https://queer.de/?46602
Entscheidung der Medienbehörde
Irak: Medien dürfen Wort "Homosexualität" nicht mehr benutzen
Mit Zensur will die irakische Verwaltung gegen queere Menschen vorgehen: Worte wie "Homosexualität" oder "Gender" sind künftig in allen Medien tabu.
- 10. August 2023, 14:11h 1 Min.
Die irakische Medienregulierungsbehörde hat laut einem Reuters-Bericht am Dienstag allen Medien des Landes die Nutzung des Wortes "Homosexualität" untersagt. Das schließt auch soziale Medien ein. Stattdessen müsse künftig der Begriff "sexuelle Abweichung" verwendet werden. Auch der Begriff "Gender" wurde von der Irakischen Kommission für Kommunikation und Medien verboten.
Laut einem Regierungssprecher muss die neue Regelung noch abgesegnet werden. Auch die Höhe der Strafe bei Nichteinhaltung der Vorgabe ist noch nicht festgelegt worden. Eine Geldstrafe sei wahrscheinlich, so der Sprecher weiter.
Im Irak ist Homosexualität zwar nicht offiziell verboten, allerdings ist das Land kein sicherer Ort für queere Menschen. Letztes Jahr veröffentlichte die Organisation Human Rights Watch eine Studie, wonach sexuelle und geschlechtliche Minderheiten wegen ihrer Identität oft Opfer von Tötungen, Entführungen, Folter und sexueller Gewalt würden (queer.de berichtete). Dieses Frühjahr musste die Deutsche Welle den Dreh einer Talkshow im Irak absagen, weil dem Moderator aus Regierungskreisen vorgeworfen wurde, ein "perverses" Sexualverhalten im Irak verbreiten zu wollen (queer.de berichtete). Im Juni verbrannten Menschen bei einer Demonstration in Basra Regenbogenfahnen (queer.de berichtete). (dk)
















