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Polizeibericht
Berlin: Polizisten homophob beleidigt
Drei Jugendliche haben zwei Polizisten in zivil homofeindlich beschimpft und tätlich angegriffen. Hinzugerufene Einsatzkräfte konnten die Tatverdächtigen festnehmen – eine Beamtin brach sich bei der Verfolgung jedoch den Arm.

Dieses Mal ermittelt die Polizei nach einem offenbar aus Homosexuellenhass motivierten Angriff auf die eigenen Leute (Bild: René Mentschke / flickr)
- 4. August 2023, 12:41h 2 Min.
Einsatzkräfte der Berliner Polizei haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Stadtteil Friedrichshain einen 17-Jährigen und zwei 18-Jährige festgenommen. Die drei stehen im Verdacht, gegen 23.50 Uhr in der Sonntag-, Ecke Lenbachstraße zwei männliche Polizisten homofeindlich beleidigt und angegriffen zu haben.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei liefen die sich außer Dienst befindlichen Beamten in ziviler Kleidung an der Sonntagstraße entlang, als sie aus einer etwa achtköpfigen Gruppe heraus mit einer leeren Getränkeverpackung beworfen wurden. Die Polizisten stellten die Heranwachsenden und Jugendlichen zur Rede und teilten ihnen mit, dass sie Polizisten sind. Daraufhin wurden sie aus der Gruppe heraus mehrfach angespuckt und im Gesicht getroffen sowie homophob beleidigt.
Polizistin brach sich bei Verfolgung den Arm
Anschließend wurde ein Stein auf die Polizisten geworfen, der sie allerdings verfehlte. Danach flüchtete die Gruppe. Hinzugerufene Einsatzkräfte konnten drei der Tatverdächtigen im Rahmen der Verfolgung, bei der sich eine Polizistin einen Arm brach, vorläufig festnehmen.
Die Angreifer kamen zur erkennungsdienstlichen Behandlung in einen Polizeigewahrsam. Im Anschluss der Maßnahmen wurden die beiden 18-Jährigen wieder auf freien Fuß gesetzt. Den 17-Jährigen übergaben die Einsatzkräfte einer erziehungsberechtigten Person.
Die verletzte Polizistin konnte ihren Dienst nicht fortsetzen und begab sich in Behandlung. Die Ermittlungen wegen homophober Beleidigung, Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung dauern an und wurden vom Polizeilichen Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen. Dies ist in Berlin üblich, wenn Fälle von vermuteter Hasskriminalität behandelt werden. Weitere Angaben zur Identität der Täter machte die Polizei in ihrer Erstmeldung nicht.
Aus Berlin kommen sehr oft Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Landespolizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (pm/cw)














