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Historiker und Aktivist

Wolfram Setz gestorben

Der Erfinder und Herausgeber der Buchreihe "Bibliothek rosa Winkel" ist tot.


Wolfram Setz 2022 vor Bänden der "Bibliothek rosa Winkel" im Schaufenster der Berliner Buchhandlung Prinz Eisenherz (Bild: James Steakley / wikipedia)

Der Historiker Wolfram Setz ist am Montag im Alter von 82 Jahren nach längerer Krankheit in seiner Wahlheimat Hamburg gestorben. Das teilte Salzgeber mit. "Wir trauern um einen geschätzten Kollegen. Unsere Gedanken sind bei denen, die Wolfram nahestanden", so der Buchverlag.

Setz war 1941 in Stralsund geboren worden, studierte in Köln und Tübingen Geschichtswissenschaft. Er war Mitarbeiter der Editionsreihe "Monumenta Germaniae Historica" in München und arbeitete in den Achtzigern im Verlag rosa Winkel mit.

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Setz trug zur Wiederentdeckung von Karl Heinrich Ulrichs bei

1991 hob er die "Bibliothek rosa Winkel" aus der Taufe. Dabei handelt es sich um eine Buchreihe, die sich Texten aus der Geschichte der schwulen Emanzipationsbewegung widmet. Für viele der inzwischen über 80 Bände der Reihe schrieb er selbst Nachworte. Besonders beeindruckt war er von den wegweisenden Arbeiten von Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895), zu deren Wiederentdeckung er wesentlich beitrug.

Setz war außerdem Herausgeber der Buchreihe "Homosexualität und Literatur" im Verlag rosa Winkel (12 Bände, 1981-1999) und Mitherausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift "Forum Homosexualität und Literatur" (1987-2007). Schwulenpolitisch engagierte er sich unter anderem 1986 als Gründungsmitglied und über einige Jahre als Vorstandsmitglied im Bundesverband Homosexualität – bis zu dessen Auflösung 1997.

Bis zuletzt brachte sich Setz in die öffentliche Debatte ein. So war er im November 2022 Mitunterzeichner einer Protestnote verschiedener Akademiker*innen, die sich darin gegen eine Kampagne gegen den Soziologen Rüdiger Lautmann positionierten (queer.de berichtete). (cw)

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