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Bayern
Nürnberg: CSU-OB König führt CSD-Demo an
Unter dem Motto "Queerer Aktionsplan Bayern jetzt!" demonstrierten am Samstag in Nürnberg rund 11.000 Menschen für LGBTI-Rechte – an der Spitze liefen Oberbürgermeister Marcus König (CSU) und seine Frau Anke mit.

Oberbürgermeister Marcus König (re.) führte zusammen mit seiner Frau Anke und CSD-Chef Bastian Brauwer (li.) die queere Demonstration an (Bild: marcuskoenignbg / instagram)
- 6. August 2023, 10:02h 2 Min.
Rund 11.000 Menschen haben am Samstag beim CSD Nürnberg für LGBTI-Rechte demonstriert. "We all bleed red" und "lieb doch wen du willst" war auf Transparenten zu lesen.
Oberbürgermeister Marcus König (CSU) führte mit seiner Frau Anke den Zug an. Auch viele Vertreter*innen aus Politik, Gesellschaft und aus örtlichen Unternehmen liefen mit. Die Teilnehmer*innen überquerten einen gerade geschaffenen Fußgängerüberweg in Regenbogen-Farben in die Altstadt (Bild des Tages vom 2. August). Oberbürgermeister König war wegen des Überwegs im Netz massiv angegangen und beleidigt worden.
Heute zeigen wir: Nürnberg ist vielfältig, tolerant und fröhlich! In diesen Minuten startet die Demo quer durch die...
Posted by Marcus König on Saturday, August 5, 2023
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Die Demo stand unter dem Motto "Queerer Aktionsplan Bayern jetzt!". Die LGBTI-Verbände des Bundeslands verlangen darin unter anderem eine konsequente Verfolgung und Erfassung von queerfeindlichen Straftaten. Etwa werde ein heruntergerissenes Demo-Plakat bisher eben nur als Sachbeschädigung gewertet, sagte Bastian Brauwer, Vorsitzender des CSD Nürnberg. Außerdem müsse frühzeitig auch in der Schule über queere Lebensweisen aufgeklärt werden. "Da geht es nicht um Sexualkunde, sondern um romantische Beziehungen und geschlechtliche Identität."
Streit um Ausstellung "Jesus liebt"
Zuletzt hatte der Stopp der Ausstellung "Jesus liebt" des schwulen Künstlers Rosa von Praunheim in der Nürnberger Egidienkirche für Wirbel gesorgt. Die Schau war nach wenigen Tagen wegen heftiger Anfeindungen geschlossen worden (queer.de berichtete). Die Bilder sind nun in der Kreisgalerie in Nürnberg zu sehen (queer.de berichtete).
Die Reaktionen auf den Fußgängerüberweg und auf die Praunheim-Ausstellung hätten stärker in die Öffentlichkeit gebracht, welcher Diskriminierung queere Menschen weiterhin ausgesetzt seien und welche Probleme es noch immer gebe, sagte Brauwer vom Verein CSD Nürnberg.
Der CSD Nürnberg hatte die vom Kirchenvorstand beschlossene Schließung der Ausstellung in der Kirche als "fatales Zeichen aus dem Raum der Kirche" gewertet. Kirche sei in diesem konkreten Fall kein "safe space" für queere Menschen und ihre Kultur gewesen. "Danke an Rosa von Praunheim, dass er mit seinen Mitteln gezeigt hat, wo die kirchliche und gesellschaftliche Debatte steht", kommentierte der Förderverein Christopher Street Day vergangene Woche.
In anderen Städten ist die Union "nicht willkommen"
Über die Teilnahme der Union an Pride-Veranstaltungen gibt es immer wieder Streit. So durfte die CSU in München in diesem Jahr nicht mit einem Truck in der CSD-Demonstration mitfahren (queer.de berichtete). Auch beim Hamburg Pride am Samstag war die CDU "nicht willkommen (queer.de berichtete). (cw/dpa)














