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World Aquatics

Trans Athletinnen: Schwimm-Weltverband führt offene Kategorie ein

Die Teilnahme von trans Sportlerinnen sorgt in vielen Sportarten für heftige Abwehrreaktionen. Oft werden sie ausgeschlossen. Der Schwimm-Weltverband geht nun mit einer offenen Kategorie neue Wege.


Die Erfolge der Amerikanerin Lia Thomas im Unisport führten zu Forderungen, trans Frauen pauschal aus Sportwettbewerben auszuschließen (Bild: IMAGO / USA TODAY Network)
  • 16. August 2023, 13:47h 2 Min.

Der Schwimm-Weltverband World Aquatics führt als erster großer Sportverband der Welt beim im Oktober in Berlin stattfindenden Weltcup Wettbewerbe in der "offenen Kategorie" ein. In dieser können dann auch trans Athletinnen und Athleten teilnehmen. "Dieses bahnbrechende Pilotprojekt unterstreicht das unerschütterliche Engagement der Organisation für Inklusion, die Schwimmer aller Geschlechter und Geschlechtsidentitäten willkommen heißt", teilte World Aquatics (bis 2022: FINA) am Mittwoch mit.

Der Dachverband hatte noch im vergangenen Jahr trans Schwimmerinnen von den Frauen-Rennen bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften pauschal wegen ihrer Geschlechtsidentität ausgeschlossen (queer.de berichtete). Ausnahmen sind nur noch gestattet, wenn die Geschlechtsanpassung bereits vor dem zwölften Lebensjahr vollzogen wurde. Gleichzeitig verpflichtete sich World Aquatics aber zur Schaffung einer offenen Kategorie für alle Schwimmer*innen. Das setzt der Verband nun um.

Die offene Kategorie wird ihr Debüt mit 50- und 100-Meter-Rennen in allen Schwimmarten geben. Weitere Wettbewerbe könnten hinzugefügt werden. Die Teilnehmenden müssen einem nationalen Verband angehören, können aber auch individuell für ihren Verein oder Verband antreten.

"Berlin ist begeistert, diese bahnbrechende Initiative mit der vollen Unterstützung des Deutschen Schwimm-Verbandes zu unterstützen. Wir sind stolz darauf, eine Veranstaltung auszurichten, bei der Schwimmerinnen und Schwimmer ohne Barrieren antreten können. Berlin ist Deutschlands Drehscheibe für Vielfalt und Inklusion und damit der perfekte Ort für ein solch fortschrittliches Projekt", sagte der Vizepräsident des Deutschen Schwimm-Verbandes, Kai Morgenroth.

Vor allem im Zusammenhang mit der Amerikanerin Lia Thomas (24) hatte die Diskussion um die Teilnahme von nicht-cisgeschlechtlichen Menschen an Intensität zugenommen. Thomas schwamm bis 2019 im Männerwettbewerb, unterzog sich dann einer Hormontherapie und gewann im März 2022 als erste trans Schwimmerin einen Titel bei Uni-Meisterschaften. Sie wurde für ihren Erfolg von Konservativen scharf kritisiert, unter anderem auch von Präsidentschaftskandidat Ron DeSantis (queer.de berichtete).

Eine Studie aus dem Jahr 2021 kam allerdings zu dem Ergebnis, dass trans Frauen nicht automatisch Vorteile hätten: Ihre Leistungen glichen sich nach zwei Jahren denen von cis Frauen an (queer.de berichtete). Außerdem hätten auch viele cis Athlet*innen genetische Vorteile: US-Spitzenschwimmer Michael Phelps, der trans Menschen gerne aus dem Sport verbannen würde, braucht etwa wegen seiner Arm-Spannweite von 2,04 Metern nur 26 Züge für eine 50-Meter-Bahn braucht, während seine Konkurrenz 30 Mal kraulen muss. Zudem habe er mit einer Schuhgröße von 47½ Vorteile gegenüber der Konkurrenz. (dpa/cw)

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