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"Maßnahmen gegen Hotels, Bars und Restaurants"

Äthiopien zieht Daumenschrauben gegen Homo­sexuelle an

Auch das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas macht Jagd auf sexuelle Minderheiten. In der Hauptstadt soll es vermehrt Razzien gegen Hotels oder Restaurants geben.


Die Skyline von Addis Abeba (Bild: ምቅ37382 / wikipedia)

Die Behörden in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba haben angekündigt, schärfer gegen homo­sexuelle Aktivitäten vorzugehen. Auf Facebook kündigte das städtische "Büro für Frieden und Sicherheit" an, man werde "Maßnahmen gegen Hotels, Bars und Restaurants" durchführen, in denen es einen Verdacht auf homo­sexuelle Handlungen gebe. Dabei verlasse man sich auf Tipps der Öffentlichkeit. Gegen eine Pension sei bereits eine Razzia durchgeführt worden – es werde zudem weiter ermittelt.

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Posted by Addis Ababa City Peace and Security Administration Bureau on Thursday, August 10, 2023
Facebook / Addis Ababa City Peace and Security Administration Bureau
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Auf Homosexualität steht in dem afrikanischen Land mit 120 Millionen Einwohner*­innen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Laut Umfragen lehnt eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Homo­sexuelle ab. Gleich­geschlechtliche Liebe wird dort in der öffentlichen Debatte als "Perversion" dargestellt, zudem werden homo­sexuelle Männer für die Aidskrise verantwortlich gemacht. Auch Religion spielt eine große Rolle in der Abneigung – zwei Drittel der Äthiopier*­innen gehören dem christlichen Glauben an. 2019 organisierte etwa die orthodoxe Kirche eine Protestaktion gegen Homo­sexuelle (queer.de berichtete). Schon 2008 hatten der katholische Erzbischof, der anglikanische Bischof und ein Dutzend weitere Geistliche die Regierung aufgefordert, das Homo-Verbot in der äthiopischen Verfassung zu verankern.

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Scharfe Kritik von LGBTI-Organisation

Scharfe Kritik an der neuen Ankündigung der Behörden von Addis Abeba kommt von der äthiopischen LGBTI-Organisation "House of Guramayle": "Die homophobe Hexenjagd wird von der Verwaltung und einem Online-Mob, der sich via 'TikTok' und 'Telegram' organisiert, ausgeführt", erklärte die aus dem Ausland agierende Organisation auf Twitter bzw. X. "Wir werden weiter Alarm schlagen. Die schon jetzt verwundbare LGBTIAQ+-Community in Äthiopien befindet sich im Ausnahmezustand."

/ HoGuramayle
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Auch in anderen afrikanischen Ländern – angeführt von Uganda – gingen die autoritären Regierungen zuletzt vermehrt gegen queere Menschen vor (queer.de berichtete). (dk)

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