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Braunschweig
Polizei sucht weitere Zeug*innen nach Angriff auf CSD-Teilnehmer
Die Braunschweiger Polizei hat bislang einen Verdächtigen ausgemacht, der aus einer Gruppe heraus einen 22-jährigen CSD-Teilnehmer attackiert haben soll.

Die Polizei hofft auf Hilfe bei der Aufklärung eines offenbar homophob motivierten Verbrechens (Bild: René Mentschke / flickr)
- 15. August 2023, 13:13h 2 Min.
Nach dem Angriff auf einen 22-jährigen Teilnehmer des Christopher Street Day in Braunschweig sucht die Polizei weitere Zeug*innen. Auch Personen, die Videos gefertigt hätten, sollten sich melden, teilten die Behörde am Dienstag mit. Die Ermittler*innen gehen von einer homophoben Tat aus, der Staatsschutz ermittelt.
Allerdings musste der 22-Jährige entgegen erster Informationen am Samstag nicht in ein Krankenhaus gebracht werden. Das Opfer habe nach ambulanter Behandlung durch Rettungssanitäter weiter feiern können, so die Polizei.
Nach derzeitigen Ermittlungen soll eine Gruppe von fünf Personen den 22-Jährigen am Samstag zunächst angesprochen, beleidigt und dann körperlich angegriffen haben (queer.de berichtete). Ein 16 Jahre alter Tatverdächtiger konnte ermittelt werden, gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Zudem läuft ein Verfahren gegen unbekannt.
Swantje Schendel, queerpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen, sagte am Dienstag: "Ich bin schockiert über diese Gewalt, auch weil sie sich in eine größere Anzahl von Angriffen auf CSDs einreiht." Das Leben von queeren Menschen sei weiterhin von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt geprägt.
Zuletzt waren mehrere Übergriffe auf CSD-Teilnehmende bekanntgeworden. So sollen am ersten August-Wochenende fünf Männer im Alter von 18 bis 32 Jahren im Metronom von Hamburg nach Hannover fünf 19- bis 26-jährige Frauen mit Faustschlägen und Tritten verletzt haben (queer.de berichtete). Die Frauen waren auf der Rückfahrt vom Hamburger CSD. Sie mussten vom Bahnhof Winsen (Luhe) in Krankenhäuser gebracht werden. Ob homophobe Gründe für die Eskalation vorlagen, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen, hieß es von der Bundespolizei. (dpa/cw)
15.53 Uhr: Artikel um Äußerung von Swantje Schendel ergänzt.















