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Zwischen Europa und dem argentinischen Exil
Das schillernde Leben des schwulen Schöngeists Wolfgang Baron von Harder
Die neue Biografie "Kunst, Bohème und Rinderzucht" über Wolfgang Baron von Harder zeichnet ein Leben in einem Zeitalter der Extreme nach, in die der linke Aristokrat politisch und als Mensch nicht passte.
- 6. August 2023, 03:10h 2 Min.

"Kunst, Bohème und Rinderzucht" ist jetzt im Berliner Vergangenheitsverlag erschienen
Ein schillerndes Leben zwischen den Welten: Wolfgang Baron von Harder (1897-1962) war Schöngeist, linker Aristokrat, an Lebensreform und sozialistischen Ideen orientiert, großer Kunstliebhaber, Dichter und Publizist – und als Homosexueller ein Außenseiter.
Die große Zäsur seines Lebens stellte 1934 die Flucht vor den Nationalsozialisten zur elterlichen Rinderfarm ins argentinische Entre Rios dar. Neben der Leitung der elterlichen Farm, wofür er keinerlei Kompetenz mitbrachte, fand er seine Lebensrolle darin, die europäische Künstlerkultur nach Südamerika zu bringen. Mit vielen seiner europäischen Freunde, die durch den Nazi-Terror in die ganze Welt verstreut worden waren, blieb nur der Briefkontakt, den er intensiv betrieb – diese erstmals ausgewerteten Briefe sind eine wichtige Quelle für die Darstellung seiner künstlerischen Netzwerke, seiner Brückenfunktion und nicht zuletzt eines intensiv beschriebenen Zeitgefühls in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ein Leben in einem Zeitalter der Extreme
Die Biografie von Harders zeichnet ein Leben in einem Zeitalter der Extreme nach, in die der Baron politisch und als Mensch nicht passte. Das Buch charakterisiert diese Zeit aus der Perspektive eines kunstsinnigen Intellektuellen und ermöglicht einen intimen Einblick in europäisch-südamerikanische Netzwerke, Gepflogenheiten, Verbindungen und Themen der Kunstszene der Zwischenkriegszeit.
"Kunst, Bohème und Rinderzucht" ist jetzt im Berliner Vergangenheitsverlag als 296 Seiten starkes Taschenbuch für 18 Euro erschienen. Eine Leseprobe gibt es auf amazon.de (Amazon-Affiliate-Link ).

Autor Andrej Seuss (Bild: privat)
Der Autor Andrej Seuss wurde 1966 in Frankfurt/Main geboren. Nach dem Biologie-, Germanistik- und Politikstudium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen zunächst als Sozialpädagoge tätig. 1999 ein Radiofeature über Henry Benrath (= Albert H. Rausch) für den Hessischen Rundfunk. Seit 2002 Lehrer an einer Gesamtschule im Wetteraukreis. Seit 2018 Betreuung des Henry-Benrath-Archivs im Stadtarchiv der Stadt Friedberg. 2019 Buchdokumentation "Nur das Eine, furchtbare – Andreas ist tot! Die kurze Freundschaft zwischen Albert H. Rausch und Andreas Walser." Lebt in Friedberg/Hessen. (dd/pm)
Andrej Seuss: Kunst, Bohème und Rinderzucht. Das schillernde Leben des Wolf von Harder zwischen Europa und argentinischem Exil. Autobiografie. 296 Seiten. Vergangenheitsverlag. Berlin 2023. Taschenbuch: 18 € (ISBN 978-3-86408-287-0).
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