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- 18. April 2006 1 Min.
Den Haag (queer.de) - Die niederländische Einwanderungsministerin Rita Verdonk hat nach Protesten die geplante Wiederaufnahme von Abschiebungen iranischer Schwuler in ihre Heimat gestoppt. Anfang März hatte Verdonk noch das Ende des Moratoriums angekündigt, das 2005 wegen der Hinrichtung von zwei Jugendlichen eingeführt worden war (queer.de berichtete). Sie argumentierte damals, Schwule seien im Iran keiner Gefahr ausgesetzt, wenn sie sich nicht zu offensichtlich verhielten. Eine Mehrheit der Abgeordneten hätte dem Magazin "Expatica" zufolge jedoch bezweifelt, ob abgewiesene homosexuelle Asylbewerber im Iran sicher seien. Der Abschiebestopp gilt auch für zum Christentum übergetretene Iraner. Das Moratorium wird nun bis mindestens August oder September in Kraft bleiben. Dann will das Außenministerium einen Bericht über die Lage im Iran vorlegen. Frank van Dalen von der Homogruppe COC begrüßte die Entscheidung der Ministerin, kritisierte aber den vorläufigen Charakter: "Was wird in sechs Monaten passieren? Manchen dieser Menschen erwartet im Iran die Todesstrafe. Sie sind jetzt weiter in Ungewissheit darüber, was mit ihnen in der Zukunft passiert." (dk)













