehelichem oder gleichgeschlechtlichem Sex mit sexueller Gewalt vermischen. Zudem ist eine unabhängige Berichterstattung oft nicht möglich und viele Urteile insbesondere in ländlicheren Regionen werden nie publik.

Zuletzt ging das Regime vermehrt gegen sexuelle Minderheiten vor. So gab es Berichte über die Verhängung der Todesstrafe gegen queere Aktivistinnen (queer.de berichtete). Auch verbal wurde die Rhetorik angezogen: Präsident Ebrahim Raisi erklärte erst letzten Monat beim Besuch des ebenfalls queerfeindlichen Präsidenten von Uganda, Homosexualität sei "eine der schmutzigsten Sachen der Menschheit" (queer.de berichtete). (cw)

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