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Großbritannien
Neue Vorschrift: Brit*innen dürfen keine Unisextoiletten mehr bauen
In öffentlich zugänglichen Gebäuden sollen nur noch richtige Frauen- und Männerklos gebaut werden. Die Änderung der Bauvorschriften zur Verteidigung der "Würde" von Frauen wurde von Gleichstellungsministerin Badenoch forciert.

In Großbritannien bedeutet die Nutzung dieser Stehpinkelanlagen zukünftig nichts weniger als die Verteidigung der Würde der Frau (Bild: markusspiske / pixabay)
- 16. August 2023, 08:59h 3 Min.
Niemand kann behaupten, die britische Frauen- und Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch hätte nichts zu tun. Immer wieder erschüttern Skandale über sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen Großbritannien, etwa systematisch begangen von Gangs oder aber von Polizisten. Und natürlich ist auch in dem Inselstaat die alltägliche, kaum in der Öffentlichkeit thematisierte Gewalt erheblich.
Für etwas mehr Geschlechtergerechtigkeit, ein wenig Abhilfe beim kaum ermesslichen Leid von Frauen und Mädchen möchte die Ministerin darum in diesen Tagen wieder einmal sorgen. Und lässt mit Rückendeckung ihrer konservativen Tory-Regierung die Einrichtung von Unisex-Toiletten in neugebauten Nichtwohngebäuden verbieten.
Unisextoiletten als Angriff auf die Frauenwürde
Richtig gehört. Der Aufstieg der geschlechtsneutralen Toiletten habe "Frauen und Mädchen das fundamentale Recht auf Privatheit, Würde und Sicherheit genommen", so Badenoch, die sich vor allem als Anti-Woke-Kämpferin einen Namen gemacht hat und schonmal den weithin als Feministen und Frauenfreund geschätzten Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, bei sich zum Tee empfängt.
Die Maßnahme sei eine Antwort auf Sorgen von Frauen und älteren Bürger*innen, die ihre Würde und Privatsphäre in Mitleidenschaft gezogen sähen. Sie würden es so empfinden, dass ihnen durch die angeblich zunehmende Ausweisung von geschlechtsneutralen Toiletten ein unfairer Nachteil entstehe, meint Badenoch.
Schließlich benutzten Frauen Toiletten auch häufiger als Männer – etwa, weil sie schwanger seien oder aufgrund "sanitärer Bedürfnisse". Sogar bei der Benennung des monatlichen Blut-und-Schlonze-Bads in der Hose achtet die fortschrittliche britische Regierung also auf Privatsphäre. Toll!
Zur Umsetzung dieser wichtigen Maßnahme ließ die für das Baurecht zuständige Abteilung der britischen Regierung jetzt entsprechende Regulationen der Bauvorschriften anpassen. Toiletten jeweils für Männer und Frauen sind dabei als neuer Standard definiert worden.
Eine Ausnahme aber soll es geben: Dort, wo Toiletten nicht mehr als eine Kabine aufweisen, also sowieso nur von einer Person gleichzeitig genutzt werden können, soll weiterhin die Ausweisung als Unisex-Toilette möglich sein. Laut Statement der Regierungsabteilung sollten solche Einrichtungen aber nur dort erbaut werden, wo auch wirklich Platz für sie sei. Und: Nicht auf Kosten der Einrichtung von Frauentoiletten, bitte. Da soll nochmal eine*r behaupten, die britische Regierung besitze kein Gespür für Augenmaß.
Zuletzt hatte sich Kemi Badenoch mit Plänen hervorgetan, wonach britische Lehrer*innen gezwungen würden, transgeschlechtliche Schüler*innen gegenüber ihren Eltern zu outen. Doch in der Sache ist es bisher nicht zu mehr als zu Ankündigungen gekommen (queer.de berichtete). (jk)














