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ZDF-Krimiserie

Ex-Kommissar Robert Anders ermittelt nach Mord an trans Frau

Bei "Der Kommissar und der See" dreht sich am Tag der Deutschen Einheit alles um den Mord an einer trans Frau.


Ex-Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) trifft trans Frau Kaja (Ilonka Petruschka) vor ihrer Ermordung (Bild: ZDF / manju.de)

In der neuesten Folge der ZDF/ORF-Primetime-Krimiserie "Der Kommissar und der See" beschäftigt sich der frühere Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) mit dem Mord an trans Frau Kaja, die von der 50-jährigen trans Aktivistin und Schauspielerin Ilonka Petruschka dargestellt wird. Der 90-minütige Film trägt den Titel "Narrenfreiheit".

Die Handlung: Nach einer feierlichen Fastnachtsprozession in Lindau am Bodensee wird einer der Narren bei einem Umtrunk gegenüber Kaja, der Tischnachbarin von Robert Anders, übergriffig. Als die junge Frau sich verteidigen will, merkt der Narrentrupp, dass ihr Kollege eine trans Frau angemacht hat. Diese verlässt aufgewühlt das Lokal und verschwindet in die Nacht.

Am nächsten Morgen wird eine Frau tot im Brunnen in der Altstadt gefunden – dabei handelt es sich um Kaja. Anders will nun mit Polizeiobermeisterin Annika Wagner (Nurit Hirschfeld) und Polizeioberkommissar Martin Keller (Dominik Maringer) den Fall aufklären.

"Ich musste klagen, um zur Frau werden zu können"

Ilonka Petruschka ist nicht nur als Schauspielerin bekannt, sondern auch als Aktivistin. Sie klagte 1991 als 18-Jährige vor dem Bundesverfassungsgericht auf Anerkennung ihrer Transidentität, was damals nach dem Transsexuellengesetz erst ab 21 Jahren möglich war. "Ich musste klagen, um zur Frau werden zu können", sagte sie später.

2019 hatte sie ihr Filmdebüt im ARD/ORF-Landkrimi "Steirerkreuz" – sie spielte eine Prostituierte. Unter anderem war sie auch in der Mockumentary-Serie "Wrong unzensiert" zu sehen und arbeitete für die Amazon-Serie "Luden" als "Transgender Consultant".

Ihre Schauspiel-Kolleg*innen bei "Narrenfreiheit" waren dabei auch an ihrer Expertise zum Thema interessiert: "Wir haben unter anderem darüber geredet, ob es für sie nicht verletzend ist, dass meine Figur des Martin Keller immer wieder Klischees und feindliche Äußerungen über trans Personen macht", erklärte Dominik Maringer. "Ich wollte von ihr wissen, ob man vielleicht den ein oder anderen Satz ein bisschen umformulieren sollte. Aber Ilonka fand es gut, dass es genau diese Position im Film gibt, denn auch im realen Leben werden sie und andere trans Personen oft mit Vorurteilen, ja sogar mit offenem Hass konfrontiert." Er habe auch persönlich etwas gelernt: "Mir war zum Beispiel vor dem Dreh nicht bewusst, dass der Leidensdruck auch nach einer Geschlechtsangleichung bei vielen trans Personen noch lange bestehen bleibt. Das hat auch damit zu tun wie die Gesellschaft, wie wir alle, mit den betroffenen Menschen umgehen."

Annika-Darstellerin Nurit Hirschfeld ergänzte: "Ilonka hat von Anfang an gesagt: 'Es gibt keine falschen Fragen – fragt einfach!' Lieber fragen, verstehen wollen und neugierig bleiben als anders herum. Das fand ich unglaublich toll und hat mir gleich jede Hemmung genommen." Hauptdarsteller Walter Sittler zeigte sich ebenfalls von der trans Schauspielerin beeindruckt: "Es war ein Vergnügen, mit ihr zu arbeiten. Ihr uneingeschränkter Respekt für alle ist beeindruckend – da kann man sich eine Scheibe von abschneiden.

Im ZDF läuft die neue Folge am Tag der Deutschen Einheit um 20.15 Uhr. Bereits ab dem 26. September ist der Film kostenlos in der ZDF-Mediathek erhältlich – für insgesamt ein Jahr.

"Der Kommissar und der See" ist ein 2022 gestartetes Spin-off der 29-teiligen deutsch-schwedischen Serie "Der Kommissar und das Meer" (2007-2021). Schon damals spielte Sittler die Rolle des aus Deutschland stammenden Kommissars Robert Anders, der auf Gotland lebt. Zum Cast gehörte auch die ehemaligen Pippi-Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson, die Rechtsmedizinerin Ewa Svensson darstellte. Die Serie war im ZDF, sowie im schwedischen, österreichischen und schweizerischen Fernsehen gezeigt worden. (dk)

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