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Mohammad Yazbek
Hisbollah-Scheich: Jüdische "Feinde der Menschheit" verbreiten Homosexualität
Mit einer antisemitischen Rede tut Mohammad Yazbek, ein Mitglied des höchsten Führungszirkels der Hisbollah, seine Abneigung gegenüber Homosexuellen kund.

Mohammad Yazbek macht Stimmung gegen homosexuelle und jüdische Menschen (Bild: MEMRI)
- 7. August 2023, 12:48h 2 Min.
Scheich Mohammad Yazbek, der Leiter des Scharia-Rats der Hisbollah, hat vergangenen Monat im milizeigenen Fernsehsender Al-Manar jüdische Menschen für die Verbreitung von Homosexualität verantwortlich gemacht. Mit dieser sexuellen Orientierung wollten jüdische Gläubige, die er als "Feinde der Menschheit" bezeichnete, angeblich die traditionelle Familie zersetzen.
"Die Förderung der Homosexualität ist ein Aufruf zur Verbreitung verschiedener Arten von sozialer Korruption", erklärte der libanesische Kleriker am 21. Juli laut einer Übersetzung der Nichtregierungsorganisation "Middle East Media Research Institute" (MEMRI). Dabei sei es allgemein bekannt, dass Homosexuelle "von Krankheiten befallen sind". "Der Aufruf, diese Abscheulichkeit zu begehen, ist eine der schlimmsten und übelsten moralischen Abweichungen überhaupt."
Mit Blick auf jüdische Menschen fuhr Yazbek fort: "Eines der Protokolle der Weisen von Zion konzentriert sich darauf, Gräuel und Korruption zu verbreiten und die Grundlagen der Familie zu vernichten." Die "Protokolle" sind ein von Unbekannten verfasstes antisemitisches Pamphlet aus dem frühen 20. Jahrhundert, in dem die Hintergründe der angeblichen jüdischen Weltverschwörung erläutert werden. Demnach gebe es jüdischer Geheimsitzungen, die als Endziel die "Weltherrschaft des Judentums" hätten. Auf die "Protokolle" bezog sich insbesondere das NS-Regime, bis heute sind sie aber vor allem in islamischen Ländern und Russland verbreitet.
Yazbek: Aids gab es schon zu Lots Zeiten
In seiner Rede stellte Yazbek auch die Behauptung auf, dass Aids schon in vorchristlicher Zeit unter unzüchtigen Menschen verbreitet gewesen sei: "Laut manchen Überlieferung wurden mehrere zur [biblischen Figur] Lot gehörenden Leute mit Aids infiziert. Sind wurden zu Tode gesteinigt und weit entfernt beerdigt. Das geschah, bevor Aids bekannt wurde in der Menschheit."
Die Hisbollah ist eine islamistisch-schiitische Partei und Miliz im Libanon. Deutschland und viele andere Länder, darunter auch die meisten Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga, sehen insbesondere den militärischen Arm der Hisbollah als Terrororganisation an. Die Organisation macht wiederholt mit queerfeindlichen Äußerungen Stimmung. Letztes Jahr beschuldigte etwa der langjährige Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah die USA, mit Hilfe von Homosexualität die Welt korrumpieren zu wollen (queer.de berichtete). (dk)














