Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?46603
(Bild: Swatch)

Streit um Swatches

Malaysia verbietet Besitz von Regenbogen-Uhren

Die Swatch-Regenbogenserie gefährdet nach Ansicht der Regierung in Kuala Lumpur die Moral, indem sie queere Menschen "normalisiert".

Die Regierung von Malaysia geht weiter gegen die Regenbogenkollektion der schweizerischen Uhrenfirma Swatch vor: Laut einer Mitteilung vom Donnerstag ist der Besitz dieser Uhren ab sofort strafbar. Wem trotzdem eine Regenbogenuhr gehört, droht eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Ringgit (rund 4.000 Euro). Das Verbot schließt laut der Nachrichtenagentur AP auch Verpackungsmaterial und Schachteln ein.

Als Grund für das Verbot verkündete die Regierung, die Produkte seien möglicherweise schädlich für die Moral und das nationale Interesse. Die Uhren "unterstützen und normalisieren die LGBTQ+-Bewegung, was von der Öffentlichkeit in Malaysia nicht akzeptiert wird", heißt es in einer Stellungnahme des Innenministeriums.

Bereits im Mai waren Swatch-Armbanduhren im Regenbogendesign in mehreren malaysischen Einkaufszentren beschlagnahmt worden (queer.de berichtete). Dabei berief sich die Polizei auf ein Gesetz aus dem Jahr 1948, nach dem Firmen bestraft werden können, wenn sie sittenwidrige Artikel verkaufen. Letzten Monat verkündete der Uhrmacher, gegen die Beschlagnahmung juristisch vorzugehen (queer.de berichtete). Swatch argumentierte, die Uhren hätten keine direkte Verbindung zu LGBTI-Aktivismus.

/ Swatch
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die weltweit erhältliche Pride-Swatch-Serie besteht aus sechs Uhren in den Farben des Regenbogens. Alle Zeitmesser enthalten außerdem am Armband eine Regenbogen­fahne. Auf den Minutenzeigern sind je nach Farbe Worte abgebildet, die der Regenbogen­fahne zugeordnet werden – die rote Uhr enthält etwa den Aufdruck "Life", die gelbe "Sunlight" oder die grüne "Nature". Auf ihrer deutschsprachigen Seite erklärt die Firma: "Dieses Jahr feiern wir die Pride mit einer bunten Uhrenkollektion, die von der Pride-Flagge selbst inspiriert ist."

- Werbung -

Homosexualität in Malaysia verboten

Homosexualität ist im mehrheitlich muslimischen Malaysia verboten: Auf gleichgeschlechtliche Liebe steht bis zu 20 Jahre Haft. Das Land vollstreckte sogar Folterstrafen gegen nach entsprechendem Scharia-Recht verurteilte Personen (queer.de berichtete). Auch trans Menschen werden verfolgt (queer.de berichtete). Der Islam ist Staatsreligion und viele islamische Gelehrte sehen Homosexualität als Verbrechen an, das sich gegen die Religion wende.

Letzten Monat zeigte ein Auftritt der britischen Band The 1975 auf einem Musikfestival, wie ernst es die Regierung in Kuala Lumpur mit ihrer Staatshomophobie meint: Weil sich der Leadsänger und der Bassist küssten, sagten die Behörden einfach das gesamte Event ab (queer.de berichtete). (dk)

-w-

-w-

-w-