https://queer.de/?46638
"Maßnahmen gegen Hotels, Bars und Restaurants"
Äthiopien zieht Daumenschrauben gegen Homosexuelle an
Auch das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas macht Jagd auf sexuelle Minderheiten. In der Hauptstadt soll es vermehrt Razzien gegen Hotels oder Restaurants geben.
- 14. August 2023, 13:22h 2 Min.
Die Behörden in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba haben angekündigt, schärfer gegen homosexuelle Aktivitäten vorzugehen. Auf Facebook kündigte das städtische "Büro für Frieden und Sicherheit" an, man werde "Maßnahmen gegen Hotels, Bars und Restaurants" durchführen, in denen es einen Verdacht auf homosexuelle Handlungen gebe. Dabei verlasse man sich auf Tipps der Öffentlichkeit. Gegen eine Pension sei bereits eine Razzia durchgeführt worden – es werde zudem weiter ermittelt.
???? ??? ??? ???? ??? ?????? ?? ???? ??? ??? ?? ?????? ?????? ????-??? ???? ???????? ???? ?????? ???? ?? ???? ????...
Posted by Addis Ababa City Peace and Security Administration Bureau on Thursday, August 10, 2023
|
Auf Homosexualität steht in dem afrikanischen Land mit 120 Millionen Einwohner*innen eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Laut Umfragen lehnt eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Homosexuelle ab. Gleichgeschlechtliche Liebe wird dort in der öffentlichen Debatte als "Perversion" dargestellt, zudem werden homosexuelle Männer für die Aidskrise verantwortlich gemacht. Auch Religion spielt eine große Rolle in der Abneigung – zwei Drittel der Äthiopier*innen gehören dem christlichen Glauben an. 2019 organisierte etwa die orthodoxe Kirche eine Protestaktion gegen Homosexuelle (queer.de berichtete). Schon 2008 hatten der katholische Erzbischof, der anglikanische Bischof und ein Dutzend weitere Geistliche die Regierung aufgefordert, das Homo-Verbot in der äthiopischen Verfassung zu verankern.
Scharfe Kritik von LGBTI-Organisation
Scharfe Kritik an der neuen Ankündigung der Behörden von Addis Abeba kommt von der äthiopischen LGBTI-Organisation "House of Guramayle": "Die homophobe Hexenjagd wird von der Verwaltung und einem Online-Mob, der sich via 'TikTok' und 'Telegram' organisiert, ausgeführt", erklärte die aus dem Ausland agierende Organisation auf Twitter bzw. X. "Wir werden weiter Alarm schlagen. Die schon jetzt verwundbare LGBTIAQ+-Community in Äthiopien befindet sich im Ausnahmezustand."
/ HoGuramayleThe homophobic witchhunt is being carried out by government entities & mob justice collectives that are organizing via TikTok & Telegram.
House of Guramayle (@HoGuramayle) August 12, 2023
We'll continue to sound the alarm- the already vulnerable LGBTIAQ+ community in Ethiopia is in a state of emergency #SecureQueerEthiopians
|
Auch in anderen afrikanischen Ländern – angeführt von Uganda – gingen die autoritären Regierungen zuletzt vermehrt gegen queere Menschen vor (queer.de berichtete). (dk)











