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Alter Brief aufgetaucht

Obama schrieb 1982 an Freundin über schwule Fantasien

Der frühere US-Präsident hat in seiner Uni-Zeit auch über seine sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nachgedacht.


Brack Obama war von 2009 bis 2017 amerikanischer Präsident (Bild: flickr / Steve Jurvetson / by 2.0)

  • 14. August 2023, 14:22h 2 Min.

Barack Obama hat als 21-jähriger College-Student in einem neu aufgetauchten Brief seiner damaligen Freundin geschrieben, er liebe in seiner Fantasie "jeden Tag" Männer. Obama-Biograf David Garrow hatte den Brief gefunden, die Boulevardzeitung "New York Post" veröffentlichte nun Auszüge daraus.

Obama hatte demnach geschrieben: "In Bezug auf Homosexualität muss ich sagen, dass dies meiner Meinung nach ein Versuch ist, sich aus der Gegenwart zu entfernen. Vielleicht eine Weigerung, die endlose Farce des irdischen Lebens fortzusetzen. Ich liebe jeden Tag Männer – aber nur in der Fantasie." Weiter erklärte der spätere Spitzenpolitiker: "Mein Geist ist zu einem großen Teil androgyn. Und ich hoffe, dass ich ihn noch weiter ausbauen kann, bis ich als Mensch denken kann und nicht als Frau oder Mann. Aber wenn ich zum Körper zurückkehre, erkenne ich, dass ich zum Mann gemacht wurde, und körperlich im Leben entscheide ich mich, diesen Zufall zu akzeptieren."

Obama ist seit 1992 mit seiner Frau Michelle verheiratet. Während seiner Präsidentschaftskandidatur 2007/08 sprach er sich noch – wie andere demokratische Kandidat*innen – für die Beibehaltung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben aus (queer.de berichtete). Während seiner Amtszeit wurde er aber 2012 der erste Präsident, der die Ehe für alle unterstützt (queer.de berichtete).

In der Vergangenheit streuten insbesondere Gegner*innen von Obama immer wieder Gerüchte über seine angebliche Homosexualität. In der Community glaubten manche sogar, dass er anfangs so vorsichtig beim Thema LGBTI-Rechte gewesen sei, weil er seine Homosexualität verstecken wollte. Allerdings verhielt er sich damals nicht anders als andere Spitzenpolitiker*innen seiner Partei – und tat am Ende mit seiner Unterstützung für die Ehe für alle, Antidiskriminierungsgesetze oder auch die Zulassung queerer Menschen im Militär mehr für die LGBTI-Community als alle Präsidenten vor ihm. (cw)