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Staatsschutz ermittelt

Berlin: Brandanschlag auf Homo­sexuellen-Mahnmal

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde am vergangenen Wochenende mit einem brennenden Gegenstand angegriffen. Außerdem wurden Plakate mit queerfeindlichen Bibelversen angebracht.


Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten (Bild: Times / wikipedia)
  • 14. August 2023, 17:08h 2 Min.

Am frühen Morgen des vergangenen Samstags (12. August 2023) kam es zu einem Anschlag auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homo­sexuellen in Berlin. Dabei hat eine bislang unbekannte Person einen brennenden Gegenstand auf das Denkmal geworfen sowie Plakate mit Bibelversen aus dem 3. Buch Mose Kapitel 20, Vers 13 am Denkmal angebracht. Diese Bibelstelle wird häufig für queer­feindliche Agitation missbraucht. Darin heißt es: "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide haben den Tod verdient; ihr Blut kommt auf sie selbst."

Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Weitere Brandanschläge

Am selben Tag kam es laut Polizeiangaben nur wenige Stunden später zu einem weiteren Brandanschlag auf das Holocaust-Mahnmal "Gleis 17" im Berliner Grunewald durch einen bisher unbekannten Mann. Ob beide Taten in einem Zusammenhang stehen, ist bislang unklar.

"Wir sind schockiert über die volksverhetzende Energie beider Taten und hoffen, dass die verantwortliche Person in beiden Fällen schnell gefasst wird", erklärte der LSVD Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung. In der Nacht zu Montag wurde auch ein Brandanschlag auf den lesbischen Verein Rad und Tat verübt (queer.de berichtete).

Queer-Beauftragter verurteilt Attacke gegen Demokratie

"Diese Gewalt gegen die Community, gegen ihre Institutionen, Schutzräumen und Denkmäler, nimmt immer mehr zu und beunruhigt uns sehr", erklärte der Berliner Queer-Beauftragte Alfonso Pantisano auf Facebook. "Diese Attacken gehen aber nicht nur die queere Community etwas an, sondern diese Vorfälle müssen alle Demokrat*innen in unserem Land – unabhängig ihrer eigenen sexuellen und geschlechtlichen Identität – aufschrecken. Hier wird unsere Demokratie und vor allem die Würde von queeren Menschen auf unerträgliche Art und Weise angetastet – und das dürfen wir so nicht hinnehmen."

Das vom dänisch-norwegischen Künstlerduo Elmgreen und Dragset entworfene Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen war nach einem Beschluss des Bundestages gebaut und am 27. Mai 2008 der Öffentlichkeit übergeben worden. Bei einem Festakt zum zehnten Jubiläum 2018 hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für Vergebung für das Leid und das spätere Schweigen dazu gebeten (queer.de berichtete). In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu Beschädigungen. (mize)

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