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Klage angedroht
Wegen schwulen Kusses: The 1975 sollen 2,4 Millionen Euro zahlen
Der The-1975-Frontmann Matt Healy hatte letzten Monat bei einem Konzert in Malaysia seinen Bassisten geküsst. Für diese "Tat" will der Konzertveranstalter nun einen Millionenbetrag.

The 1975 sind zu queerfreundlich für Malaysia: Die britische Band erhielt ein Auftrittsverbot und soll nun noch einen Millionenbetrag für einen schlichten Kuss zahlen (Bild: Universal Music)
- 15. August 2023, 10:02h 2 Min.
Der Indie-Rock-Band The 1975 könnte ihre Queerfreundlichkeit teuer zu stehen kommen: Eine malaysische Veranstaltungsagentur hat angekündigt, das Quartett aus dem nordenglischen Manchester auf Zahlung von 2,4 Millionen Euro zu verklagen. Der Grund: Der heterosexuelle Frontsänger Matty Healy hatte vergangenen Monat während eines Auftritts bei einem Festival in Kuala Lumpur das Homosexuellenverbot in dem südostasiatischen Land kritisiert und aus Protest den Bassisten Ross MacDonald geküsst. Die malaysischen Behörden cancelten daraufhin das gesamte Festival (queer.de berichtete).
Veranstalter Future Sound Asia wirft der Band nun vor, ihren Vertrag gebrochen zu haben. Schließlich habe die Gruppe in ihrem Vertrag schriftlich zugesichert, dass sie sich bei ihrem Auftritt an alle lokalen Regeln halten werde. Ihre Rechte würden sie vor einem englischen Gericht einklagen, so der Veranstalter.

Das war der 2,4-Millionen-Euro-Kuss (Bild: TikTok)
Die Aktion habe Auswirkungen auf andere Künstler*innen, die wegen des Kusses nicht auftreten konnten, so ein Anwalt von Future Sound Asia. Außerdem seien kleine Unternehmen geschädigt worden, deren Lebensunterhalt vom Konzert abhänge.
Auch Auftrittsverbot für The 1975
Kurz nach ihrer Aktion erhielten The 1975 von der malaysischen Regierung ein Auftrittsverbot im gesamten Land. Die britische Band habe sich "respektlos" gegenüber der einheimischen Bevölkerung verhalten, teilten die Behörden mit.
The 1975 hatte bereits 2019 in Dubai für Aufregung gesorgt, als Frontmann Healy einen Fan in seiner Show auf den Mund küsste (queer.de berichtete). Healy bedauerte später die Aktion, weil er fürchtete, den Fan in Gefahr gebracht zu haben (queer.de berichtete). In den gesamten Vereinigten Arabischen Emiraten kann Homosexualität mit langjährigen Haftstrafen und sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.
In dem 34 Millionen Einwohner*innen zählenden Staat Malaysia steht auf gleichgeschlechtliche Liebe bis zu 20 Jahre Haft. Das Land vollstreckte sogar Folterstrafen gegen nach entsprechendem Scharia-Recht verurteilte Personen (queer.de berichtete). Auch trans Menschen werden verfolgt (queer.de berichtete). Der Islam ist Staatsreligion in Malaysia, obwohl sich weniger als zwei Drittel der Bevölkerung dieser Religion zugehörig fühlen. Viele islamische Gelehrte im Land sehen Homosexualität als Verbrechen an, das sich gegen die Religion wende. In den letzten Jahren wurde jedoch vermehrt öffentlich über die Sinnhaftigkeit des Verbots debattiert – in der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur gibt es eine große queere Szene.
Zuletzt profilierte sich die malaysische Regierung vermehrt mit Queerfeindlichkeit: So untersagte sie den Besitz der Regenbogen-Swatch-Kollektion, weil die bunten Armbanduhren angeblich die queere Community "normalisieren" (queer.de berichtete). (dk)
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