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Mehr Zensur

Auch Kuwait verbietet "Barbie"

Der Hollywood-Film um Barbie und Ken verbreite fremdartige Ideen und Überzeugungen, ist die kuwaitische Zensurbehörde überzeugt.


Der fesche Ken (Ryan Gosling) ist zu heiß für Kuwait… (Bild: Warner Bros. Pictures Germany)

Kuwait hat den Hollywood-Filmhit "Barbie" wegen Bedenken zum Schutz der "öffentlichen Ordnung" aus den Kinos des Landes verbannt. "'Barbie" sowie der ebenfalls mit einem Ausstrahlungsverbot belegte Horrorfilm "Talk To Me" "verbreiten Ideen und Überzeugungen, die der kuwaitischen Gesellschaft und öffentlichen Ordnung fremd sind", sagte Lafy Al-Subei'e, der Vorsitzende des Kino-Zensurausschusses, am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Kuna.

Normalerweise ordne der Ausschuss bei ausländischen Filmen die Zensur jener Szenen an, die "gegen die öffentliche Moral verstoßen", sagte er. Wenn ein Film aber "fremde Konzepte, Botschaften oder inakzeptables Verhalten enthält", entscheide das Gremium, den Film als Ganzes zu sperren. In Kuwait ist männliche Homosexualität verboten und wird mit Haftstrafen von bis zu sieben Jahren geahndet.

In dem jetzt verbotenen Film der US-Regisseurin Greta Gerwig verlassen Barbie und Ken, gespielt von den Superstars Margot Robbie und Ryan Gosling, die pinkfarbene Plastikwelt Barbieland und lernen in Los Angeles das echte Leben kennen. "Barbie" behandelt gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht direkt, enthält aber einige queere Anspielungen. Eine der Barbie-Rollen wird von trans Schauspielerin Hari Nef, eine andere von der lesbischen Komikerin Kate McKinnon gespielt. Auch in den USA hatte es wegen der angeblich zu "woken" Handlung verbale Angriffe von queerfeindlichen Kräften auf den Film gegeben (queer.de berichtete).

"Barbie"-Verbot auch im Libanon

Am Mittwoch hatte bereits der libanesische Kulturminister Mohammed Mourtada verkündet, die Behörden um ein Verbot des "Barbie"-Films gebeten zu haben. Der Film mache "Werbung für Homosexualität", erklärte er (queer.de berichtete). In anderen Golfstaaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Bahrain wird der Hollywood-Blockbuster in den Kinos gezeigt.

Der Film "Talk to Me" ist in Kinos der VAE und Saudi-Arabiens zu sehen. In dem Horrorstreifen werden keine expliziten queeren Referenzen gemacht, aber es spielt die trans-nichtbinäre Person Zoe Terakes aus Australien mit.

"Barbie" hatte zuletzt Kassenrekorde gebrochen: So schaffte es die Komödie als erster Spielfilm einer weiblichen Regisseurin, die Einnahmegrenze von einer Milliarde Dollar zu knacken (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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